Dienstag, 17. Mai 2011

[Rezension] Dresen, Andreas - Ava und die STADT des schwarzen Engels

In der STADT leben normale Menschen und mitten unter ihnen besondere, magische Wesen. Die Menschen nehmen diese Wesen allerdings nicht wahr, sondern sehen nur, was sie sich auch rational erklären können. Fahrat lebt in der STADT und trifft auf Ava, eine menschliche Frau, die manchmal die anderen Wesen sehen kann. Sie berichtet ihm davon, dass ein schwarzer Engel ihre Zwillinge gleich nach der Geburt entführt hätte. Fahrat kennt diesen schwarzen Engel, es ist Morton, der Vizekanzler des STADTrates. Aber warum sollte er Avas Kinder stehlen? Fahrat verspricht Ava zu helfen und gerät damit selbst in ein gefährliches Abenteuer.

Fahrat ist ein Anti-Held. Sein Großvater und sein Vater waren beides erfolgreiche Schwertler bzw. Abenteurer, aber er weiß, dass er nicht in deren Fußstapfen treten kann und entscheidet sich dazu, es gar nicht erst zu versuchen. Abenteuer sind nichts für ihn und so schlägt er sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Fahrat weiß, dass die STADT nicht verlassen werden darf, da außerhalb das GRAUEN lauert. Als er allerdings Ava kennen lernt, verändert sich dadurch sein Leben. Aufgrund seines Schwertler-Stolzes will er ihr helfen und gerät somit in ein Abenteuer, dass sein bisheriges Vertrauen gegenüber dem STADTrat ins Wanken bringt.

"Für die Menschen war die Welt ganz normal. Aber in der Grauzone, direkt neben ihrer eigenen Wirklichkeit, existierte der Rest. Schwertträger, Krieger, Hexen und Drachen. Magier, Kobolde und Götter." (Seite 17)
Als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich gespannt auf die Geschichte, aber gleichzeitig besorgt, ob ich sie überhaupt verstehen wurde. In dem Text ist die Rede von einem Golem, einem Chimären und Waldwürgern. Als absoluter Fantasy-Neuling hatte ich Angst inhaltlich abgehängt zu werden, da ich mit den Fantasy-Wesen nicht vertraut bin. Andreas Dresen führt diese Wesen allerdings nach und nach ein, und überfordert den Leser somit nicht. Des Weiteren lässt der angenehme Schreibstil ein flüssiges Lesen zu. Die Kapitel werden alle aus der Ich-Erzählperspektive geschildert, wobei der Erzähler variiert.

"Schon wieder jemand, der sein Leben für sie geopfert hatte. Das Ganze geriet langsam zu einem Kreuzzug." (Seite 159)
Der einzige Kritikpunkt, den ich an diesem Roman habe, ist, dass ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Der Autor bringt eine Vielzahl an magischen Wesen in sein Buch ein, dazu wären weitere Informationen wünschenswert, da vieles doch nur kurz angeschnitten wird. Auch zu den Protagonisten hätte ich mir ein ausgeprägteres Gesamtbild gewünscht. Des Weiteren gibt es fast keine Nebenhandlungen. Der Roman bietet zwar eine tolle Handlung, aber nach dem Lesen hatte ich das Gefühl, mir fehlte zusätzlicher Inhalt. Im Grunde kann ich sagen, dass mir das, was Andreas Dresen geschrieben hat, sehr gut gefallen hat, nur er hätte für meinen Geschmack etwas ausführlicher schreiben sollen.



Fazit: Gute Fantasygeschichte, die auch für Einsteiger geeignet ist, die sich nicht gleich an ein 600-Seiten-Werk wagen wollen.

  • Broschiert: 200 Seiten
  • Verlag: Acabus; Auflage: 1 (Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3862820023

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz ♥-lich beim


1 Kommentar:

  1. Ich meine, die Rezension greift gut die wesentlichen Aspekte der Story heraus - man fühlt sich irgendwie auch direkt an Eindrücke aus Filmen wie "The Village" erinnert bei der Beschreibung, dass "außerhalb das Grauen lauert"... und auch sonst: weckt Interesse auf das Gesamtwerk

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