Sonntag, 6. Februar 2011

[Rezension] Carolin Philipps - Second Face

Anne und Marie sind eigentlich unzertrennliche Zwillingsschwes- tern. Mit der Pubertät tauchen dann aber ungewohnte Probleme auf und die Mädchen müssen sich damit erst neu arrangieren. Was ist zum Beispiel, wenn die eine sich in einen Jungen verknallt, die andere ihn dann aber zum Freund nimmt? Oder wenn die eine sich an Männern rächen will und damit eine potentielle Beziehung der anderen zerstört? Manchmal sieht die Welt, gerade für Jugendliche, sehr unfair und gemein aus. Da ist es leichter sich in eine virtuelle Welt zu flüchten. Marie lernt das "Second Life" kennen und muss dabei aufpassen sich nicht selbst zu verlieren. Denn die Grenzen zwischen dieser Welt und der Realität scheinen manchmal zu verschwimmen.

"Na, was ist? Hast du darüber nachgedacht? Interesse an einem neuen Leben mit jeder Menge Spaß und Freunden, auf die man sich verlassen kann? Oder willst du immer alleine rumhängen?" (Seite 83)
Mit "Second Face" schafft es Carolin Philipps ein tolles Jugendbuch zu erschaffen, dass gerade sehr aktuell ist. Es geht neben den typischen pubertären Problemen von Teenager-Mädchen auch auf die Gefahren des Internets ein. So sehr das Internet die Massen begeistert, umso wichtiger ist es gerade den Jugendlichen auch die Schattenseiten aufzuzeigen. So vermittelt das Buch die Lektion, dass man niemals sein Passwort weitergeben darf, dass alles was einmal im Netz zu finden war, nie wieder komplett verschwinden wird und dass die Nutzer durch manche Spielchen im Internet ihr wirkliches Leben vergessen und nur noch für die Cyberwelt leben. Vor allem ist dieser Übergang manchmal so schleichend, dass man es selbst gar nicht bemerkt.

"Bist du hier, weil du spielen willst? Oder weil du hier findest, was du im wirklichen Leben nicht hast?" (Seite 105)
Das Buch ist als tolle Klappenbroschur, deren Cover hervorragend zum Roman passt, erschienen. Die Schnur der Computermaus stellt den Titel dar und erzeugt auch das "Second Face", welches auf ein zweites "Ich" in der Cyberwelt hindeutet.



Fazit:
Die Thematik des Romans ist heute so aktuell wie nie zuvor, da die Gefahren des Internets immer wieder vernachlässigt bzw. gar nicht wahrgenommen werden. Es eignet sich also hervorragend für Eltern, die ihren Kindern die Augen öffnen möchten. Der Schreibstil der Autorin ist manchmal etwas abgehackt und somit  nicht immer flüssig zu lesen. Inhaltlich ist es aber empfehlenswert und daher erhält das Buch 4 von 5 Sternen.
  • Broschiert: 139 Seiten
  • Verlag: Ueberreuter (Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800056100
  • ISBN-13: 978-3800056101
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre




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