Montag, 6. Juni 2011

[Rezension] Willems, Björn - Beiß mich, Käthe!

Käthe ist ein 200 Jahre alter Vampir, steht auf Frauen, lebt in Köln und arbeitet dort in einem Krankenhaus in der Nachtschicht. Für sie hat das tolle Leben eines Vampirs, der ewige Jugend und Schönheit besitzt, längst seinen Glanz verloren. Vielmehr ist ihr Leben von Langeweile und Einsamkeit geprägt.
Lotta ist eine Vampirjägerin in Ausbildung und arbeitet für eine uralte "Gesellschaft", die die Menschheit vor Vampiren schützen will. Trotz ihrer naiven Art versucht sie, den Anforderungen als Vampirjägerin gerecht zu werden. Bisher war ein Einsatz von ihr auch nicht in Sichtweite, da schon lange kein Vampir mehr enttarnt wurde, aber dann taucht Käthe auf dem Radar der Vampirjäger auf.

Der Roman wird aus zwei Perspektiven geschildert. Zum einen aus der Sicht von Lotta und den anderen Jägern, die der Gesellschaft angehören, und zum anderen aus der Sicht von Käthe, wobei diese manchmal in der Gegenwart und manchmal in der Vergangenheit spielt. So erfährt der Leser auch, wie Käthe zu einem Vampir wurde.

Björn Willems nimmt sich Zeit "seine Vampire" dem Leser näher zu bringen und beschreibt wie diese leben, welche Fähigkeiten sie haben, wie ihre Essgewohnheiten sind, wie man sie töten kann und wie neue Vampire entstehen. Das finde ich persönlich sehr wichtig, denn aufgrund der großen Anzahl von Vampirbüchern gibt es nicht mehr nur "den Vampir", sondern in dem einem Buch zerfallen die Vampire bei Sonnenlicht zu Staub, in dem anderen Roman kann die Sonne ihnen nichts anhaben usw. Deshalb gefällt es mir, wenn ein Buch die Vampire und deren Eigenschaften ausführlich beschreibt.

Der Roman zielt lange Zeit darauf ab, dass Käthe und Lotta sich irgendwann treffen werden. Dieses "Vorgeplänkel" nimmt das meiste des Romans ein. Anschließend wird der Fokus darauf gelenkt, dass Lotta scheinbar auch der Gesellschaft gegenüber zu naiv war. Durch Käthe erfährt sie viel Neues über ihre Organisation und ist hin und her gerissen, wem sie glauben soll. Sie zweifelt an ihrem Gefühl einem Vampir zu trauen, schließlich handelt es sich dabei eigentlich um einen Erzfeind. Am Ende des Romans werden auch die Vergangenheit und die Gegenwart geschickt miteinander verwoben und kommen zu einem guten Abschluss, der zum Glück keine Frage offen lässt.

"Wenn du mal so lange gelebt hast und die meiste Zeit allein warst und gesehen hast, was ich gesehen habe, dann fängt der Tod an, ein recht attraktives Ziel zu sein, aus das man hinarbeiten kann." (Seite 214)

Der Roman konzentriert sich hauptsächlich auf einige wenige Charaktere, für die ich mir zum Teil aber etwas mehr Tiefe erhofft hätte. Lotta wird durchgängig als naiv und teilweise dumm dargestellt, Käthe hingegen als einsam und traurig. Ein paar weitere Facetten hätten den Protagonisten gut getan.

Das Cover passt gut zur Geschichte, welches dem Leser aber erst beim Lesen klar wird. Daher möchte ich das hier nicht weiter ausführen. Ich hätte mir allerdings eine Aufteilung des Buches in Kapitel gewünscht, um eine klarere Struktur zu erhalten. Das Buch lässt sich trotzdem aufgrund des einfachen Schreibstils gut lesen. Mir fehlte hingegen etwas Spannung. Das Buch hat mich nicht richtig fesseln können. Ich habe die ganze Zeit auf den entscheidenden Moment gewartet, ab dem das Buch anzieht, aber leider kam dieser nicht. Gegen Ende wird es etwas spannender, aber der Rest des Romans konnte leider sein Potential nicht richtig entfalten.


Fazit: Ein Vampirroman, der zwar ganz in Ordnung ist, mich aber leider nicht fesseln konnte.

  • Broschiert: 305 Seiten
  • Verlag: Epidu Verlag GmbH; Auflage: 1., Aufl. (1. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942584034
  • ISBN-13: 978-3942584036

Ich bedanke mich ganz bei Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Schöne Rezension. Ich gestehe.. ich hab noch nie ein Vampirbuch gelesen. Lg Diti

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  2. Solltest du schnell nachholen, ich mag Vampire :)
    LG Claudia

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  3. Wenn die Charas gut ausgearbeitet sind, kann imo fast jedes Buch sehr fesselnd sein. Der Rest ist vom persönlichen Geschmack abhängig :-)

    BTW, Vampire mag ich auch ^_^

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