Mittwoch, 6. Juli 2011

[Rezension] Lo, Malinda - Ash

Als Ashs Mutter verstarb nahm sich ihr Vater eine neue Ehefrau. Diese Stiefmutter konnte Ash nie leiden und noch schlimmer wurde es, als auch noch Ashs Vater den Tod fand. Von nun an degradierte die Stiefmutter Ash zum Dienstmädchen und behandelte sie genauso herablassend, wie ihre zwei Stiefschwestern, die lediglich einen reichen Ehemann finden wollten. Das Einzige, das Ash aufmuntern kann, sind Geschichten. Märchen und die Geschichten über Feen und Kräuterhexen, die ihre Mutter zu erzählen wusste. Ash ist sich nur nicht im Klaren darüber, wie viel dieser Geschichten der Realität entspricht und ob es diese Magie wirklich gibt. Aber das wird sie bald herausfinden.

Wer sich anhand der Kurzbeschreibung an das Märchen Aschenputtel erinnert fühlt, liegt genau richtig. Das Märchen ist eine Neuauflage des bekannten Märchens der Gebrüder Grimm und darauf war ich sehr gespannt, denn generell mag ich eine Verarbeitung eines Märchens sehr gerne lesen. Meiner Meinung nach muss es der Autor nur schaffen, aus der bestehenden Geschichte irgendwie seine eigene zu erschaffen, und das hat Malinda Lo leider nicht vermocht. Den ganzen Roman über habe ich auf besondere Ereignisse gewartet und wurde leider enttäuscht, da bis auf ein abweichendes Ende, lediglich das Märchen wiedergegeben wurde.

Die Autorin hat zwei kleine Versuche unternommen ihre eigene Geschichte zu entwickeln. Der eine Handlungsstrang war die magische Komponente unter Berücksichtigung der Feenwelt (Aschenputtel meets Fantasy) und der zweite Handlungsstrang war gleichgeschlechtliche Liebe. Beides könnte ich mir sehr gut in Verbindung mit dem Aschenputtel-Märchen vorstellen, aber beide Ideen kommen in diesem Roman viel zu kurz und können sich gar nicht entfalten. Das hätte verstärkt ausgebaut werden können und auch müsssen. So bleibt der gute Ansatz leider hinter seinen Möglichkeiten und konnte mich nicht überzeugen.

"Du bist nicht die Einzige, die Opfer bringen muss. Ich hoffe, dass die Schulden deines Vaters Ana und Clara nicht die Zukunft verderben. Solltest du noch einmal fortlaufen, wäre das nur eine Bestätigung dessen, dass dein Vater ein selbstsüchtiger Mann war, der sich vor seinem Tod an mir bereichert hat." (Seite 86)

Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte ist gut und leicht zu lesen und es hat mir gut gefallen, dass in dem Roman auch etliche andere, kleine Märchen erzählt wurden. Ansonsten hätte ich mir etwas mehr Handlung gewünscht und eine Vertiefung der eben genannten Ansätze. Die Covergestaltung ist großartig, ein tolles Farbspiel und ein wunderschönes Motiv zieren das Hardcover.



englischer Buchtrailer


Fazit: Toller Ansatz, der viel besser hätte umgesetzt werde können.

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: PAN (2. November 2010)
  • ISBN-10: 3426283441
  • ISBN-13: 978-3426283448
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre

 Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz ♥-lich bei

    Kommentare:

    1. Danke für die Rezi, das Buch habe ich schon seit längerer Zeit auf meinem Wunschzettel. Allerdings werde ich wohl die englische Ausgabe lesen, die ist billiger. Da verzeiht mir mein Geldbeutel den einen oder anderen "Ausreißer" eher, als wenn ich mir die teurere deutsche Ausgabe hole ;-)

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    2. das ist eine sehr schöne rezi :-)
      das buch steht auch schon länger auf meinem wunschzettel, und ich hoffe das ich es auch bald lesen kann :-)
      lg angela

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    3. Danke euch beiden für euer liebes Feedback :) Ich hoffe, ihr könnt es selbst bald lesen und dass es euch gefallen wird! LG Claudia

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    4. Es stand bisher noch nicht auf meinem Wunschzettel,wird aber nun nach Lesen Deiner super Rezension auf jeden Fall drauf landen!

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    5. Danke für Vorbeischauen Rory! Schön, dass dir meien Rezi so gut gefallen hat! LG Claudia

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