Sonntag, 23. Januar 2011

[Rezension] Edith Beleites - Graf Dracula: Mein Tagebuch

Edith Beleites - Graf Dracula: Mein Tagebuch

Die Buchvorstellung aus Sicht des Grafen:
Hallo! Mein Name ist Graf Dracula. Ich bin ein weltberühmter Vampir, untot und übermensch- lich. Ich lebe in einem großen Schloss in Trans- sylvanien, habe Zweitwohnsitze in Hollywood und London und drei unbeschreibliche Bräute. Mit meinem Tagebuch will ich endlich die Wahrheit erzählen, denn Bram Stoker und andere Schmierfinken haben meinen Ruf versaut und Mil- lionen mit ihren Lügen verdient. Seid ihr bereit für die blutige, ungeschminkte Wahrheit über mich?
Graf Dracula

Meine Buchvorstellung:
So könnte die Buchvorstellung durch den Grafen selbst klingen, die angekündigte Wahrheit hingegen sieht  jedoch etwas anders aus. Zunächst einmal stammen scheinbar nicht alle Geschichten über Vampire aus  Gerüchten von Autoren, wie Stoker. Graf Dracula erfüllt zumindest einige der Klischees: Er liebt Blut, kann sich in eine Fledermaus verwandeln, hat einen Zähltick, liebt das Dunkle und hasst das Sonnenlicht, kann durch einen Pflock umgebracht werden und verabscheut Knoblauch. Wenn das nicht nach einem Prototyp von Vampir klingt, dann weiß ich auch nicht.
Des Weiteren möchte sich Graf Dracula von den Sterblichen, den Menschen, abgrenzen, da er sich für etwas Besseres hält. Liest man aber sein Tagebuch, scheint er ziemlich menschlich geworden zu sein. Zumindest muss er sich mit den selben Alltagsproblemen herumschlagen, wie unsereins: Seine Frauen nerven ihn oft, seine Mutter kommandiert ihn herum, er langweilt sich, hofft erfolglos darauf etwas Tolles zu erfinden (z.B. Chill-out Särge) oder eine grandiose Geschäftsidee zu erhalten, versucht in einem 13-Schritte-Programm dem Blutdurst zu entkommen (inkl. Selbsthilfegruppe), hasst den Zahnarzt, muss Rechnungen bezahlen, usw. Ich bin daher nicht sicher, ob Graf Dracula mit seinem Tagebuch sein Ziel erreichen konnte, aber lest selbst.
Claudia

Das Tagebuch ist als kleines schwarzes Hardcover erschienen, mit roter Schrift, tollem Muster und rotem Lesebändchen. Optisch also sehr gelungen! Auf der Rückseite wird "ein Tagebuch, das wirklich Biss hat" angekündigt. Dieses Wortsspiel gefällt mir ebenfalls und hat mich Schmunzeln lassen. Die Einträge im Tagebuch sind in einer Schriftart, die an Handschrift angelehnt ist, gedruckt. Diese lässt sich gut lesen und verleiht einem noch eher das Gefühl, dass es sich um ein Tagebuch handelt. Des Weiteren hat Graf Dracula seine Notizen mit Fotos, Visitenkarten, Illustrationen, Listen und sonstigen Dokumenten bereichert. Unterhaltend fand ich die Rückschlüsse auf andere Vampire (z.B. van Helsing) und seinen Stammbaum, der nicht nur die Familie Cullen (Twilight) beinhaltet, sondern auch Elvis, Miss Marple und andere bekannte Persönlichkeiten.

Fazit:
Das Tagebuch ist gut für ein unterhaltsames, kurzweiliges Lesevergnügen.  Allerdings kann ich mir bei dem Buch auch gut vorstellen, dass es vielleicht einmal jemand einfach nur "langweilig" findet. Der Leser muss Vampire mögen, am Besten auch ein kleines Wissen darüber haben, um einige Anspielungen zu verstehen, und man muss von Anfang an humorvoll an das Buch heran gehen, dann hat es wirklich witzige Momente. Der Schreibstil ist einfach gehalten und der Inhalt flüssig geschrieben, die Illustrationen und die Aufmachung sind klasse. Ich hätte dem Buch 3,5 Sterne gegeben, da ich aber nur ganze Sterne vergebe, habe ich mich nach einigem Überlegen für 3 Sterne entschieden.

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: Vierfarbig illustriert, mit Lesebändchen (Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821866063
  • ISBN-13: 978-3821866062

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz ♥-lich beim Eichborn Verlag.



1 Kommentar:

  1. Ich mag Vampire- Zauberer- Hexen- ... Geschichten nicht, weshalb ich mir das Buch sicher nicht kaufen werde.
    Deine Rezi jedoch finde ich erfrischend, informativ und ehrlich.

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