Donnerstag, 17. März 2011

[Rezension] Marion, Isaac: Mein fahler Freund

R ist ein Zombie. Ursprünglich besaß er einen anderen Namen, aber daran kann er sich nicht mehr erinnern. Das ist keineswegs ungewöhnlich für Zombies, die in der Regel keine konkreten Erinnerungen mehr an ihr früheres Leben haben. R befindet sich am Anfang des Zerfalls, daher sieht er für einen Zombie noch ganz gut aus, lediglich seine graue Haut, der unangenehme Geruch und die dunklen Ringe unter seinen Augen sind etwas störend. Er lebt mit anderen Zombies in einem verlassenen Flughafen, hat eine Zombiefrau und Zombiekinder, wobei keine besonderes große Zuneigung oder gar Liebe zwischen ihnen herrscht. Als R allerdings Julie kennen lernt, regen sich doch noch Gefühle im Zombie.

Für mich war dieser Roman mein erster Zombie-Kontakt, wobei von vornherein klar war, das es sich nicht um ein wirkliches Zombie-Buch handeln wird und der Leser merkt sehr schnell, dass auch R kein Stereotyp darstellt. Der Roman wird aus der Sichtweise von R erzählt, und der Leser bekommt einige Infos über Zombies und deren Gewohnheiten. So erfährt man, dass sie Menschen fressen, besonders gerne am Gehirn naschen, kaum reden, dafür aber stöhnende Laute von sich geben und ansonsten einfach nur herumstehen. R ist anders. So bringt er eines Tages von einem Beutezug die schöne Julie, einen Menschen, mit nach Hause und versucht eine Beziehung mit ihr aufzubauen. Er gibt sich große Mühe sich gut um sie zu Sorgen, strengt sich an mit ihr zu sprechen und beschützt sie vor den anderen Zombies, die sie lediglich als Nahrungsmittel betrachten.

"Das sei die Ironie, wenn man ein Zombie ist: Alles ist komisch, aber man hat nichts zu lachen, weil einem die Lippen verrottet sind." (Seite 13)
Das Buch hat mich leider gar nicht überzeugen können. Mir hat weder die Handlung, noch der Schreibstil oder die verwendete Sprache gefallen. Meine Rezension soll allerdings niemanden davon abhalten das Buch selbst zu lesen, denn die vielen anderen Rezensionen zeigen, dass das Buch durchaus begeistern kann. Es ist auch auf einigen Blogs schon zum Buch des Monats gekürt worden, aber meinen Geschmack hat es leider gar nicht getroffen. Das langsame, gequälte Sprechen der Zombies hat mich schnell genervt und auch inhaltlich finde ich nicht alles stringent. So vergisst R seinen eigenen Namen, ein wirklich wichtiger Sachverhalt im Leben eines Menschens, erinnert sich hingegen aber an Bands und Liedtexte, die keinen so hohen Stellenwert haben.

Mir fehlte die Spannung, das Gefühl ans Werk gefesselt zu werden und die Darstellung der Liebesgeschichte zwischen M und Julie konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Auch die Ironie oder der schwarze Humor, den andere lobend erwähnt haben, konnte mich nicht begeistern. Ich musste mich wirklich zwingen, das Buch zu Ende zu lesen, was ich sehr schade fand, da ich mir durch die Kurzbeschreibung viel mehr von diesem Roman erhofft hatte.

Fazit: Meinen Geschmack traf das Buch leider überhaupt nicht, aber jeder sollte sich selbst davon ein Bild machen.

  • Gebundene Ausgabe: 298 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (21. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608939148
  • ISBN-13: 978-3608939149

Ich  bedanke mich trotzdem ganz ♥-lich beim Klett-Cotta Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. oh, schade dass es dir nicht gefallen hat. ich habe schon so viel gutes von diesem buch gehört, es aber selber noch nicht gelesen (was nicht ist, wird aber vielleicht noch).

    ich hoffe dein nächstes buch ist dafür ein knaller schlechthin

    lg kerry

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  2. Danke Kerry, das ist lieb. Ich lese gerade Arthur und die vergessenen Bücher von Gerd Ruebenstrunk und das gefällt mir richtig gut!

    LG Claudia

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  3. Uhh gut das zu lesen, so werd ich garantiert nie danach greifen :)

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