Sonntag, 19. Mai 2013

[Rezension] Ruebenstrunk, Gerd - Der letzte Zauberlehrling

Humbert ist seit acht Jahren ein Zauberlehrling. Doch dann schickt ihn sein Meister fort, denn er als Zauberer fünfter Klasse, könne ihm nichts mehr beibringen. Also zieht es Humbert nach Paris. Dort soll bald der große Ball der Zauberei stattfinden. Ideal also, um dort einen neuen Meister zu finden. Als der 16 Jährige dann die französische Hauptstadt erreicht, verfliegt seine Hoffnung jedoch schnell wieder. Erst dort erfährt er, dass ein Unternehmer namens Pompignac fast alle Zauberkräfte aufgekauft hat und wenn die Zauberer nicht mehr zaubern, brauchen sie selbstverständlich auch keine Zauberlehrlinge mehr. Doch Humbert hat Glück, er findet tatsächlich noch einen Zauberer erster Klasse, der seine Sprüche nicht verkauft hat und ihn aufnimmt. Von seinem neuen Zuhause aus beobachten er und seine Freunde, welche Ziele Pompignac mit seiner neuen Geschäftsidee verfolgt.

Seit der Arthur-Trilogie bin ich ein großer Fan von Gerd Ruebenstrunk, deshalb war klar, dass ich das Buch mit diesem wunderschönen Cover nicht links liegen lassen würde. Der Autor hat erneut gezeigt, was in ihm steckt. Da wäre zum einen eine lebhafte Fantasie, mit der er diese tolle Grundidee und die Feinheiten entwickelt hat. Zum Anderen ist da die Begabung facettenreich gestaltete Figuren zu entwerfen, die stets einer interessanten Entwicklung untergehen und zwar nicht nur Humbert, der Protagonist, sondern bei fast jeder Figur bemerkt man diese Veränderung. Außerdem ist der Schreibstil sehr flüssig und sowohl für die Zielgruppe (12-15 Jährige) als auch für Erwachsene geeignet.

Ich habe nur einen Kritikpunkt und den kann ich leider nicht richtig erklären. Ich habe das Buch ständig zur Seite gelegt und musste mich echt "bemühen" es zu beenden. Wie gesagt, eine Begründung dafür habe ich nicht. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, ich fand die Idee toll. Vielleicht fehlte es mir etwas an Spannung? Wer weiß, vielleicht auch einfach nur das Buch zur falschen Zeit.

Fazit: Das Buch ist ein fantasievoller Abenteuerroman über Zauberei und Freundschaft, der bis auf weniges überzeugen konnte.


  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: arsEdition (6. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3760786790
  • ISBN-13: 978-3760786797
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Verlag:

Samstag, 18. Mai 2013

[Neuerscheinungen] Juni 2013

für den Monat

Juni

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon


Monir, Alexandra - Timeless (2) Schatten der Vergangenheit


Reichs, Kathy - VIRALS (03) Jeder Tote hütet ein Geheimnis


 Mannel, Beatrix -  Die Insel des Mondes


 Singh, Nalini  - Geheimnisvolle Berührung


Gier, Kirsten - Silber - Das erste Buch der Träume


Raabe, Marc - Der Schock


Elkeles, Simone - Sommerflirt (2/3) Zwischen und die halbe Welt


Zhang, Kat - Twin Souls (01) Die Verbotene


McEntire, Myra - Hourglass (2/3) Die Versuchung der Zeit




Ich muss auf jeden Fall Timeless, Silber und Sommerflirt 2 lesen. 
Und ihr?


Freitag, 17. Mai 2013

[Monatsüberblick] April 2013



Jaaaa, ich weiß es ist schon Mitte Mai und nein, es ist kein Fehler, dass ich euch meine April Statistik präsentiere. Ich habe es Ende April einfach vergessen und dann kamen meine Geburtstagsgewinnspiele und irgendwie passte es jetzt erst rein. Da ich im April leider etwas bettlägerig war, ist eine ganze Menge zusammen gekommen.


April 2013
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Gelesene Bücher:  16 Bücher + 2 Hörbücher
Gelesene Seiten:    4262 Seiten 
Buch des Monats: 
Gurian, Beatrix - Der süße Kuss der Lüge    ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Flop des Monats:  
Hogan, Edward - Diese Stunde gehört mir nicht  ♥ ♥ ♥
 

Lesestatistik
O'Brien, Caragh - Birthmarked (3/3) Der Weg der gefallenen Sterne  ♥ ♥ ♥ ♥
Schneider, Anna - Blut im Schuh   ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Löhnig, Inge - Dein Blick so kalt   ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Poznanski, Ursula - Kaspary/Wenninger (02) Blinde Vögel   ♥ ♥ ♥ ♥
Elkeles, Simone - Sommerflirt (1/3) Nur ein kleiner Sommerflirt  ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Lauriel, Angelika - Frostgras  ♥ ♥ ♥
Tsokos, Michael - Die Klaviatur des Todes  ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Kacvinsky, Katie - Dylan & Gray (1/3): Eine Liebesgeschichte in 26 Kapiteln  ♥ ♥ ♥ ♥
Fitzek, Sebastian - Der Nachtwandler  ♥ ♥ ♥ ♥
Mckee, David - Elmar rettet den Regenbogen  ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Hogan, Edward - Diese Stunde gehört mir nicht  ♥ ♥ ♥
Aydin, Veronika/Klamroth, Kerstin - Schulsachen: Elfriedes erster Fall. Ein Taunus-Krimi  ♥ ♥ ♥ ♥
Navarro, Àngels - Dein Babyalbum (Junge - blau)  ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Wilson, Karma - Bär braucht Mut!  ♥ ♥ ♥
Vosseler, Nicole C. - In dieser ganz besonderen Nacht ♥ ♥ ♥ ♥
Gabathuler, Alice - Blackout   ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Gurian, Beatrix - Der süße Kuss der Lüge    ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Grevet, Yves - Méto (3/3) Die Welt  ♥ ♥ ♥ ♥


 Könnt ihr euch noch an euer April-Highlight erinnern?


Donnerstag, 16. Mai 2013

[Das Autoren 1x1] Christiane Lind (Laura Antoni)

 proudly presents:



Christiane Lind (Laura Antoni)


© Helena Oldenburger, Fotostudio Objektiv, Kassel


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Autorenwelt
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1. Seit wann schreibst du?
Tagebuch habe ich schon immer geschrieben, vor allem in Krisenzeiten, von denen es mehr gab, als mir lieb war. Dazu kamen einige unveröffentlichte Pferdegeschichten als Zwölfjährige und tiefsinnige Gedichte als 14jährige, die ich aus nostalgischen Gründen tief in einer Schublade vergraben habe und niemals herausholen werde. Nicht einmal für viel Geld ;-). Schreiben mit dem Ziel, die Texte zu veröffentlichen, habe ich im Jahr 2000 begonnen – passend zur Jahrtausendwende und als etwas verfrühte Midlife-Crisis. Gemeinsam mit einer Freundin hatte ich die Idee, einen Krimi-Bestseller zu schreiben, damit wir unsere Jobs sausen lassen könnten. Leider kamen uns genau die Jobs immer wieder dazwischen, so dass der Krimi nie (fertig) geschrieben wurde. Aber mich hatte der Schreib-Virus erwischt und hat mich seitdem nicht mehr aus seinen Klauen gelassen (soweit Viren Klauen haben).

2. Warum ist „Autor“ für dich der beste Beruf der Welt?
Für mich gibt es nichts Schöneres als zu schreiben und zu recherchieren und zu beobachten, wie sich eine Geschichte entwickelt, wie die Figuren ihren Weg gehen und von dem abweichen, was ich für sie geplant hatte. Einfach genial finde ich, dass ich bei jedem Buch etwas Neues lerne, eine neue Welt entdecke und in Länder reisen kann, die ich immer schon bereisen wollte. 
Das Veröffentlichen hingegen empfinde ich als anstrengenden Prozess, der mit viel Unsicherheit und Warterei und Hürden verbunden ist und oft zu Frustrationen führt, weil ich mir mit meiner Ungeduld selbst im Weg stehe.

3. Beschreibe dein Buch / eins deiner Bücher in weniger als zehn Worten und verrate, auf welchen Titel sich die Beschreibung bezieht.
Mädchen entdecken ein Familiengeheimnis zwischen Guatemala 1902 und Bremen 2011. 
„Im Land der Kaffeeblüten“. Thienemann-Verlag 2012


4. Wo schreibst du am Liebsten bzw. hast du besondere „Rituale“ beim Schreiben?
Ich habe einen wunderbaren großen Schreibtisch mit einem rückenfreundlichen Stuhl – also den idealen Schreibplatz – … und schreibe am liebsten im Bett, das Notebook auf den Beinen; zwei, drei oder vier Kater neben mir, die Recherchebücher in Reichweite.

5. Hast du einen Tipp für zukünftige Autoren?
Nicht aufgeben und sich in Geduld üben – der Klassiker. Sich klar machen, dass ein großer Teil des Schreibens Handwerk ist und sich dieses Handwerk – wie in jedem Beruf – aneignen und sich weiterbilden. Vor allem aber: dabei bleiben und für sich selbst eine Mischung finden aus dem, was man selbst schreiben möchte, und dem, was sich verkaufen lässt.



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Private Welt
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6. Was ist deine Lieblingsfarbe?
Früher habe ich mich geärgert, weil ich brav „rot“ geantwortet habe, während meine Freundinnen so phantasievolle Antworten wie „bunt“ oder „Regenbogen“ gaben. 
Heute gefallen mir alle kräftigen Farben; mit Pastelltönen kann man mich jagen.

7. Was war als Kind dein Traumberuf?
Jockey oder sonst irgendwas mit Pferden … und dann war ich auf einmal 1,78 Meter groß. ;-)

8. Was ist dein Lieblingsessen?
Obwohl ich geborene Niedersächsin bin, schwärme ich für Frankfurter Grüne Soße mit Pellkartoffeln und freue mich, dass bald Saison ist.

9. Welches Genre liest du selbst am Liebsten?
Quer durch den Garten von Fantasy über Thriller bis hin zu Historischen Romanen. Eine Geschichte muss mich ansprechen, entweder weil sie einen schrägen Humor hat, wie die Bartimäus-Bücher, oder weil sie so unglaublich kraftvoll und ausgefeilt ist wie „Ein Lied von Eis und Feuer.“ 
Ich schaue oft und gerne auf unterschiedlichen Bücher-Blogs und auf den Histo- und Krimi-Couches vorbei und entdecke dort immer wieder wunderbare Bücher, die mir sonst entgangen wären. Danke dafür ;-).

10. Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?
Je älter ich werde – ähem – desto mehr kehren meine Kindheitswünsche zurück: einen Bauernhof mit Pferden, Eseln, Hunden, Katzen und gerne noch mehr Getier, das bei uns einen friedlichen Lebensabend verbringen darf. Bisher allerdings steht mein Brotberuf, für den ich viel reise, dem entgegen. Aber wenn eines der nächsten Bücher ein Bestseller wird …


Diese Bücher von Christiane Lind bzw. Laura Antoni könnten in eurem Bücherregal stehen:


Vielen Dank Christiane, dass du beim "Autoren 1x1" teilgenommen hast :)

Mittwoch, 15. Mai 2013

[Rezension] Engelmann, Gabriella - Syltroman (2) Inselsommer

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diese Rezension Band 1 als bekannt voraussetze. Somit können für Leser, die "Inselzauber" noch nicht gelesen haben, Spoiler vorhanden sein.


Vor knapp acht Jahren ist Lissy dem Inselzauber erlegen und nun bekommt auch Paula den Sylter Charme zu spüren, als sie sich eine kleine Auszeit auf der größten nordfriesischen Insel gönnt. Von diesem Ausflug erhofft sie sich Klarheit. Klarheit darüber, ob sie ihren Ehemann Patrick noch liebt und eine Ehe ohne Kinder sie zufriedenstellen könnte und Klarheit darüber, was sie tatsächlich für Vincent empfindet, der sie nicht nur mit seinem tollen Aussehen, sondern auch mit seiner kleinen Tochter begeistern kann. Ist sie bereit für einen Neuanfang oder befindet sie sich gerade nur in einer "Phase", die ihre Ehe bedroht? Sylt soll es richten!

Sechs Jahre nach dem Erscheinen von "Inselzauber" gibt es nun ein Wiedersehen mit der Buchhändlerin Bea und ihrer Nichte Lissy, denn die beiden haben Paula, die Protagonistin von "Inselsommer", eingeladen, sie auf Sylt zu besuchen. Als Paula das Gefühl hat, nicht mehr klar denken zu können, ergreift sie die Gelegenheit beim Schopfe und plant ein paar schöne Tage auf Sylt. Natürlich kann auch die steife Brise im Norden nicht alle Probleme einfach wegpusten, aber zumindest kommt wieder Leben in Paulas eingefahrenen Alltag hinein und sie beginnt sich ernsthaft mit ihren Problemen auseinander zu setzen.

"Inselsommer" ist die Fortsetzung von "Inselzauber", wobei es nicht zwingend erforderlich ist, den ersten Band zu kennen. "Inselsommer" kann problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen und verstanden werden. Trotzdem empfehle ich jedem mit Band eins zu beginnen, denn dieser hat mir ein kleines bisschen besser gefallen, da ich die damalige Protagonistin Lissy etwas lieber mochte und die Bücherkoje (zumindest gefühlt) eine noch größere Rolle spielte. Das Schöne ist aber auf jeden Fall - und darauf würde ich fast eine Garantier geben: Wer "Inselzauber" möchte, wird auch "Inselsommer" gerne lesen, denn die Bücher sind vom Erzählstil und von ihrer Art einfach sehr ähnlich. Erneut wird das Leben der Romanfiguren oft auf den Kopf gestellt, aber meistens hilft dann der Zufall und alles wendet sich wieder zum Guten. Der "Zufall" ist schon ziemlich oft zur Stelle, aber das gehört ja zu "solchen Büchern" einfach dazu.

Ich bin immer wieder begeistert, wie anschaulich und greifbar Gabriella Engelmann das Setting oder auch die Emotionen ihrer Charaktere beschreibt. Der Leser hat überhaupt kein Problem in die Geschichte hineinzukommen und sich das Leben auf der Insel vorzustellen. Bei den detaillierten Beschreibungen wird deutlich, wie intensiv die Autorin recherchiert haben muss, denn sie bietet viele Insiderinformationen und greift auch aktuelle Probleme auf, mit denen sich Sylt zur Zeit herumschlagen muss.


Fazit: Auch "Inselsommer" sorgt für gemütliche Lesestunden, die Lust auf Sylt machen. Frauenliteratur ist an sich nicht so meins, aber á la Gabriella Engelmann gefällt es mir!

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (2. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426511452
  • ISBN-13: 978-3426511459
  • Verlagsgruppe:



    Sylt im Doppelpack :)




[Rezension] Lonely Planet - 48 Hours in Seattle: USA Trips Travel Guide Book

Seattle ist bestimmt eine Reise wert. Das hoffe ich jedenfalls, denn aktuell plane ich gerade meinen Urlaub dorthin. Auf der Suche nach interessanten Dingen für meine To-Do-Liste, habe ich mich natürlich auch mit Reiseführern auseinander gesetzt und bin auf dieses ebook gestoßen, dass Empfehlungen beinhalten soll, um zwei perfekte Tage in Seattle zu erleben. SOLL ist da entscheidende Wort, denn dieses ebook ist ein schlechter Witz. Ich rate selten von Büchern komplett ab, aber dieses ebook ist absolut ungeeignet. Selbst geschenkt ist noch zu teuer.

Zunächst wirbt es mit 708 Seiten. Scheinbar gilt dieses aber nur für die Printausgabe (?), aber dann sollte es nicht auf der Seite fürs ebook stehen. Dieses hat geschätzt keine 20 Seiten. Mein Kindle hat mir angezeigt, dass die tatsächlichen Tipps erst ab 13% beginnen und bei 66% schon wieder aufhören. Die restlichen 34% sind gefüllt mit Namen der beteiligen, Danksagungen usw. 

Die meisten Tipps beziehen sich aufs Essen oder Hotelunterkünfte. Sightseeing Tipps sind rar. Somit wirkt das ganze eher wie ein Werbeprospekt für Unternehmen und Geschäfte. Das ebook beinhaltet lediglich eine kleine Karte und diese hat eine Qualität, die dafür spricht, dass diese Straßenkarte einfach eingescannt wurde. Viel mehr gibt es auch eigentlich nicht anzumerken. Wo kein Inhalt ist, kann man auch wenig bewerten.

Fazit: Zur Printausgabe kann ich nichts sagen, aber das dazugehörige ebook ist eine Zeit- und Geldverschwendung. Empfehlen kann ich stattdessen "Frommer's Seattle day by day - 28 smart ways to see the city".


  • Dateigröße: 5379 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 708 Seiten
  • Verlag: Lonely Planet; Auflage: 1 (1. Oktober 2011)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Englisch
  • ASIN: B00639H7SU



Dienstag, 14. Mai 2013

[Rezension] Engelmann, Gabriella - Syltroman (1) Inselzauber

Einen Tapetenwechsel! Das ist genau das, was Lissy braucht, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Freund sie in letzter Zeit mit einer seiner Angestellten betrogen hat. Da passt es hervorragend, dass ihre Tante Bea eine mehrmonatige Urlaubsvertretung für ihre Buchhandlung auf Sylt sucht. Lissy freut sich auf ihre neuen Aufgaben und lässt Hamburg gerne hinter sich. Doch auch im hohen Norden, wo sie sich den Wind um die Nase wehen lassen kann, läuft nicht automatisch alles gut. Da ist die zickige Nele, die mürrische (4-jährige) Paula, ein auslauffreudiger Hund und leider gibt es auf der Insel auch männliche Bewohner.

Obwohl Gabriella Engelmann ihre Autorenkarriere mit Büchern für erwachsene Leser begonnen hat, habe ich sie erst durch ihre Jugendbücher, genauer gesagt durch ihre Märchenadaptionen, für mich entdeckt. Lange habe ich mich nicht getraut ihre anderen Bücher zu lesen, denn Gegenwartsliteratur und Liebesroman (hauptsächlich) für Frauen liegt mir eher selten. Da "Inselzauber" aufgrund der neu erschienen Fortsetzung "Inselsommer" nun jedoch in einem neuen Gewand erschienen ist, habe ich es mir einfach geschnappt und festgestellt, dass mir auch diese Art der Engelmann-Unterhaltung sehr gefällt.

"Inselzauber" hat mich sofort gepackt. Engelmanns Schreibstil ist flüssig, so dass das Lesen zum Vergnügen wird. Außerdem liebe ich ihre Charaktere. Nicht so viele, dass man droht durcheinander zu kommen, aber doch genug für reichlich Abwechslung und Verwicklungen. Alle dabei super authentisch und auf ihre Art liebenswert. Toll fand ich auch, dass es kein typisches Insel-Sommerbuch ist, denn die Geschichte beginnt im Dezember und passend dazu gibt es auch kaltes, nasses, norddeutsches Wetter. Trotzdem ist das Feeling in dem Buch einfach toll. Besonders geliebt habe ich den Buchladen der Tante Bea. Wenn Bücher oder eine Buchhandlung in einem Roman eine Rolle spielen, ist das für Buchmenschen, wie mich, immer klasse.

"Meine Befürchtung" gegenüber den Erwachsenenromanen der Autorin hat sich schnell verflüchtigt. Natürlich darf man keine allzu großen Überraschungen erwarten, der Ausgang des Romans war mir von Anfang an klar, aber trotzdem hat die Autorin kleine Wendungen eingebaut und ihren Figuren immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das Buch ist für mich die perfekte Sommerurlaubslektüre: Leicht zu lesen, nicht allzu anspruchsvoll und Charaktere, die man einfach glücklich sehen will. Trotzdem kann ich mir auch gut vorstellen, dass man das Buch ebenso in der dunkleren Jahreszeit genießen kann.


Fazit:  Das Buch ist eigentlich nicht zu empfehlen, da man beim Lesen einen riesigen Drang danach verspürt ebenfalls einen Buchladen zu eröffnen - am liebsten natürlich auf Sylt. Wer dieses Risiko jedoch eingehen möchte, wird das Buch bestimmt lieben und unterhaltsame Stunden damit verbringen.


  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (2. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426513668
  • ISBN-13: 978-3426513668
  • Originaltitel: Inselzauber
  • Verlagsgruppe:


Sylt im Doppelpack :)





Montag, 13. Mai 2013

[Rezension] Rogers, Jane - Das Testament der Jessie Lamb

Als Jessie Lamb sechzehn Jahre alt ist, befällt ein Virus die gesamte Menschheit. Jeder einzelne Bürger wird damit infiziert, aber dieser Virus tötet nicht alle Menschen. Er greift nur Frauen an, sobald diese schwanger werden. Alle Frauen nebst ihren Embryos sterben - ohne Ausnahme. Die Wissenschaft ist macht- und ratlos. Als Folge werden keine Kinder mehr geboren und es wird bereits vom Aussterben der Menschheit gesprochen. Der Forschung gelingt es dann doch diesen Virus auszutricksen. Dafür darf die werdende Mutter jedoch nicht älter als 16,5 Jahre alt sein, sie muss während der Schwangerschaft ins Koma versetzt werden und verstirbt nach der Geburt. Diese groteske Entwicklung sorgt für reichlich Diskussionsstoff, auch in Jessies Leben.

Die Geschichte um Jessie Lamb spielt sich in England in einer sehr nahen Zukunft ab. Theoretisch vielleicht sogar nur wenige Tage oder Wochen vom heutigen Datum entfernt. Der dystopische Grundgedanke, dass die Menschen in einer Welt leben, in der jede schwangere Frau sterben wird, fand ich sehr interessant und ich hatte Lust mehr von den Ideen der Autorin zu erfahren. Leider blieben diese nahezu aus. Es wird nicht aufgeklärt, woher der Virus kam oder wer ihn (un-) absichtlich verbreitet hat [das ist mir selbst nicht so wichtig, aber ich weiß, dass andere Leser großen Wert auf solche Details legen] und auch ansonsten blieben jegliche Überraschungen aus. Natürlich gibt die Menschheit sich ihrem Schicksal nicht einfach so hin, sondern die Forscher werden aktiviert und finden auch eine Lösung, die nur leider kein Patentrezept ist, sondern Kontroversen verursacht. Von Anfang an ist klar, auf welche Seite Jessie sich schlagen wird und somit bleibt Unerwartetes komplett aus. 

Die Protagonistin Jessie Lamb erzählt ihre eigene Geschichte, indem sie diese niederschreibt. Somit gibt es ein paar wenige Kapitel in der Gegenwart, aber die meisten schildern chronologisch was in den letzten Monaten passiert ist. Mir ist es überhaupt nicht gelungen eine Beziehung zu dieser Figur aufzubauen. Sie blieb für mich die ganze Zeit unnahbar, wirkte oft naiv und hatte für ihre Entscheidungen keine guten Beweggründe. Sie begann mich sogar teilweise zu nerven, genauso wie die endlosen Diskussionen mit ihren Eltern, die das ganze Buch durchzogen und sich immer ums gleiche drehten und die keine Weiterentwicklung aufzeigten.

Ich bin ziemlich enttäuscht von dem Roman, denn von der Grundidee hatte ich mir viel mehr versprochen. Das einzig Positive an dem Buch war das Aufgreifen von schwierigen Themen aus dem Bereich der Ethik und der Moral, z.B. ab welchem Alter Jugendliche auch schwerwiegende Entscheidungen selbst treffen sollten oder ob jede Entwicklung aus der Forschung wirklich ein Fortschritt ist oder ob "Gott spielen" zu weit geht. Diese wurde leider jedoch immer nur angeschnitten und konnte somit mein Lesevergnügen nicht langhaltig verbessern.

Fazit:  Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum dieser Roman den Arthur C. Clarke Award gewonnen hat. Die Grundidee wurde verheizt, die Protagonistin bleibt farblos, interessante Aspekte wurden nur nebenbei angesprochen und spannende Unterhaltung sieht anders aus. Man kann es lesen, klar, aber es gibt so viel bessere Dystopien auf dem Markt, dass diese dagegen einfach nicht überzeugen kann. Würde ich halbe Sterne vergeben, wären es 2,5 geworden. Da ich aber nur Ganze vergebe, kann ich leider nur 2 vergeben, da es für 3 einfach nicht gereicht hat.

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453314859
  • ISBN-13: 978-3453314856
  • Originaltitel: The Testament of Jessie Lamb
  • Verlag: