Freitag, 22. Mai 2015

[Rezension] Patterson, James/Raymond, Emily - Heart. Beat. Love

Bisher kannten alle Axi eher als strebsame Schülerin, als BM = braves Mädchen. Doch kurz vor ihrem Schulabschluss schnappt sie sich ihren besten Freund Robinson, um mit ihm einen Roadtrip quer durch die USA zu unternehmen. Mit Robinson an ihrer Seite wird diese Tour zu einem Abenteuer, denn statt mit einem Greyhound-Bus fahren die beiden mit geklauten Autos und Harleys durchs Land. Die modernen Bonnie und Clyde haben die Zeit ihres Lebens, bis das Schicksal zuschlägt und sie erkennen müssen, dass man nicht vor allem fliehen kann.

„Heart. Beat. Love“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von James Patterson und Emily Raymond um die Teenager Axi und Robinson. Die Handlung wird aus Sicht der Ich-Erzählerin Axi geschildert und lässt sich in zwei Bereiche einteilen. Zunächst steht der Roadtrip im Vordergrund. Dieses ist unterhaltsam dargestellt und es hat mir sehr gefallen, dass bei den beiden und ihren unkonventionellen Reisemethoden nicht immer alles problemlos funktioniert. Durch Axis Darstellung weiß der Hörer, dass sie mittlerweile nicht mehr nur Freundschaft zu Robinson verspürt und ich habe gerne verfolgt, ob es zwischen den beiden tatsächlich knistern wird oder ob es sich lediglich um einseitige Gefühle handelt.

Der erste Abschnitt ist leider eher oberflächlich geschrieben, die Charaktere bleiben noch ziemlich blass und es werden wenige Emotionen geschildert. Dieses ändert sich dann jedoch im zweiten Teil. Der Roadtrip ist auf seinem Höhepunkt, die beiden genießen das Leben und dann bricht bei einem der Figuren eine schwere Krankheit aus, die alle bisherigen Pläne zunichtemacht. Ab diesem Zeitpunkt ist der Roman extrem emotionsgeladen. Die Geschehnisse haben mich sehr bewegt und wurden von den Autoren authentisch beschrieben und respektvoll behandelt. Am Ende hat mich die Geschichte zu Tränen gerührt.

Die Sprecherin hat mir gut gefallen. Ihre Stimme ist sehr angenehm und sie hat diese gekonnt eingesetzt, Pausen und Betonungen passend gewählt und auch die Stimmung der Handlung übertragen können.

Fazit: „Heart. Beat. Love fängt mit einer gewissen Leichtigkeit an, mit dem Traum aus Gewohnheiten auszubrechen, das Leben beim Schopf zu packen und einfach zu genießen. Der Schicksalsschlag zerstört diese Leichtigkeit jedoch sofort, aber dadurch wird der Hörer auf eine emotionale Reise mitgenommen, die gerade gegen Ende unglaublich bewegend und ergreifend ist.


  • MP3: 1 CD - ca. 333 min
  • Verlag: Der Audio Verlag (1. April 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862314863
  • ISBN-13: 978-3862314867
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Verlag:



Donnerstag, 21. Mai 2015

[Gastrezension] Williams, John - Butcher's Crossing

Gastrezension von Starbucks

Ich habe John Williams' „Butcher's Crossing“ als Hörbuch, gelesen von Johann von Bülow, als Ausgabe des Deutschen Audioverlages, gehört und möchte auch explizit diese Version bewerten. Besonders interessiert hat mich „Butcher's Crossing“ einerseits, weil ich John Williams' „Stoner“ als eines meiner besten Hörbücher bezeichnen kann, zum anderen, weil ich oft in den Weiten der Prärien des amerikanischen Kontinents unterwegs bin und mich dort auch oft auf den Spuren der Geschichte befinde.

Zum Inhalt: Auf der Suche nach sich selbst kommt der junge, gut situierte Student Will Andrews nach Butcher's Crossing, wo er an der Büffeljagd teilnehmen möchte. Das nötige Startkapital bringt er mit, und bald ist ein kleines Team von Büffeljägern zusammen gestellt, das sich auf den beschwerlichen Weg nach Colorado macht, um den großen Coup zu landen und mehr Büffelfelle zu bringen als alle anderen Büffeljäger. Das Team besteht aus dem jungen und komplett unerfahrenen Will Andrews, dem erfahrenen Miller, der zu wissen glaubt, wo die größte Büffelherde anzutreffen ist, dem alten, einarmigen Trinker Charlie Hoge, der für die Versorgung der Jäger sorgen soll sowie dem Deutschen Fred Schneider, der die Büffel häuten soll. Schon auf dem Weg nach Colorado läuft nicht alles wie geplant, und die Männer sind sehr oft dem Tode nah. Auch auf der Büffeljagd, bei der vor allem Miller in einen Blutrausch fällt, gibt es nicht vorhergesehene Entbehrungen, und auch die Rückkehr verläuft anders als geplant...

„Butcher's Crossing“ ist ein Roman, der zwar im Wilden Westen an der Schwelle zur Moderne im Amerikan des späten 19. Jahrhunderts spielt, der aber mit dem typischen Western so gar nichts gemein hat. Eine kleine Gruppe von Männern kämpft gegen die Unwegsamkeiten des Landes, die Naturgewalten und gegen sich selbst. Dabei wird jeder einzelne Charakter von Williams sehr tief gezeichnet, aber vor allem wird auch das Land mit seiner Fülle an Büffeln sehr intensiv dargestellt. Der Leser taucht ein in die Sinnlosigkeit und den Blutrausch des Abschlachtens einer unvorstellbar großen Büffelherde, die fast auf Null dezimiert wird. So kann man sich auch vorstellen, wie man den Büffel so fast ausgerottet hat.

Aber eine Überraschung wartet auf die Männer bei deren Rückkehr. Ohne eine großen Spannungsbogen versteht es John Williams, der Geschichte hier eine unvorhergesehene Wende zu geben. Auch das nun folgende Verhalten der Männer ist voll und ganz nachvollziehbar, wenn auch z.T. sehr brutal. Damit wird „Butcher's Crossing“ von John Williams zu einem sehr intensiven Hörerlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird.

Das Hörbuch selbst ist ein Ereignis für sich und sicher das beste Hörbuch, das ich besitze. Johann von Bülow gibt den vier Männern einen Charakter, der durch das gesamte Buch sehr unverkennbar bleibt. So wird z.B. Charlie Hoge ganz deutlich als älterer Trinker erkannt, der junge Williams als unerfahrener Bursche dargestellt und Miller als berechnender Profitjäger. Selbst die Prostituierte, die es Andrews so angetan hat, wird weiblich, aber dabei nicht übertrieben, gelesen.

Fazit: „Stoner“ und „Butcher's Crossing“ sind wahre Schätze in meinem Hörbuchregal, die ich nicht wieder hergeben werde. Sie sind in der Tat die besten Hörbucher, die ich kenne. Beide sind qualitativ sehr hochwertig, wertvolle Literatur, die ohne große Effekte auskommen. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass sie daher den einen oder anderen Leser langweilen, aber mich haben sie voll überzeugt. Schade, dass es von John Williams nicht mehr geben wird, da der Autor ja bereits seit 1994 verstorben ist. Es wundert mich sehr, dass mir der Autor nicht in meinem Anglistik/Amerikanistikstudium begegnet ist, denn für mich zählt er zu den ganz Großen der amerikanischen Literatur. So ist es natürlich keine Frage, dass „Butcher's Crossing“ von mir fünf Sterne bekommt.

  • Audio: 7 CDs
  • Verlag: Der Audio Verlag (1. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386231491X
  • ISBN-13: 978-3862314911
  • Verlag:



Mittwoch, 20. Mai 2015

[Neuerscheinungen] Juni 2015

für den Monat

Juni

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon

Raabe, Marc - Heimweh
Carter, Chris - Robert Hunter (06) Die stille Bestie
Musso, Guillaume - Nacht im Central Park
Meyer, Kai - Die Seiten der Welt (02) Nachtland
Clark, Janet - Finstermoos (3/4) Im Angesicht der Toten
Hanel, Julia - Zwei fürs Leben
Johnson, Maureen -  Die Schatten von London (02)  In Memoriam


Ich werde auf jeden Fall die Fortsetzungen von Finstermoos  
und Die Schatten von London lesen. Und ihr?



Dienstag, 19. Mai 2015

[Die Story hinter dem Buch] Gisa Pauly - Sonnendeck



heute:


Gisa Pauly - Sonnendeck

 


Die Idee zu „Sonnendeck“

Sie entstand, als ich einen Besuch im Verlag machte. Der Piper-Verlag ist in München, ich wohne in Münster, also weit weg. Ich sehe daher meine Lektorin und alle anderen, mit denen ich regelmäßig telefonisch oder per Mail zu tun habe, nicht oft. Für mich ist es immer ein kleines Fest, allen die Hand zu schütteln, mit ihnen Kaffee zu trinken oder essen zu gehen. Die Leute im Piper-Verlag sind alle unheimlich nett.

Einen Abend verbrachte ich mit der Taschenbuchchefin beim Italiener. Natürlich sprachen wir über Berufliches, aber auch Privates kam nicht zu kurz. Ich erzählte ihr von meinem letzten Urlaub, der so ganz anders verlaufen war als alle zuvor. Mein Osteopath hatte nämlich diverse Verspannungen entdeckt, tippte auf Stress und Überbelastung und riet mir: „Sie müssten mal auf ein Kreuzfahrtschiff. Da haben Sie die Ruhe, die Sie brauchen. Aber natürlich muss der Laptop an Land bleiben.“

Ich nahm mir seinen Rat zu Herzen und bestieg im November (ohne Laptop, dafür mit einem Mann) ein Aida-Schiff und schipperte eine Woche lang von einer kanarischen Insel zur anderen. Was ich nicht für möglich gehalten hatte: Es gefiel mir unheimlich gut. Auf einem Schiff der Aida-Flotte geht es locker zu, kein Kleiderzwang, kein Captains-Dinner, nichts, was meine Vorurteile bestätigte, die ich heimlich gegen das Kreuzfahren gehegt hatte.

Die Taschenbuchchefin hörte mir interessiert zu, und ich dachte schon, sie mache heimlich Urlaubspläne. Aber dann kam es: „Weißt du was? Im nächsten Buch lässt du Mamma Carlotta eine Kreuzfahrt machen! Das ist doch mal was anderes.“
Darauf tranken wir einen Prosecco und dann noch einen … anschließend stand es fest. Die Schwierigkeiten fielen mir erst am nächsten Tag ein. Mamma Carlotta ist nicht der Typ, der mal eben eine Kreuzfahrt bucht. Aber dieses Problem war schnell ausgeräumt: Sie gewinnt die Reise in einem Preisausschreiben. Doch dann: Wie finde ich einen Kriminalfall, der seine Wurzeln sowohl auf einem Schiff als auch auf Sylt hat? Schließlich sollte das Buch ein Syltkrimi bleiben, und Erik war ja auch nach wie vor auf der Insel. Das war schon schwieriger. Und dann das Problem, das mich bei der Planung fast jedes Syltkrimis beschäftigt: Wie binde ich Tove und Fietje in die Handlung ein?

Ich gebe zu, es hat ein paar Monate gedauert, bis ich die richtige Idee hatte und feststellte, dass sie funktionierte. Ich will nicht sagen, dass danach alles ein Kinderspiel war, aber eine Idee, die wirklich trägt, bringt den Autor nicht mehr in ernste Schwierigkeiten. So war es auch beim „Sonnendeck“. Die beiden Fälle, die in Wirklichkeit ein einziger waren, liefen zunächst problemlos nebeneinander her und ließen sich am Ende ebenso problemlos miteinander verbinden. Es blieb auch genug Platz für Witz und alles, was mamma-carlotta-typisch ist.

Als ich kürzlich wieder in München war und mit meiner Lektorin und der Taschenbuchchefin beim Italiener saß (einem anderen diesmal) habe ich mich noch mal bedankt für die gute Idee, die mir selbst womöglich nicht geommen wäre. Das Schreiben ist nun mal ein einsames Geschäft. Oft sitzt man zu Hause, brütet über einem Problem, für das sich keine Lösung anbahnt … und dann erwähnt man es vor einem Freund, und der macht nur eine kurze Bemerkung, wodurch sich der Knoten im Gehirn löst. Sowas zeigt mir, dass man als Schriftstellerin jede Gelegenheit nutzen muss, um unter Leute zu gehen und sich Anregungen zu holen. Die Geschichten liegen nun mal auf der Straße und nicht unter dem Schreibtisch.

© Wencke Lieber


geschrieben von Gisa Pauly



  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (11. Mai 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492303633
  • ISBN-13: 978-3492303637


Montag, 18. Mai 2015

[Gewinnspiel] Großes Geburtstags-Gewinnspiel - Teil 3



Herzlich Willkommen zur dritten Runde meines großen Geburtstagsgewinnspieles :)

Den ersten Beitrag zu diesem Gewinnspiel findet ihr HIER. Dort könnt ihr auch noch einmal detailliert nachlesen, was in den jeweiligen Paketen enthalten ist. Zur Erinnerung hier nur noch einmal die Fotos:


Paket 2 - Das Belletristikpaket A
Paket 1 - Das Kinder-/Jugendbuchpaket











    Paket 3 - Das Belletristikpaket B
    Paket 4 - Das Hörbuchpaket


       
       
       
       
       
       
       
      Es gilt weiterhin:
    • Im Mai geht jeden Montag ein Beitrag zum großen Geburtstags-Gewinnspiel online.
    • Bei jedem Beitrag könnt ihr euch durch eine kleine Aufgabe ein Los sichern.
    • Ihr könnt mit einem Los teilnehmen oder euch bis zu vier Lose sichern, falls ihr jede Woche mitmacht.
    • Sammelt entweder mehrere Lose für ein Paket oder Lose für verschiedene Pakete.



    Nun geht es zur heutigen Aufgabe:


    Um am heutigen Gewinnspiel teilzunehmen,
    • füllt das folgende Formular vollständig aus,
    • beantwortet diese Frage sowohl im Formular, als auch als Blog-Kommentar:
      Welchen Autor und welchen Schauspieler würdest du zu deiner Geburtstagsfeier gerne einladen?
    • beachtet die untenstehenden Regeln.



    1.) Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung der Eltern.
    2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und anschließend gelöscht.
    3.) Für Teilnehmer aus dem Ausland: Ich versende nur innerhalb Deutschlands, es sei denn, ihr würdet mir das Porto erstatten. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
    4.)  Ich übernehme keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postwege verloren gehen sollte.
    5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


    Einsendeschluss ist der 31.05.2015 - 23.59 Uhr


    Falls ihr noch nicht mitgemacht habt, könnt ihr hier
    die erste Woche und die zweite Woche nachholen.


    Mein Gewinnspiel darf natürlich gerne auf eurem Blog oder bei Twitter / Facebook verbreitet werden. Außerdem freue ich mich sehr, falls ihr meinen Blog als Leser verfolgen würdet :)


    Euch allen viel Erfolg dabei :)


    Sonntag, 17. Mai 2015

    [Gewinner] Winterkartoffelknödel-Fan-Paket von Rita Falk

    Hallo ihr Lieben,

    ich mache es heute ganz schnell und schmerzlos :)

    Das Fanpaket zu


    geht an:

    *Trommelwirbek in*

    Karin F. aus H.

    *Trommelwirbel off*

    Herzlichen Glückwunsch Karin!
    Dein Gewinn geht im Laufe der nächsten Woche an dich raus.


     Für alle anderen gibt es am morgen die dritte Chance für mein großes Geburtstagsgewinnspiel.



    Samstag, 16. Mai 2015

    [In my Mailbox] KW # 20/2015


    Hier meine Neuzugänge aus dieser Woche!

    für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon

    Fulvio, Luca Di - Das Mädchen, das den Himmel berührte
    Koch, Krischan - Thies Detlefsen (01) Rote Grütze mit Schuss
    Clarke, Lucy - Der Sommer, in dem es zu schneien begann
    Lindner, Lilly - Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
    Koch, Krischan - Thies Detlefsen (02) Mordseekrabben
    Spielman, Lori Nelson - Nur einen Horizont entfernt

    Bergmann, Renate - Twitter-Oma (01) Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker




    Freitag, 15. Mai 2015

    [Gastrezension] Henke, Helene - Zoe Lenz (02) Menschenfischer

    Gastrezension von Starbucks


    Bestattungskunst hautnah


    Helene Henke versteht es exzellent, in „Menschenfischer“ dem Leser die wahre Kunst der Herrichtung von Toten zur Bestattung sowie die Herstellung von Totenmasken näher zu bringen. Der eigentliche Kriminalfall scheint dabei zur Nebenhandlung zu werden.



    Zum Inhalt: Zoe Lenz ist Bestatterin mit Leib und Seele. Sie liebt ihren Job, noch mehr liebt sie es allerdings, von den Verstorbenen Totenmasken herzustellen, ob diese von den Angehörigen gewollt sind oder nicht. Tatsächlich beherrscht sie diese Kunst wohl wie keine andere. Der Leser erfährt bald, dass Zoe eine schlimme Vergangenheit hat, die beinahe unglaublich, wenn nicht unglaubwürdig scheint, aber im Dorf und in den Wäldern um das Dorf herum geschehen auch nun wieder schreckliche Dinge, z.B. werden die Leichen zweier Kinder geborgen, die offensichtlich mit einer religiösen Sekte in Verbindung gebracht werden können. Und auch Zoes Praktikantin Alina scheint in die Sache verwickelt zu sein...Zum Glück gibt es da aber noch Leon, der bei der Polizei arbeitet, eine komplizierte Beziehung zu Zoe pflegt und ihr auch manchmal etwas behilflich sein kann, da er ja an der Quelle sitzt...

    Fazit: „Menschenfischer“ von Helene Henke hat mich nicht vollends überzeugen können. Es ist ein guter Krimi, der die Herrichtung der Toten und die Totenmasken in den Vordergrund stellt. Wenn dies der frühere Beruf der Autorin gewesen wäre, so hätte mich dies nicht gewundert, so realitätsnah wird dies dargestellt, ja, ich war mir streckenweise sogar sicher, die Autorin hat dies selbst gelernt – in ihrer Biographie habe ich dies allerdings nicht gefunden. Es ist auch sehr schön, wie pietätvoll und liebevoll Zoe mit den Toten umgeht. Ich habe mich nur gefragt, ob sie einfach ohne die Zustimmung der Angehörigen die Totenmasken fertigen darf. Auch das Kapitel 10, in dem Zoe den alten Mr. Slayer aus England fertig macht, konnte ich nicht in den Handlungzusammenhang einordnen, sodass ich mich fragte, ob hier lediglich die Demonstration von Zoes Fertigkeiten im Vordergrund stehen sollte.

    Zoes Beziehung zu Leon finde ich fraglich; die Personen werden mir dadurch nicht gerade sympathischer. Die beide führen eine Fernbeziehung, wohnen aber gar nicht wirklich weit auseinander. Wären sie sich wichtig, könnten sie sich sicher öfter sehen. Außerdem denke ich Leon hätte doch absolute Schweigepflicht in seinem Beruf und dürfte nicht mit Zoe über die Fälle sprechen. Für die private Hobbyermittlerin, die Zoe ja auch ist und die in Kriminalromanen ja immer sehr beliebt ist, ist es aber durchaus praktisch, so an Informationen zu kommen.

    Der Fall selbst und das Thema ist spannend und hätte noch ausgebaut werden können. Vieles bleibt aber doch unglaubwürdig, z.B. das Handeln der Protagonisten am Schluss. Als dann noch Leon als Polizist allein kommt, verliert das Buch noch mehr an Glaubwürdigkeit.

    So bleibt Helene Henkes „Menschenfischer“ ein guter Kriminalroman mit z.T. sehr spannenden Passagen, z.T. aber auch mit unglaubwürdigen und manchmal überflüssigen Passagen. Die Kunst der Herrichtung der Toten, jedoch, wurde mir sehr viel näher gebracht und hat mich auch überzeugt. So ist es keine Frage, dass das Buch 4 Sterne verdient hat.

    Den ersten Teil um Zoe Lenz, „Totenmaske“, habe ich nicht gelesen, er wird allerdings immer wieder erwähnt, da es ja auch um Zoes Mutter und auch um religiösen Wahn ging. Die Mutter ist ja auch in „Menschenfischer“ mit involviert. Die Geschehnisse selbst hören sich aber so makaber an, dass ich „Totenmaske“ nicht lesen würde. Dem Lesen eines Folgeromans um Zoe Lenz stünde jedoch nichts im Wege.

    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: Droemer TB (14. Januar 2015)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3426304058
    • ISBN-13: 978-3426304051
    • Verlagsgruppe:


    Die bisherigen Bände der Reihe in der Übersicht: