Dienstag, 29. März 2011

[Rezension] Bliefert, Ulrike - Bitterherz

Sophies Leben verläuft in geordneten Bahnen und sie kann sich weiß Gott nicht beschweren, bieten ihre Eltern ihr doch ein sorgenfreies Leben, sie besitzt genügend Freunde und eine beste Freundin, außerdem ist sie auch noch in der Schule gut.  Ein Leben ohne Probleme also - bis sie sich eines Tages mit einer großen Wunde am Kopf in einem dunklen Raum wieder findet. Wo ist sie, wer hat sie hierher gebracht und vor allem warum? Viele Fragen beschäftigen Sophie, die sich kaum an die letzten Stunden erinnern kann. Währenddessen beginnt die Suche nach ihr und der Wettlauf gegen die Zeit, als ihre blutverschmierte Kleidung gefunden wird.

Der Jugendroman beginnt mit einem kurzen Epilog, der aus Sophies Sicht geschildert wird. Viel erfährt der Leser dort allerdings noch nicht, denn wie in meiner Kurzbeschreibung bereits gesagt, weiß Sophie selbst nicht, was passiert ist. Verwundert hat mich, dass sich die Handlung des Buches erst auf Seite 97 wieder mit Sophie Gefangenschaft beschäftigt. Fast die Hälfte des Buches geht also auf ihre Freundin Nina und ihr Leben sowie einige gemeinsame Erinnerungen ein. Das fand ich etwas ungewöhnlich. Zwar werden einige der Erkenntnisse, die der Leser durch diese Seiten erfährt, später wieder aufgegriffen, aber ich hätte mir schon früher weitere Einblicke in Sophies aktuelle Situation gewünscht.

Sophie lebt in einem Dorf und wie es dort nun einmal üblich ist, mischen sich alle Menschen gerne in Dinge ein, die sie nichts angehen. So ist schnell ein erster Verdächtiger gefunden, der gerade erst in dieses Dorf gezogen ist und eine kriminelle Vergangenheit besitzt. Ulrike Bliefert streut allerdings immer wieder Indizien ein, die eine weitere Person als Täter durchaus zu lassen. Das Ende hingegen kam überraschend und war absolut nicht vorherzusehen, wie es sich für einen Thriller gehört.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, da das Buch flüssig zu lesen war. Es ist definitiv ein Jugendbuch, aber auch Erwachsene können es problemlos lesen. Das Ende fand ich allerdings etwas knapp und der Grund für Sophies Verschwinden ist zwar zum größten Teil nachvollziehbar aber die Auflösung bzw. das Ende hat mich schon verwundert und es ging zu schnell. Außerdem hat mich der Sinn bzgl. der Handlung des Täters am Ende des Jugendthrillers etwas irritiert und irgendwie nicht zufrieden gestellt. Viel mehr kann ich dazu nicht schreiben, da ich sonst das Ende verraten müsste.

Bitterherz ist als tolle Klappbroschur mit einem schönen Cover erschienen. Des Weiteren passt der Titel hervorragend zum Inhalt. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, habe ich es auch als solches bewertet und nicht als Erwachsenen-Thriller angesehen.

Fazit:  Der Jugendthriller hat ein überraschendes Ende, allerdings hätte ich mir etwas mehr Spannung erhofft. Trotzdem hat Ulrike Bleifert einen tollen Schreibstil und der Roman ist definitiv lesenswert für seine Zielgruppe.

  • Broschiert: 208 Seiten
  • Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (5. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522201035
  • ISBN-13: 978-3522201032
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 15 Jahre

Ich bedanke mich ganz ♥-lich beim Thienemann Verlag für dieses Rezensionsexemplar.


Kommentare:

  1. tolle rezi! anfangs dachte ich "wow! das muss ich lesen", aber nachdem du geschrieben hast, dass erst nach knapp 100 seiten sophies situation wieder aufgegriffen wird, grübel ich nun doch, ob ich es auf meine wunschliste setzen soll...

    liebe grüße
    anka

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  2. @ Anka: Davon nicht unbedingt abschrecken lassen. Es hat mich nur überrascht, da es bei "Erwachsenen"-Thrillern noch nie vorgekommen ist, also zumindest nicht bei den Büchern, die ich gelesen habe. Aber die anderen Seiten sind trotzdem lesenswert und vermitteln interessante Hintergründe zu den Charakteren.

    Lg Claudia

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