Donnerstag, 20. Januar 2011

Vorgeschmack auf Anne Hertz

Hallo Ihr Lieben!

Bald werde ich etwas von Anne Hertz lesen und dann natürlich auch eine Rezension schreiben. Zum Einstimmen habe ich hier ein tolles Interview von den beiden Schwestern für euch. Viel Spaß beim Lesen und besonders auf den letzten Satz achten :)





»Frauke ist etwas sachlicher und Wiebke romantischer.«
Anne Hertz im Interview

Liebe Wiebke, liebe Frauke – jedes Jahr ein neuer Bestseller, und immer noch gehen euch nicht die Ideen aus. Was hat euch zu eurem neuen Roman Sahnehäubchen inspiriert?
Wiebke Lorenz: Ich habe für eine Reportage einen selbsternannten Verführungskünstler interviewt und ihn dabei eine Nacht lang auf der Reeperbahn begleitet. Das Ergebnis war eher ernüchternd – Gottes Geschenk an die Frauen hatte ich mir eindeutig anders vorgestellt.
Frauke Scheunemann: Die Idee, dass so ein Mega-Macho denkt, er könne anderen Männern zeigen, wie »es« geht, fanden wir dann aber doch beide so lustig, dass die Idee zu Sahnehäubchen geboren wurde.

Hand aufs Herz – können Machos nicht auch ein bisschen sexy sein?
Frauke Scheunemann: Auf jeden Fall! (lacht) Ein Mann, der im Brustton der Überzeugung behauptet, er wisse genau, wo es lang geht, ist schon sehr anziehend. Frau darf sich nur nicht wundern, wenn sie nachher nicht in Paris, sondern in Peine landet.
Wiebke Lorenz: Wo es aber auch sehr schön ist. (lacht)

Wie wehrt man sich am besten gegen die Anmache eines Mega-Machos?
Frauke Scheunemann: Ach, die sind ja mittlerweile so selten geworden, dass der WWF sie schon auf die Liste der bedrohten Tierarten gesetzt hat und sie nicht mehr abgeschossen werden dürfen. Insofern: Ruhe bewahren, lächeln – und den Typen so lange die Getränke bezahlen lassen, bis er pleite ist.

In vielen Romanen, die von Frauen für Frauen geschrieben werden, ist eine Singlefrau auf der Suche nach Mr.Right. In euren Büchern ist das anders. Warum?
Wiebke Lorenz: Vielleicht sind wir zu phantasielos – denn die klassische Konstellation »boy meets girl, happy end« würde bei uns höchstens 43 Seiten füllen. Da wir aber einen cholerischen Lektor haben, der auf einem vollständigen Buch besteht, sind wir gezwungen, uns noch ein paar mehr Gedanken zu machen – nämlich über Männer, Frauen und das Leben an sich.
Frauke Scheunemann: Außerdem finden wir es selbst auch viel spannender, über Frauen zu lesen, die eben nicht mit dem erstbesten Traummann glücklich werden, sondern erst einmal mit sich selbst. Und die sich, um das Beispiel von eben noch einmal zu bemühen, die Fahrkarte nach Paris selbst kaufen.

In Sahnehäubchen geht es auch sehr stark um Ehrlichkeit – wolltet ihr bewusst darüber schreiben, oder hat sich das aus der Personenkonstellation heraus entwickelt?
Frauke Scheunemann: Beides. Tatsächlich überlegen wir zu Beginn eines neuen Romans, ob es neben der eigentlichen Handlung ein »großes« Thema gibt, mit dem wir uns gerne beschäftigen würden. Das war in diesem Fall tatsächlich Ehrlichkeit. Und dann sorgen natürlich die handelnden Personen dafür, dass das Thema mit Leben gefüllt wird. So lief das auch bei Sahnehäubchen: Ein Typ, der von sich sagt, dass er jede Frau in die Kiste kriegt – da liegt die Frage nach seinen ehrlichen Absichten schon nahe, oder?

Wer euch kennenlernt, der merkt schnell, dass ihr bei aller schwesterlicher Verbundenheit zwei sehr unterschiedliche Charaktere seid. Wie lasst ihr das in eure Romanfiguren einfließen?
Wiebke Lorenz: Frauke ist vom Typ her tatsächlich eher etwas sachlicher …
Frauke Scheunemann: … und Wiebke romantischer. Das ist natürlich praktisch, wenn wir unsere Romanfiguren entwickeln, denn wir können uns unterschiedlich in sie »hineindenken«.
Wiebke Lorenz: Es gibt viele Situationen, in denen Frauke sich beispielsweise komplett anders verhalten würde als ich – und genau so ist es eben auch mit den Charakteren in unseren Büchern, die wollen und sollen ja auch nicht alle gleich denken und handeln.

Inzwischen seid ihr neben den Anne-Hertz-Romanen auch mit »Soloprojekten« erfolgreich – Frauke mit Dackelblick und Wiebke mit einem psychologischen Thriller, Allerliebste Schwester. Was gefällt euch daran, diese Bücher zu schreiben – und in wieweit vermisst ihr dabei eure Schreibpartnerin?
Wiebke Lorenz: Ich habe schon vor Anne Hertz Romane geschrieben, und es reizte mich einfach, nun unter meinem bürgerlichen Namen das Genre zu wechseln und mich an einem Psychodrama zu versuchen. Frauke hingegen mag am liebsten lustige Romane und fand die Idee toll, mal etwas aus der Sicht eines kleinen Hundes zu schreiben.
Frauke Scheunemann: Na ja, und Wiebke ist jetzt nicht gerade ein riesiger Tierfreund … Unsere Soloprojekte machen uns sehr viel Spaß, aber natürlich stand die eine der anderen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite, da kam es also gar nicht groß zum »vermissen«.
Wiebke Lorenz: Tatsächlich arbeiten Frauke und ich schon am nächsten Anne-Hertz-Roman, der voraussichtlich im Herbst 2011 erscheinen wird.

[Quelle: Knaur Verlag]
[Ich besitze das Veröffentlichungsrecht]

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