Sonntag, 2. Januar 2011

[Rezension] Blanca Busquets - Die Woll-Lust der Maria Dolors

Mein erstes gelesenes Buch im Jahr 2011.

Diesen Roman habe ich in 2010 bei vorablesen gewonnen. Ich hatte mich auf das Buch "Die Woll-Lust der Maria Dolors" von Blanca Busquets sehr gefreut. Die Leseprobe versprach ein Buch über eine 85-jährige Ich-Erzählerin namens Dolors, die nach einem Schlanganfall nicht mehr sprechen kann und bei ihrer Tochter einzieht. Fast die ganze Familie hält sie für taub und denkt, dass "Oma" nichts mehr mitbekommt. Genau das Gegenteil ist natürlich der Fall. Dolors kann zwar nicht mehr reden, bekommt dafür aber umso mehr mir und deckt damit einige Geheimnisse ihrer Familie auf.

Die Grundidee gefiel mir wirklich gut, die Umsetzung aber leider gar nicht. Das Buch hat lediglich 280 Seiten auf denen Blanca Busquets alle Themen, die es wert sind geheim gehalten zu werden, reinpresst. Ich habe wirklich das Gefühl die Autorin hat eine Liste aller Charaktere erstellt und eine mit möglichen Geheimnissen und dann einfach zusortiert. Man kommt sich bei dem Buch vor wie in der Wisteria Lane bei Desperate Housewives, nur dass eine ganze Staffel hier auf 280 komprimiert wurde. So schafft die Autorin es, in diesem kurzen Buch folgende Themen anzusprechen: Homosexualität, Magersucht, Untreue, erste Liebe, Sex, sexuelle Nötigung, Mord, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Sex mit Minderjährigen, Genitalpiercing, Kinderpornographie im Internet usw.
Für mich wirkt es einfach gezwungen und übertrieben, eine Aneinandereihung von aktuellen Themen.

Ein weitere Punkt, der mir nicht gefällt ist die Art und Weise des Schreibens. Dolors ist die Ich-Erzählerin, deshalb wird natürlich aus ihrer Sicht erzählt. Allerdings springt Dolors ständig in ihren Gedanken. Ein Absatz gilt der Vergangenheit, der nächste dem Stricken, der übernächste ist wieder Vergangenheit ... Man muss bei jedem neuen Absatz immer erst mal schauen, worauf er sich bezieht. Das klappt zwar schnell, da die Autorin immer Hinweise gibt, aber alle 5 Zeilen in der Zeit und im Thema zu springen ist einfach anstrengend und liest sich meines Erachtens nicht sehr gut.

Der Titel selbst hat mich gar nicht gereizt, aber das Cover ist ganz gut geworden, da ich die Schriftart sehr mag und der Aufdruck hervorgehoben (also fühlbar) ist. Ansonsten war das Buch für mich aber eine Enttäuschung und ich musste mich wirklich zwingen es zu Ende zu lesen.
  • Taschenbuch: 280 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423248165

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