Montag, 26. September 2016

[Rezension] Fischer, Ulrike - Teddybär feiert Weihnachten


Der kleine Teddybär möchte im Winter sooo gerne ein Weihnachtsteddy sein. Dafür geht er raus in den Schnee, füttert die Tiere im Wald, besucht einen Weihnachtsmarkt, bastelt, strickt und macht es sich zuhause gemütlich. Unterwegs sammelt er warme Kleidungsstücke und freut sich am Ende, dass er ein Weihnachtsbär geworden ist.



Das Pappbilderbuch besteht aus sieben Doppelseiten mit je einer großen Illustration. Pro Seite gibt es eine Strophe von vier Zeilen in Reimform und einen Vers, der sich auf jeder Seite wiederfinden lässt. Das Buch ist sehr stabil und besitzt abgerundete Ecken.

Der Inhalt oder die Botschaft des Buches haben sich mir leider nicht wirklich erschlossen. Warum benötigt ein Weihnachtsteddy Mütze, Schal und Co? Dann wäre es vielleicht ein Winterteddy, aber ein Weihnachtsteddy? Würde dieser nicht vielleicht eher einen Baum, Geschenke oder Plätzchen brauchen? Die Verbindung sehe ich einfach nicht und daher ist für mich der Inhalt leider nicht wirklich stimmig.

Die Illustrationen sind recht simpel gehalten. Auf knalligen Farben, Glitzer oder Ähnliches wurde verzichtet. Wem der Stil des Covers gefällt, der wird auch die Bilder im Inneren des Buches mögen.

Das Buch hat übrigens den Vermerk "Natürlich magellan", das steht dafür, dass das Buch in Deutschland hergestellt und auf FSC®-Papier gedruckt wurde. Die Farben sind auf Pflanzenölbasis, es wurde lösungsmittelfreier Klebstoff verwendet und Lacke nur auf Wasserbasis. Dieses finde ich sehr, sehr positiv!

Fazit: Mir gefallen der "Natürlich"-Gedanke, die Stabilität des Buches und die abgerundeten Ecken sehr gut. Inhaltlich war es leider nicht ganz mein Fall, da es für mein Empfinden keine Botschaft vermittelt und die Handlung auf den Seiten nichts mit dem eigentlich Ziel (ein Weihnachtsteddy zu sein) zu tun hat.

  • Gebundene Ausgabe: 16 Seiten
  • Verlag: Magellan (26. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734815223
  • ISBN-13: 978-3734815225
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 24 Monate - 4 Jahre


Sonntag, 25. September 2016

[In my Mailbox] KW # 38/2016


Hier meine Neuzugänge aus dieser Woche!

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon

Rhue, Morton - Dschihad Online
Wells, Dan - Bluescreen
Kabasci, Kirstin - Reise Know-How CityTrip Dubai




Samstag, 24. September 2016

[Rezension] Peetz, Monika - Ausgerechnet wir

Tom ist ein 29jähriger, recht erfolgloser Unternehmensberater. Der sympathische Zahlennerd möchte sein Leben nun gerne ändern. Er versucht neue Kunden zu gewinnen und meldet sich in einem Datingportal an. Dieses ist natürlich algorithmusgetrieben und beruht auf Mathematik, was Tom vertrauenswürdig erscheint. Zunächst entwickelt sich auch alles recht positiv, Tom ergattert einen Job in einer Bäckerei und schreibt mit Julia H., mit der er eine 94% Übereinstimmung im Datingportal hat. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Beim ersten Date taucht gar nicht Lisa auf, sondern ihre Mutter, die für ihre Tochter einen Mann sucht. Lisa hingegen trifft er in der Bäckerei, da sie sich auf den gleichen Job beworben hat und die beiden somit von nun an Konkurrenten sind das Chaos in Toms Leben geht weiter.

Die Inhaltsbeschreibung hatte mich sehr neugierig gemacht. Ich mag (Zahlen-) Nerds und auch deren suche nach einer Beziehung. Dazu habe ich schon tolle, humorvolle Romane gelesen. Leider hat mich dieser Roman überhaupt nicht packen können. Ich kann nicht sagen, dass er schlecht ist, aber mir war er teilweise zu langatmig, der Humor hat scheinbar meinen Geschmack nicht getroffen, da ich kaum Schmunzeln konnte, und dadurch erschien mir das Ganze auch eher als langweilig. Hinzu kommt, dass der Part des Datings gar nicht im Vordergrund steht, es geht sehr viel um die Unternehmensberatung und irgendwie fehlte dem Schreibstil die Emotionen. Somit konnte er mich nicht berühren.

Leider konnte es auch Jacob Weigert nicht herausreißen. Er ist einer der wenigen Hörbuchsprecher, die ich mit Namen kenne, da er mich mit einer anderen Hörbuch-Trilogier absolut überzeugen konnte. Aber auch er konnte den Roman für mich nicht interessanter machen.

Fazit: Ein Roman, von dem ich mir viel mehr oder vielleicht auch einfach etwas anderes erwartet habe. Leider konnte mich die Geschichte weder berühren noch fesseln, da sie mir zu emotionslos und streckenweise zu langatmig erschien. Daher verbleiben nur 2,5 Sterne.

  • Audio CD
  • Verlag: Hörbuch Hamburg; Auflage: 1 (9. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 395713062X
  • ISBN-13: 978-3957130624
  • Verlag:


Freitag, 23. September 2016

[Stefanies Rezension] Peuckert/Nasr/Ahrem - Papa, Kevin hat gesagt...

Gastrezension von Stefanie


Lustig, lehrreich, oder?

Ich habe das Hörbuch von „Papa, Kevin hat gesagt..“ vom DAV (der Audio-Verlag) gehört. Das Hörbuch ist eigentlich ein Hörspiel mit zwei Sprechern, was der Aufnahme mehr Lebendigkeit gibt. Ich muss allerdings sagen, dass ich mir vom Inhalt ein wenig mehr versprochen habe.


Zum Inhalt. Die kleine Greta kommt bald aufs Gymnasium, aber in der Grundschule ist sie natürlich noch von vielen Schülern umgeben, die später wohl einen anderen Werdegang einschlagen werden. Ihr Freund Kevin kommt wohl fast jeden Tag in die Schule mit einer anderen Weisheit, die sein Vater gesagt hat und die er dann zum Besten gibt. Dabei geht es meist um ganz aktuelle Themen wie Vegetarismus, schnelle Autos, die Mentalität der Griechen, Hartz IV oder Monogamie. Mit ihrem Vater diskutiert Greta dann, was Kevins Vater behauptet hat. Dabei ist das Hörspiel in themengebundene Kapitel unterteilt, die alle nach dem gleichen Schema ablaufen: Gretas Vater macht deutlich, dass er sich für etwas Besseres hält als Kevins Vater, dass in seiner Familie alles immer korrekt beim Namen genannt wird und dass sie überhaupt eine durchweg korrekte Familie sind. Am Ende der kurzen Diskussion führt er seine (korrekte) Meinung nach geschickten Nachfragen von Greta immer selbst ad absurdum.

Hörspiel: Hier kann man durch das Rollenspiel von Greta und ihrem Vater sehr gut zuhören; die Sprecher sind beide fantastisch, auch die kleine Greta. Generell gefallen mir Rollenspiele immer noch besser als Hörbücher. Die Rollen sind super besetzt, es macht Spaß zuzuhören, und durch die kurzen Kapitel (jeweils mit Themenüberschrift) kann man auch schnell noch einmal zurück gehen, wenn man etwas nicht mitbekommen hat.

Inhalt: Der Inhalt war anfangs so belehrend, dass ich ihn gar nicht lustig finden konnte. Papa ist stets dabei, Greta zu korrigieren (nutzt aber selbst auch Ausdrücke, die man so gar nicht sagen darf). Nach ein paar Kapiteln kann man dann mehr schmunzeln, wenn man das Schema durchschaut hat. Nur: Einige Kapitel entbehren jeden Humors, und der Inhalt wiederholt sich durch das gleiche Schema auch. Die Themenauswahl hat mir aber gut gefallen.

Insgesamt steckt in den Inhalten schon viel Wahrheit, z.B. wenn Papa deutlich macht, dass er Kevins Vater für einen Proll hält, dazu aber sagt: „Wir sagen das nicht, wir denken das nur.“, und wenn deutlich wird, dass Leute, die immer korrekt und etwas Besseres sein wollen, auch nur Menschen sind, die gern auf der Autobahn rasen, eine Affäre haben, rauchen (aber eben nur manchmal) und auf andere herabschauen.

Fazit: Ich bin über den Inhalt des Hörspiels geteilter Meinung, konnte manchmal schmunzeln, manchmal aber auch nicht. Dennoch ist das Zuhören amüsant für zwischendurch; das Hörspiel selbst ist exzellent vom DAV bearbeitet. Damit kann ich etwa 3,5 Sterne vergeben.

  • Audio: 1 CD - ca. 1h 15 min
  • Verlag: Der Audio Verlag (22. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862318869
  • ISBN-13: 978-3862318865
  • Verlag:




[Die Story hinter dem Buch] Hanel, Julia - Liebe, Zimt und Zucker


heute:



Hanel, Julia - Liebe, Zimt und Zucker

 



Ich habe einen USB-Stick zu Hause. Er ist grün und viel zu klein. Deswegen verliere ich ihn ständig. Wobei „verlieren“ ein bisschen übertrieben ist. Ich verlege ihn eher permanent. Manchmal landet er nur auf dem Schreibtisch meines Mannes, manchmal auf meinem Nachttisch, im Wohnzimmer, zwischen Unterlagen oder in meiner Handtasche. Er ist jedenfalls nie dort, wo er hingehört. Ist aber nicht so schlimm, weil ich ihn sowieso immer wieder finde. Dachte ich. Bis zu jenem Abend (Das klingt jetzt unbeabsichtigt ein bisschen wie der Beginn einer schlechten Gruselgeschichte).


An diesem Abend habe ich ihn jedenfalls nicht gefunden und nach zwei Stunden Bücher aus dem Regal werfen und Schubladen ausleeren einen Anflug von vollkommen überzogener Panik bekommen. Wahrscheinlich weil mir zum ersten Mal klar wurde, dass mein USB-Stick ziemlich viel über mich verrät – nicht nur mir, sondern jedem, der ihn finden würde. Ich habe darauf ein ganz schönes Stück Leben abgespeichert. Meine Manuskripte zum Beispiel, Urlaubsfotos, meine digitale Bewerbungsmappe, eine Powerpoint zu Omas 75. Geburtstag, alte Hausarbeiten, Scans meiner Heiratsurkunde, ein paar Songs, die ich gut finde.

Nachdem ich fest davon überzeugt war, meinen Stick nie wieder zu finden, habe ich mir also vorgestellt, wie irgendwo auf der Welt (o.k., ein bisschen übertrieben) irgendjemand vor seinem Laptop sitzt und neugierig meine Daten durchforstet. Und ich muss nicht erwähnen, dass dieser jemand in meiner Vorstellung nicht so attraktiv und charmant wie Julian war. Ich habe mich gefragt, was dieser jemand wohl über mich denken würde, wenn er meine Manuskripte findet (und vielleicht klaut und unter seinem Namen veröffentlicht?!), wenn er sich meine Urlaubsbilder ansieht (jugendfrei, aber trotzdem), wenn er in mein Leben eintaucht und sich ein Bild macht von dieser blonden Frau, die er nicht kennt. Die gerne Landschaften fotografiert, Coldplay hört, 20 Seiten Hausarbeit über Thomas Manns Novellen geschrieben hat.


Natürlich habe ich den Stick an diesem Abend noch gefunden – auf dem Fensterbrett unseres Badezimmers (Wo sollte er auch sonst sein?). Die Gedanken sind trotzdem in meinem Kopf hängengeblieben und haben sich weiterentwickelt. Haben Marit und Julian entstehen lassen, zwei Menschen, die sich durch einen kleinen USB-Stick kennenlernen, der in einem Coffeeshop liegen bleibt. Das wäre gar nicht mehr zeitgemäß, hat heute mein Chef scherzend kritisiert. Jeder hätte heutzutage eine Cloud, in der er Dinge abspeichert, keine USB-Sticks mehr. Aber genau in diesem Moment liegt das kleine grüne Ding neben mir auf dem Schreibtisch, dort, wo ich es sehen kann. Wo es nicht verlorengeht. Und es so viel schöner als eine Cloud. So viel konkreter. So viel grüner. Und so viel inspirierender.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen!

geschrieben von
Julia Hanel


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (9. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548287883
  • ISBN-13: 978-3548287881






Donnerstag, 22. September 2016

[Das Autoren 1x1] Kyra Dittmann

 proudly presents:



Kyra Dittmann


© Jurate Jablonskyte


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Autorenwelt
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1. Seit wann schreibst du?
Ich habe im Sommer 2009 mit dem Schreiben angefangen. Nachdem die Abteilung in dem Baustoffhandel, in dem ich gearbeitet hatte, wegrationalisiert wurde, erhielt ich die Kündigung. Statt traurig oder ärgerlich zu sein, war ich erleichtert. Ich habe mich Zuhause an den PC gesetzt und angefangen zu schreiben.

2. Warum ist „Autor“ für dich der beste Beruf der Welt?
Ich liebe diesen Beruf! Allerdings könnte ich auch ohne die Reitkurse, die ich gebe nicht leben. Ursprünglich habe ich Schreinerin gelernt und mir steckt definitiv auch die Handwerkerin im Blut, allerdings beschränke ich diese Leidenschaft jetzt auf Umbau- und Renovierungsarbeiten Zuhause.
Die Mischung macht für mich die perfekte Berufswahl aus.

3. Beschreibe dein Buch / eins deiner Bücher in weniger als zehn Worten und verrate, auf welchen Titel sich die Beschreibung bezieht.
Es juckt mich in den Fingern über mein neues Buch zu schreiben, aber das darf ich natürlich nicht – alles noch streng geheim ;-)
In „Narrando“ geht es um: Eine Liebesgeschichte á la Romeo und Julia in einer zerstörten Welt. (Okay, es sind elf Worte ;-) )

4. Wo schreibst du am Liebsten bzw. hast du besondere „Rituale“ beim Schreiben?
Ich habe ein winzig kleines Arbeitszimmer mit riesigen Plotwänden, das ich sehr liebe. Manchmal schreibe ich aber auch in der Küche, auf dem Sofa, im Garten, im Zug … Es gibt kaum einen Ort, an dem das nicht geht.

5. Hast du einen Tipp für zukünftige Autoren?
Ja, nur einen: Durchhalten!



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Private Welt
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6. Was ist deine Lieblingsfarbe?
Schwarz! Auch wenn es korrekterweise keine Farbe ist ;-)
Schwarz ist so wahnsinnig geheimnisvoll.
Ich mag allerdings auch braun, grün und rot.

7. Was war als Kind dein Traumberuf?
Ich wollte eine Zeit lang gerne Tierärztin werden.

8. Was ist dein Lieblingsessen?
Oh, je, ich esse sehr viel sehr gerne. Fisch, Pasta, Pfannkuchen … Ich fürchte, wenn ich jetzt weitermache bekomme ich Hunger.

9. Welches Genre liest du selbst am Liebsten?
Jugendbücher. Deshalb schreibe ich auch in diesem Genre.

10. Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?
Ich bin tatsächlich jemand, der theoretisch wunschlos glücklich ist. Aber ich finde es sehr wichtig, dass man Träume und Ziele hat. Da sich gerade einer meiner großen Wünsche erfüllt hat, bleibt noch das Reisen. Ich reise wahnsinnig gerne und möchte noch viel von der Welt sehen. 


Diese Bücher von Kyra Dittmann könnten z.B. in eurem Bücherregal stehen:



Vielen Dank Kyra, dass du beim "Autoren 1x1" teilgenommen hast :)


Mittwoch, 21. September 2016

[Rezension] Moser, Annette & Grimm, Sandra - So schön ist Weihnachten!

Dieses Sammelband beinhaltet drei weihnachtliche Geschichten sowie einige Gedichte und die gängigsten Lieder inkl. Noten (z.B. Kling, Glöckchen, klingeling oder Lasst uns froh und munter sein). Es eignet sich als Vorlesebuch für Kinder ab zwei Jahren und ist als stabiles Hardcover erschienen, welches sich beinahe „gepolstert“ anfühlt. Es ist durchgängig farbig illustriert. Die Bilder stammen von Marina Krämer und sind modern, farbenfroh, aber nicht aufdringlich.


Folgende Geschichten sind Bestandteil des Buches: 
In „Die kleine Prinzessin feiert Weihnachten“ will Prinzessin Lucia unbedingt eine Weihnachtsprinzessin werden. Daher dekoriert sie alles, backt und verschenkt ihre selbstgebastelten Geschenke, was den Weihnachtsmann sehr erfreut.
Die schönste Weihnachtsüberraschung“ erlebt Moritz. Er malt seinen Wunschzettel, schickt ihn an seine Oma und wartet sehnsüchtig auf ihr Paket, doch seine Oma hat eine ganz besondere Überraschung für ihr parat.
Die kleine Elfe und der Weihnachtszauber“ verzaubern Maxi, denn die Elfe kann dafür sorgen, dass alles wunderschön weihnachtlich glitzert.

Ich habe alle drei Geschichten, die absolut kindgerecht sind, sehr gerne gelesen. Mir hat zwar irgendwie das I-Tüpfelchen gefehlt, aber das kann auch nur daran gelegen haben, dass ich kurz zuvor ein Weihnachtsbuch für Kleinkinder gelesen haben, in dem jede Seite mit Glitzerlack dekoriert war und das hat mir persönlich sehr gefallen, so dass ich es auch gerne in diesem Buch gesehen hätte. Ich habe ansonsten aber nichts zu bemängeln und deshalb erhält das Buch trotzdem fünf Sterne von mir.

Fazit: Eine tolle Mischung: Drei weihnachtliche, wirklich schöne Geschichten und zahlreiche Lieder, die jeder Erwachsene kennt und jedes Kind kennenlernen sollte, bilden ein tolles Gesamtpaket, mit dem man Kindern die Adventszeit versüßen kann.


  • Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
  • Verlag: Loewe (19. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785583613
  • ISBN-13: 978-3785583616
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 24 Monate - 4 Jahre
  • Verlag:

Dienstag, 20. September 2016

[Die Story hinter dem Buch] Carin Müller - Tage zwischen Ebbe und Flut


heute:



Carin Müller - Tage zwischen Ebbe und Flut

 




"Tage zwischen Ebbe und Flut" ist mir aus zwei Gründen besonders wichtig. Zum einen schlägt der Roman die Brücke zu meinem bisherigen absoluten Herzensprojekt "Gefühlte Wahrheit", ohne jedoch eine Fortsetzung zu sein, zum anderen erzählt er die bislang persönlichste Geschichte von mir. Auch wenn der Plot komplett frei erfunden ist, das zentrale Thema Alzheimer ist mir leider sehr vertraut, da mein Vater vor sechs Jahren mit dieser grauenvollen Krankheit diagnostiziert wurde. Mir war wichtig, das Thema aus der Betroffenheitsecke herauszuholen und es auf meine ganz eigene Art zu beleuchten.

Alzheimer ist schrecklich. Der Mensch verliert sich selbst, Stück für Stück und unwiederbringlich. Das ist für die Betroffenen ein extrem schmerzhafter psychischer Prozess – aber auch für Angehörige und Freunde eine Herausforderung, die manchmal weit über das Erträgliche hinausgeht. Dazu kommt die Tatsache, dass Demenz nach wie vor gesellschaftlich stigmatisiert wird, was insofern erstaunlich ist, dass doch praktisch jeder von uns im engeren oder weiterem Umfeld mindestens einen Alzheimer-Fall hat. Es ist eine Volkserkrankung, die viele betrifft, die aber am liebsten ängstlich totgeschwiegen wird. Als würde Ignoranz vor Demenz schützen. Schön wär’s, oder?

Menschen mit Alzheimer verändern sich. Viele verändern sich sogar dramatisch und es ist tatsächlich nicht besonders angenehm, damit konfrontiert zu sein. Ihr Verhalten überfordert unseren "normalen" Geist und triggert unseren Fluchtreflex. Dabei vergessen wir (man beachte das Wortspiel!), dass ein Alzheimer-Patient nach wie vor vor allem eines ist: ein Mensch!

Ein Mensch mit Bedürfnissen. Und auch wenn der intellektuelle Austausch immer schwieriger wird, emotional funktioniert es lange noch sehr gut. In manchen Fällen sogar besser als zu gesunden Zeiten. Also sollten wir unseren Mitmenschen neben Respekt vor allem mit Gefühl begegnen. Eine Umarmung, ein Händedruck, ein einvernehmlich schweigsamer gemeinsamer Spaziergang – diese kleinen Dinge sind so viel wert und verhindern (oder mildern) die Isolation, in die viele Patienten rutschen.

Ich würde mir wünschen, dass man offen über Alzheimer spricht. Dass sich auch die engsten Angehörigen trauen, schon früh Hilfe zu suchen. Warum scheuen sich so viele auszusprechen, dass ein Elternteil oder der Partner erkrankt ist? Ein offener Umgang hat – zumindest meiner Erfahrung nach – nur Vorteile: Das Umfeld wird zu Komplizen. Denn erstaunlicherweise können die meisten Menschen eben doch recht gut damit umgehen, wenn sie hören: »Wundern Sie sich bitte nicht, wenn mein Mann manchmal seltsam reagiert. Er meint das nicht böse, er hat Alzheimer.« So eine Aussage nimmt allen Beteiligten den Druck.

Ich wünsche meinen Lesern, dass sie nie persönlich mit Alzheimer konfrontiert werden, doch ziemlich sicher wird es etliche erwischen. Wäre es dann nicht schön, ein verständnis- und liebevolles Umfeld zu haben?

Trotz allem ist mein Roman keine traurige Geschichte – ganz im Gegenteil! Die Reise von Felix und seinen Frauen ist eine durch und durch humorvolle Angelegenheit, mit einigen berührenden und nachdenklichen Momenten.

Hier der Klappentext:
Felix ist 70 Jahre alt. Er spricht aus, was niemand zu sagen wagt, und tut, was sonst niemand tun würde. Seine Erinnerungen sind wie Wellen in seinem Kopf, wogend, nicht festzuhalten. Denn Felix hat Alzheimer.
Um ihm einen Herzenswunsch zu erfüllen, machen seine Ehefrau Ellen, seine Tochter Judith und seine Enkelin Fabienne mit ihm eine Kreuzfahrt. Doch während Felix die Reise als wunderbares Abenteuer erlebt, wird für die drei Frauen die Seereise zu einer Seelenreise durch schwere Gewässer, aber mit Kurs auf sonnige Gefilde.

Mein Verlag Droemer Knaur schreibt dazu: 
In ihrem ebenso warmherzigen wie humorvoll überspitzten Roman "Tage zwischen Ebbe und Flut" zeigt die Journalistin Carin Müller eine Familie im emotionalen Ausnahmezustand. Basierend auf eigenen Erfahrungen lässt die Autorin ihre liebevoll gezeichneten Charaktere, allen voran den an Alzheimer erkrankten Felix sowie seine Ehefrau, seine Tochter und seine Enkelin, auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt aufeinanderprallen. So entsteht ein bewegender, dabei sehr ehrlicher und oftmals herrlich komischer Reise- und Familienroman über eine der Volkskrankheiten unserer Zeit, wie man damit lebt, was sie mit sich bringt - an Verlusten, aber auch neuen Erfahrungen und Chancen. Quelle: Droemer Knaur

Noch ein paar Facts zu mir und meinen Büchern:
In meinen offiziellen Autorenprofilen steht: "Carin Müller schreibt seit man es ihr 1978 in der ersten Klasse beigebracht hat." Geschichten erfinde ich aber schon länger – es hat mir einfach immer Spaß gemacht, mir tolle Dinge auszudenken. Wenn man es so betrachtet, blicke ich inzwischen auf eine fast 30-jährige Autorenkarriere zurück. Dafür ist der Output von bislang sechzehn veröffentlichten Titeln zugegebenermaßen eher dürftig, das schaffen andere Kollegen in einem Bruchteil der Zeit. Doch auch ich selbst habe in den letzten zwei Jahren deutlich mehr Gas gegeben, als vorher.

© Inès Pietz Photography

Meine Brötchen und das Futter meines Hundes verdiene ich allerdings schon seit 1999 mit Schreiben – vorwiegend als freiberufliche Journalistin und Texterin. 2016 habe ich den, für mich sehr mutigen, Schritt gewagt, mich (fast) ausschließlich auf das belletristische Schreiben zu konzentrieren. Immerhin springt dabei gelegentlich für Terrier Toni ein saftiger Knochen raus und für Frauchen eine Kugel Eis. Ich werde also weitermachen!

© Carin Müller

Wenn ich mal Pause von meinen Protagonisten brauche, aber trotzdem schreiben möchte, dann pflege ich meine beiden Blogs. Auf www.11spielerfrauen.de geht’s um Fußball – und das schon seit 2010. Unter dem Titel "Einsichten aus dem Kiosk" blogge ich auf www.carinmueller.de über alles andere: Problemzonen, Reisen, Hunde, Männer und das Autorendasein – wobei es dabei häufig erschütternde Überschneidungen gibt.

Außer Lesen, Schreiben, Fußball, meinen Hund und meinen Mann (die Rangfolge ändert sich laufend), liebe ich vor allem das Reisen – idealerweise ans oder aufs Meer. Wenig hat für mich eine derart beruhigende Wirkung wie Wellen. Und inspirierend ist so ein Ozean allemal. Zwei meiner Romane ("Gefühlte Wahrheit" und "Tage zwischen Ebbe und Flut") spielen auf dem fiktiven Segelkreuzfahrtschiff Flying Cloud.

© Carin Müller

Anfang 2015 habe ich mir übrigens noch ein Pseudonym zugelegt. Als Charlotte Taylor mache ich Ausflüge in Richtung horizontaler Literatur. Dabei wollte ich zunächst lediglich mal ausprobieren, ob ich "Erotik kann", denn bis dahin habe ich immer diskret abgeblendet, wenn sich die Helden näherkamen. Was soll ich sagen? Es ist herausfordernd, aber machbar. Und die "Hot Chocolate"-Serie erfreut sich so großer Beliebtheit, dass es wohl noch ein Weilchen weitergehen wird.

geschrieben von
Carin Müller


  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426519739
  • ISBN-13: 978-3426519738