Dienstag, 10. Mai 2011

[Rezension] Wilke, Jutta - Holundermond

Neles Eltern Jan und Lilli trennen sich. Das verkraftet Nele nur schwer und als Jan dann nicht nur aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, sondern auch gleich geschäftlich noch für unbestimmte Zeit nach Wien verreisen will, begleitet ihn Nele heimlich, in dem sie sich in Jans Bus versteckt. Jan ist Kirchenhistoriker und soll dabei helfen in Wien eine Serie von Diebstählen aus Kirchen aufzuklären. Schnell werden aber auch Nele und ihr neuer Freund Flavio in die Geschichte mit hineinzogen, die wesentlich vielschichtiger und gefährlicher ist, als am Anfang angenommen. Als dann auch noch Neles Vater verschwindet, versuchen die beiden Kinder die Zusammenhänge zu entwirren und Jan zu finden.

Jutta Wilke nimmt den Leser mit in eine tolle Welt, in der Spannung, Abenteuer und Fantasie nicht zu kurz kommen. Sie schafft es nicht nur großartige Charaktere zu erschaffen, sondern auch eine schöne Idee in eine tolle Geschichte umzusetzen. Auch wenn Nele und Flavio in dem Roman durchgängig die Protagonisten darstellen, so verleiht sie vielen anderen Charakteren ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Geschichte ist sehr vielseitig und besteht aus etlichen Erlebnissen, aber die Handlungsstränge werden alle gekonnt miteinander verwoben und das Buch vermittelt dem Leser nie einen verwirrenden Eindruck.

"Der Mönch hatte die Zimmertür abgeschlossen und steckte den Schlüssel in die Falten seiner Kutte. Dann drehte er sich zu ihnen um. >>Was wollt ihr hier?<< Wie Kirschkerne spuckte er ihnen jedes einzelne Wort vor die Füße und starrte sie aus zusammengekniffenen Augen an." (Seite 149)
Der Einstieg in das Buch ist sehr einfach. Der Leser fühlt sich sofort wohl, die Charaktere sind sympathisch und man ist gespannt, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Kirchen, das Kloster und Religion spielen eine wichtige Rolle. Trotzdem benötigt man hierzu keinerlei Vorinformationen, da alles genau erklärt wird. Mich hat das Buch ein bisschen an Dan Browns Romane erinnert, z.B. an Illuminati. Auch dort spielen Religion, Verschwörungen und Geheimnisse eine wichtige Rolle. In diesem Roman überwiegt das Thema aber glücklicherweise nicht und wird kindgerecht behandelt. Ich selbst bin kein großer Anhänger dieser Thematik á la Dan Brown, aber so, wie es in diesem Buch präsentiert wird, ist es interessant, spannend und absolut lesenswert.

Der Schreibstil von Jutta Wilke ist kindgerecht, aber auch für Erwachsene nicht langweilig. Das Buch ist flüssig geschrieben und wird durch stringente Handlungen getragen. Der Leser erhält am Ende die Aufklärung aller Fragen und auch die Titelwahl für den Roman wird innerhalb des Buches klar. Der Roman ist als Hardcover mit einem bedruckten Buchdeckel ohne Schutzumschlag erschienen, welches ich für Kinder am geeignetsten halte.




Fazit: Holundermond ist ein großartiges Kinderbuch, welches ein interessantes Thema kindgerecht präsentiert und gleichzeitig durch Spannung, Action, eine tolle Idee und sympathische Charaktere überzeugt.

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Coppenrath, Münster; Auflage: 1., Aufl. (Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3815753057
  • ASIN: 3815753058
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre


Kommentare:

  1. jaaa, klingt prima, ich freu mich um so mehr, wenn ich dieser Tage endlich damit anfange! :-)
    Irgendwie strahlt das Buch auch schon vor dem Lesen, allein durch Cover und Reinblättern durch Sprache und optische Gestaltung etwas Angenehmes aus, finde ich ... und was Du schreibst klingt so, wie ich mir das Buch vorstelle ...

    AntwortenLöschen
  2. Ich bin gespannt, wie es dir gefällt!!!
    LG Claudia

    AntwortenLöschen