Mittwoch, 8. Juni 2011

[Rezension] Hansen, Eric T. - Forbetter your English. Die Deutschen und ihr Englisch



Eric T. Hansen hat etlichen Deutschen die englische Sprache beigebracht und dabei ist ihm aufgefallen, dass alle Deutschen "immer wieder die gleichen Fehler [machen] - nicht die Fehler, die Franzosen oder Italiener machen, sondern "deutsche Fehler". (Seite 7). Daraufhin wollte er ein Buch über die typischen Stolperfallen, in die speziell die Deutsche immer wieder tappen, schreiben.


I think I spider (Ich glaub ich spinne), was für eine tolle Buchidee! Da ich selbst ein Jahr in Amerika gelebt und dort meine Liebe zur englischen Sprache gefunden habe, konnte ich schon immer über die grandiosen Eins-zu-Eins Übersetzungen lachen. Als ich die Kurzbeschreibung gelesen habe, wusste ich sofort: Das Buch muss ich lesen! Als ich es aufgeschlagen habe war ich überrascht, dass es nicht nur eine Aneinanderreihung grauenhafter Übersetzungen war, sondern diese durch umfangreiche Textpassagen eingebunden wurden. Da galt es gleich Go for the bacon! (Ran an den Speck!) und ich habe sofort angefangen zu lesen.

"Es handelt sich hier um einen typischen "getarnten Versprecher". So nenne ich diese gemeinen kleinen Begriffe, die für alle Beteiligten richtig klingen, für Sprecher und Zuhörer jedoch was ganz anderes bedeuten." (Seite 108)
Das Buch ist eine gelungene Mischung aus humorvoller Unterhaltung und lehrreicher Lektüre. So hat Eric T. Hansen viele Anekdoten aus seinen eigenen Erfahrungen geschildert, die er zum Teil mit Freunden gesammelt hat. Oftmals gab es Streit aufgrund von sprachlichen Missverständnissen und Hansen lässt den Leser teilhaben an zahlreichen Fettnäpfchen, in die Deutsche manchmal mit Anlauf rein springen, wenn es um Übersetzungen oder Wortwahl geht. Diese persönlichen Erfahrungen haben mich begeistert, da das Leben diese Geschichten schrieb und sie einfach sehr unterhaltsam und witzig sind. Ein Beispiel gefällig? Eric T. Hansen sitzt mit seinem Freund Jochen im Restaurant und schlägt ihm vor, doch einfach das Menü zu ordern. Anschließend amüsiert Hansen sich königlich über den verwirrten Blick des Kellners, der sich fragt, warum der Mann die Speisekarte essen möchte.

"An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich - und zwar im Namen der gesamten angelsächsichen Welt - für das th entschuldigen. Ich weiß auch nicht, welcher zahnlückige, lispelnde, dauerbesoffene Vorfahr uns das eingebrockt hat." (Seite 172)
Das Buch bietet nicht nur witzige Fettnäpfchen und Missverständnisse, sondern klärt diese und andere Fehlerquellen auch sachlich auf. So geht der Autor auf false friends ein, Wörter, die zwar ähnlich klingen, aber ganz unterschiedliche Bedeutungen haben (z.B. dt: bekommen - engl. become), erklärt den Unterschied zwischen ähnlichen Wörtern, die Deutsche oft verkehrt verwenden (z.B. sensual, sensitive und sensible), stellt fest, dass Deutsche manchmal an Übersetzungen scheitern, da es die zu übersetzenden Wörter im Englischen gar nicht gibt (z.B. fressen - im englischen essen Tiere ebenfalls und fressen nicht) oder weist auf Wörter hin, die wir Deutschen zwar durch Schule und Film & Fernsehen aufschnappen, die aber im Englischen so gut wie nie genutzt werden. Trotz der lehrreichen Informationen ist das Buch Dank des lockeren Schreibstils und der humorvollen Beispiele sehr unterhaltsam.


Fazit: I'm ready (ich bin fertig) und kann das Buch jedem empfehlen, der sich für die englische Sprache interessiert, dem aber ein reines Lehrbuch zu trocken ist. Lest dieses Buch und forbetter your English.
  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Langenscheidt (4. Mai 2011)
  • Sprache: Deutsch, Englisch
  • ISBN-10: 3468738218
  • ISBN-13: 978-3468738210
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz ♥-lich bei

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