Donnerstag, 14. April 2011

[Rezension] Pepper, Kate - Der Domino-Killer

Karin Schaeffer ist 33 Jahre alt und hat ihre Karriere als Detective bereits beendet. Sie hatte einen Mörder gejagt, der von den Medien als Domino-Killer betitelt wurde, da er bei jedem Mord mit Hilfe von Dominosteinen einen Hinweis auf sein neues Opfer hinterließ. Dann aber wendete sich das Blatt und der Serienkiller jagte ihre Familie und tötete ihren Mann und ihre kleine Tochter brutal. Seitdem fühlt sie sich nicht mehr in der Lage zu arbeiten und versucht diesen schweren Schicksalsschlag und die damit verbundenen Depressionen mittels einer Therapie zu verarbeiten. Als die Polizei ihr mitteilt, dass Martin Price, der Killer, aus dem Gefängnis ausgebrochen sei, ist ihr sofort bewusst, dass er sein Werk vollenden will, in dem er auch sie umbringt. Sie will sich gar nicht davor schützen, denn ein Mord an ihr würde immerhin bedeutet, dass sie wieder bei ihrem geliebten Mann und ihrer Tochter wäre und dass ihr Leid ein Ende hätte. So erwartet sie den Killer und will sich ihrem Schicksal ergeben, bis sie begreift, dass der Killer nach ihrem Mord nicht aufhalten wird zu töten und vielleicht weitere Familienangehörige von ihr sterben müssen. Diese Feststellung führt dazu, dass sie ihren Lebenswillen schlagartig zurück erhält und versucht, sich gegen den Killer und seinen morbiden Plan zu wehren.

Nachdem Kate Pepper in den letzten Jahren etliche Thriller geschrieben hat, die alle von einander unabhängig waren [5 Tage im Sommer (2005), 7 Minuten zu spät (2006), 48 Stunden (2007), 3 Wochen bis zur Wahrheit (2007)] ist Der Domino-Killer (2010) ihr erstes Buch, welches fortgesetzt wurde und zwar mit dem Roman Es ist niemals vorbei (2011). Es handelt sich dabei um ihre Karin Schaeffer-Reihe.

Kate Pepper nimmt sich am Anfang des Buches extrem viel Zeit ihre Protagonistin Karin Schaeffer und den Domino-Killer Martin Price genaustens zu beschreiben. Ungefähr 100 Seiten lang bewegen sich die meisten Geschehnisse in der Vergangenheit und werden dem Leser durch Karin Schaeffers Erinnerungen dargeboten. Zum Teil ist dieses hilfreich, da der Leser so ein komplettes Bild der beiden erhält, zum anderen erwartet man aber eigentlich von einem Thriller, dass er schneller einen Spannungsbogen aufbaut. Unter der Berücksichtigung, dass der Roman fortgesetzt wird, ist es allerdings verständlich, dass die Autorin zunächst das Gesamtbild der Charaktere vorstellen möchte und das gelingt ihr sehr gut. Die Depressionen und das Leid, welche Karin Schaeffer widerfahren sind, werden glaubhaft geschildert, genauso wie ihr innerer Kampf aus diesen auszubrechen oder sich einfach dem dunklen Nichts hinzugeben. Die Vorgeschichte von Schaeffer und Price ist ebenfalls sehr interessant. Hier erhält der Leser alle Infos darüber, wen der Serienkiller getötet hat und auch die Art und Weise, die erklärt, warum er der Domino-Killer genannt wird. Diese dort umgesetzten Ideen sind sehr gut für einen Thriller geeignet und aus dem Material hätte man bereits ein eigenes Buch schreiben können. Aufgrund dessen habe ich mich auch nicht vom dem geringen Spannungspotential aufhalten lassen und weiter gelesen.

"Ich wusste, was ich wollte. Ich wollte, dass er mich fand. Dann wäre all das endlich für immer vorbei." (Seite 17)
Ab der Mitte des Buches wird das Buch auch spannender. Es gibt neue Entwicklungen in der Gegenwart und einige überraschende Wendungen, die ich nicht vorher gesehen habe. Anderes hingegen habe ich erwartet und es ist genauso eingetroffen. Mir ist es schwer gefallen das Buch zu bewerten. Der Schreibstil gefällt mir gut, Kate Pepper beschreibt die Gefühlswelt sehr gut und die Idee mit den Domino-Steinen finde ich großartig und klasse umgesetzt. Allerdings erwarte ich von einem Thriller wirklich etwas mehr Spannung.

"Ich hatte ihn erwartet, sein Kommen freudig begrüßt, mich erst dem Messer und dann dem Kuss ergeben. Aber etwas in mir weigerte sich, mir die Dominosteine in den Mund schieben zu lassen. Pure Sturheit. Ekel. Eine innere Grenze. Irgendetwas." (Seite 34)


Fazit: Eine tolle Idee, deren Umsetzung für einen Thriller leider zu wenig Spannung bietet. Allerdings wurde ein guter Auftakt zur Karin Schaeffer Reihe geschaffen und ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: rororo (1. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783499249112

    Kommentare:

    1. Hallo Claudia!

      Kate Peppers Bücher werden auch immer schwächer. Letztes Jahr hatte ich ein paar Reinfälle. ;-)

      LG, Sabine

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    2. Das hier fehlt mir noch zu lesen und ich habe mir heute die Fortsetzung gekauft und hoffe, dass die beiden Bücher doch ganz gut werden....
      Liebe Grüße
      Martina

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    3. Hallo ihr zwei!

      Ich werde wahrscheinlich morgen die Fortsetzung anfangen und habe auch noch Hoffnung, denn wie der Domino-Killer mordet, fand ich total interessant. Ich bin auf den 2. Teil gespannt und werde berichten :)

      LG Claudia

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    4. Hhmm, die Idee klingt ja gut, aber ich glaube, wenn ich erstmal das halbe Buch lesen muß, bevor es spannend wird, nur als Erklärung für kommende Bücher - ich glaub das ist mir zu lanweilig :) .. bin gespannt, wie Dir der 2. Teil gefällt.

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