Mittwoch, 27. April 2011

[Rezension] Keene, Brian - Kill Whitey

Larry führt bisher ein ziemlich eintöniges Leben als Lagerarbeiter in Pennsylvania, USA. Das ändert sich aber, als er mit seinen drei Freunden in ein Strip-Lokal geht und dort die Russin Sondra sieht. Sie fasziniert ihn sofort und so wird er Stammgast in diesem Etablissement. Sein Leben ändert sich schlagartig, als sich Sondra eines Tages unter seinem Auto versteckt und ihn um Hilfe bittet. Larry kann kaum klar denken, denn schon beginnt eine wilde Verfolgungsjagd mit Mitgliedern der Russen-Mafia, die etliche Menschenleben fordern wird.


Das Buch wird aus der Sicht des Ich-Erzählers Larry präsentiert, den Brian Keene sehr sympathisch erscheinen lässt. Da der Leser zunächst Eindrücke aus Larrys Leben und seinem Umfeld erhält, vermittelt der Autor glaubhaft, dass Larry ein unbescholtener Bürger ist, der lediglich der Stripperin Sondra helfen wollte und somit in diesen Schlamassel hineingerutscht ist.

"Ich hatte nur versucht ihr zu helfen. Aber wie hieß das alte Sprichwort?
Keine gute Tat bleibt ungestraft." (Seite 190)
Der Roman Kill Whitey besteht zum größten Teil aus einer rasanten Verfolgungsjagd, die actiongeladener kaum sein könnte. Selbst der Leser kommt nicht zum Atmen, geschweige denn die Protagonisten. Die Handlungen zeigen ein hohes Maß an Gewalt auf und viele Szenen erinnern an ein Gemetzel. Der Leser sollte nicht zu zart besaitet sein, da die Verletzungen ziemlich detailliert und anschaulich geschildert werden. Trotz aller blutigen Geschehnisse schafft es der Autor immer wieder auch Humorvolles einzubauen, sei es durch Situationskomik oder Sarkasmus.

"Ein weiterer kleiner Tod an einem Tag voller Tode" (Seite 177)
Das Buch gefiel mir gut, bis nach knapp 200 Seiten eine Wendung eintrat, die nicht zu erahnen war. Auf einmal tauchten Science-Fiction Elemente auf und es scheint unmöglich zu sein eine Person, Whitey (siehe Titel), zu töten. Wie Keene es in seinem Buch selbst schreibt "niemand [...] konnte eine derartige Verletzung überleben" (Seite 179) und trotzdem schafft es Whitey. Der Autor liefert dazu auch eine Erklärung ab, die mich aber nicht überzeugen konnte. War die Story vorher noch relativ realistisch, so bekam sie nun einen unerwarteten Hauch Science-Fiction, den ich einfach unpassend fand und der mein Lesevergnügen getrübt hat, da ich einfach kein Freund solcher Handlungen bin. Der Roman ist in sich abgeschlossen und trotzdem würde er noch Raum für eine Fortsetzung bieten.

Zur Covergestaltung muss ich dem Otherworld Verlag ein Kompliment aussprechend. Entsprechend der blutigen Geschichte passt das Cover sich hervorragend an. Der Titel ist besonders geprägt, so dass man diesen erfühlen kann, und die Blutspuren sind auch besonders gedruckt, so dass es sich an fühlt, als ob man den Finger durch zähes Blut ziehen würde. Es handelt sich bei dem Roman als um eine schöne Hardcover-Ausgabe.

Fazit: Das Buch ist sehr für Leser geeignet, die eine rasante, blutige Verfolgsjagd mit Science-Fiction Elementen zu schätzen wissen.

  • Gebundene Ausgabe: 274 Seiten
  • Verlag: Otherworld Verlag (September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800095270
  • ISBN-13: 978-3800095278

Mein ♥-licher Dank für das Rezensionsexemplar gilt dem
Otherworld Verlag by Ueberreuter

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    ok, da plötzlich Science-Fiction-Elemente drin zu finden, hätte mich vermutlich auch verwirrt. o_O Ich habe noch "Totes Meer" von Keene bei mir liegen. Müsste ich vielleicht auch mal lesen. :)

    Liebe Grüße
    Steffi

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