Freitag, 15. April 2011

[Rezension] Simone Ehrhardt - Mannheimer Blut

Frieda Räther kann sich bei diesem Lärm nicht konzentrieren. Sie versucht verzweifelt einen weiteren romantischen Vampirroman zu schreiben, aber bei der vorhandenen Geräuschkulisse ist das einfach nicht möglich. Ihre Vermieter wohnen direkt über ihr, sind schwerhörigen und schreien sich daher den ganzen Tag über an, die Flugschule in der Nähe mit ihren Hubschraubern und anderen Maschinen tut ihr übrigens und der Nachbarshund bellt außerdem auch noch alles und jeden an (natürlich handelt es sich dabei um einen Dackel, von denen ist man ja auch nichts anderes gewohnt). Frieda wünscht sich einfach nur Ruhe, damit sie endlich ihren Roman beenden kann. Für einen kurzen Zeitraum scheint sich ihr Wunsch zu erfüllen, denn ihre Vermieter werden ermordet und ein Hubschrauber der Flugschule explodiert - nur dem Dackel geht's noch gut und so bellt er fleißig weiter. Die gewonnene Ruhe wird aber bald durch Kommissar Weniger zerstört, der Frieda nicht von seiner Verdächtigenliste streichen kann, da sie die einzige Verbindung zwischen den Vorfällen zu sein scheint. Wer hat das alte Ehepaar ermordet, wer ist für die Explosion des Hubschraubers verantwortlich und ist Frieda wirklich darin verstrickt? Die Ermittlungen beginnen ...

"Er wusste noch nicht genau, wie sie in das Szenario passte, und welche Rolle sie in Zukunft spielen mochte, aber er folgte seinen Instinkt, der auch sechs Jahre vor der Pensionierung nichts von seiner Zuverlässigkeit verloren hatte. Im Gegenteil." (Seite 101)
Simone Ehrhardt beschreibt ihre Protagonisten Frieda Räther und Kommissar Weniger sehr liebevoll. Obwohl Frieda ziemlich reizbar und kratzbürstig erscheint, kommt sie trotzdem sympathisch rüber. Die  Wortduelle zwischen ihr und dem Kommissar bieten oftmals den ein oder anderen  unterhaltsamen Schlagabtausch.  Des Weiteren verbindet die Autorin ihren Krimi mit Humor und mit kleinen Episoden aus dem Vampirroman der Protagonistin.

Ich habe während des Lesens die ganze Zeit überlegt, welche Verbindung es zwischen dem Mord und der Explosion geben könnte und was Frieda Räther damit zu tun hat. Trotzdem vermochte das Buch es nicht mich zu fesseln. Die Auflösung kam unerwartet, die Vorkommnisse sind aber nachvollziehbar und könnten sich  in der Realität auch so abgespielt haben.

Den Schreibstil von Simone Ehrhardt fand ich ganz in Ordnung. Die meisten Passagen ließen sich gut lesen, ich bin nur öfter durch Rechtschreibfehler ins Stocken geraten und dass der Kommissar "Weniger" heißt, hat manchmal auch zu kurzen Unterbrechungen beim Lesen geführt, da ich den Namen manchmal als das Wort "weniger" gelesen habe. Die Schriftart ist mir persönlich zu groß. Ich bin definitiv kein Fan von kleiner Schrift, aber dieses Buch hat schon eine sehr große Schrift, die mich beim Lesen gestört hat. Das Cover zeigt neben dem Titel ein Bild, welches sich mir nicht erklärt. Auf meine Nachfrage hin hat mir die Autorin erklärt, dass das Bild rechts unten die Innenstadt von Mannheim darstellt. Ich habe mir daraufhin im Internet einen Stadtplan von Mannheim angeschaut und tatsächlich ist die Innenstadt in kleine Quadrate aufgeteilt und besitzt auf der einen Seite einen Halbkreis. Als jemand, der zu Mannheim keinerlei Verbindung besitzt, hatte sich mir dieses nicht selbst erschlossen, aber die Idee gefällt mir sehr gut.


Fazit: Es handelt sich um einen soliden Krimi, der vor allem Mannheimer interessieren könnte, da der Roman in dieser Stadt spielt und sämtliche Schauplätze dort zu finden sind. Mir hat leider ein bisschen Spannung gefehlt, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, weiteres von Simone Ehrhardt zu lesen.

  • Broschiert: 172 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (17. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3842334796
  • ISBN-13: 978-3842334793

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