Dienstag, 19. Juli 2011

[Rezension] Yovanoff , Brenna - Schweigt still die Nacht

Mackie Doyle trägt ein großes Geheimnis mit sich herum, von dem lediglich seine Familie etwas weiß: Er ist kein richtiger Mensch. Als Baby wurde das leibliche Kind seiner Eltern gegen ihn ausgetauscht. In der Kleinstadt passiert dieses seit Jahrzehnten immer wieder, aber die Bewohner verschließen davor ihre Augen und verhalten sich so, als wenn alles in Ordnung wäre. Mackie selbst kennt nicht einmal die ganze Geschichte. Als aber ein weiteres Kind verschwindet, will er herausfinden, was mit ihnen passiert und wo er selbst herkommt. Dafür muss er sich den dunklen Kreaturen stellen.

Bei diesem Roman hat mich zunächst das Cover, welches hervorragend zu der Geschichte passt, total fasziniert und der Trailer tat sein übrigens. Beides erschien schaurig und düster und klang nach einer interessanten Story, die inhaltlich etwas Neues zu bieten hat. Letzteres sollte auch zutreffen. Die Grundidee des Romans für junge Erwachsene fand ich richtig gut. Die Handlung war facettenreich und die Autorin hatte etliche tolle Ideen. Beim Lesen kam außerdem etwas Spannung auf. Nicht so sehr wie bei einem Thriller, aber ich war trotzdem auf die Aufklärung gespannt und die Geschehnisse wirkten des Öfteren bedrückend. Die Handlung an sich besitzt allerdings ein größeres Spannungspotential, welches leider nicht völlig ausgeschöpft wurde.

"Jeder hat einen Ort, woher er stammt. Wo seine Wurzeln liegen. Nur sind die Orte mancher Menschen eben einfacher zu erklären als die anderer." (Seite 18 f)
So sehr ich den Ansatz und die Atmosphäre im Buch möchte, so sehr haben mich dann aber die Charaktere und die Tiefe der Handlung enttäuscht. Mackie, als Ich-Erzähler, erhält von der Autorin viel Aufmerksamkeit. Der Leser erfährt viel über die Gefühlswelt des Protagonisten und es wird einem leicht gemacht, sich in ihn hinein zu versetzen und mit ihm zu fühlen. Alle anderen Charaktere hingegen bleiben unscheinbar und farblos. Wie schon erwähnt hat die Autorin sich einer großen Bandbreite von Ideen bedient, dabei aber leider vergessen diese etwas tiefer zu behandeln. Manche hätten ausführlicher dargestellt werden müssen und am Ende wurden auch nicht alle Fragen beantwortet.

"Ich stehe die ganze Zeit am Rand, ohne auch nur die Chance auf ein normales Leben, ohne die Chance, durchschnittlich zu sein oder dazuzugehören." (Seite 79)
Ich habe mich mit der Bewertung des Romans sehr schwer getan, da ich die Idee und den Schreibstil toll fand, aber die Umsetzung streckenweise sehr enttäuschend erlebte. Letztendlich habe ich mich dann für 3 statt 4 Sterne entschieden, da meine Erwartungen leider nicht erfüllt werden konnten. Ich würde definitiv wieder etwas von Brenna Yovanoff lesen, da mir der Ideenreichtum gut gefallen hat, aber wünsche mir, dass die Umsetzung dann etwas gelungener wird und sie nicht erneut so viel Potential verschenkt.





Fazit:  Tolle Grundidee, deren Umsetzung leider komplett nicht überzeugen kann.

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Script5 (10. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839001277
  • ISBN-13: 978-3839001271

Für das Rezensionsexemplare bedanke ich mich ganz ♥-lich bei


Kommentare:

  1. Also früher wollte ich das Buch ja mal lesen, aber nachdem sich die 3 Sterne Rezensionen echt häufen, habe ich doch keine Lust mehr darauf :)

    Schöne Rezension!

    LG
    —————————————————–
    http://www.ThrillerOnline.de
    Jeden Montag neuer Lesestoff

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  2. Oh weh...das steht noch in meinem SuB....mal sehen wie es mir gefallen wird!
    Lg
    Martina

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  3. Schöne Rezension. Das Buch interessiert mich nicht wirklich; ist nicht ganz mein Genre. LG Diti

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  4. @Ayanea : ich wollte es unbedingt selbt lesen, da es so viel versprechend klang.

    @Martina : Ich hoffe, es gefällt dir. Schlecht ist es nicht, aber man hätte mehr draus machen können.

    @Diti : Danke trotzdem fürs Lesen :)

    LG Claudia

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  5. Hmm, ich wollte es auch unbedingt lesen, aber nachdem jetzt selbst Du nicht begeistert bist, nehme ich wohl mal Abstand :)

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