Freitag, 5. August 2011

[Rezension] Aichner, Bernhard - Für immer tot: Ein Max-Broll-Krimi

Als Tilda erwacht, findet sie sich in einer Kiste, tief vergraben unter der Erde, wieder. Sie hat lediglich etwas zu trinken und ein Handy bei sich. Mit diesem hat sie Kontakt zur Polizei und zu Max, ihrem Stiefsohn. Sie teilt beiden mit, dass sie sich daran erinnern kann, dass "der Kindermacher" sie überwältigt und vergraben hat. Laut Polizeiangaben sitzt dieser aber sicher verwahrt im Gefängnis und das seit 18 Jahren, seitdem Tilda dafür gesorgt hat, dass er verurteilt wurde. Die Polizei verwirft ihn daher als möglichen Täter und versucht das Handy zu orten. Max Broll hingegen glaubt Tilda und stattet dem "Kindermacher" im Gefängnis einen Besuch ab, denn die Zeit drängt.

"Für immer tot" ist der zweite Max Broll Krimi von Bernhard Aichner. Den ersten Roman habe ich zwar nicht gelesen, aber trotzdem ist mir der Einstieg sehr leicht gefallen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, besonders der Protagonist Max Broll, der mit seinen eigenen Ermittlungen im Vordergrund des Romans steht. Obwohl Max Broll eigentlich nur Totengräber ist, gerät er scheinbar immer aus Versehen in prekäre Situationen. Er unternimmt alles, um Tilda zu retten, da die Polizei die Spur des Kindermachers nicht verfolgen will, aber er überzeugt davon ist, dass dieser Mensch etwas mit dem Verschwinden zu tun hat.

Die Handlung ist gut durchdacht, spannend, bietet zum Teil neue Ideen und fesselt den Leser an den Roman, da es lange Zeit unklar ist, wer Tilda lebendig vergraben hat. Des Weiteren zeigt das Buch auf, wie weit manche Menschen gehen, um geliebte Personen zu retten und wie deren Hemmschwelle dabei sinkt. Max' Verzweiflung wird dabei sehr glaubhaft präsentiert, genauso wie die Vorgehensweisen des Täters und sein Motiv.

"Er will Antworten, er will retten, was noch zu retten ist, er will nicht weinen, nicht an sie denken, er will ihre Haut vergessen, ihre Finger, die sich nicht mehr bewegten. Er will nicht begreifen, was passiert ist, es nicht verstehen, er will nur zu diesem korrupten Scheißkerl, er will Tilda finden." (Seite 101 f.)
Der Schreibstil von Bernhard Aichner war für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Er benutzt nämlich sehr viele kurze Sätze, Aufzählungen und Aneinanderreihungen von Nebensätzen. Zu manchen Situationen passt dieses ganz gut, denn es erzeugt ein Schnelligkeitsgefühl beim Lesen und kann somit die Spannung erhöhen, aber bei anderen Passagen fühlte ich mich dadurch gehetzt und durch die Handlung gejagt. Der Roman lässt sich zwar trotzdem gut lesen, aber der Stil ist wirklich sehr ungewohnt und ich hätte mir gewünscht, dass der Autor, zumindest zum Teil, die Handlungen etwas flüssiger geschildert hätte.

Kurz erwähnen möchte ich noch, dass das Taschenbuch abgerundete Ecken besitzt. Das gefällt mir richtig gut! Es sieht nicht nur klasse aus, sondern fühlt sich auch gut an und macht es quasi unmöglich dem Buch die ungeliebten, angestubsten Ecken zu verleihen.

Fazit:  Hoffentlich wird es weitere Max-Broll-Krimis geben, denn dieser Roman hat mich gefesselt und sehr gut unterhalten.

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Auflage: 1 (5. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852188822
  • ISBN-13: 978-3852188829
  • Verlag:
     




PS: Das ist der erste Roman aus der Max-Broll-Krimi-Reihe:

Die Schöne und der Tod. Krimi

Kommentare:

  1. Hört sich gut an, was du zum Buch zu sagen hast.
    Sollte ich mir vielleicht auch mal vormerken.

    Danke für die schöne Rezi
    LG
    Monika

    AntwortenLöschen
  2. Ui, dieser Krimi steht auch schon auf meiner Wunschliste! Ich freue mich aufs Lesen!

    LG, Anka

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Claudia,

    schöne Rezension. Ich habe dem 2. Max Broll-Krimi ebenfalls 4 Punkte gegeben. Schau mal:
    http://buechersuechtig-sabine.blogspot.com/2011/08/rezension-fur-immer-tot-band-2.html

    LG, Sabine

    AntwortenLöschen
  4. @Monika, Anka: Bin gespannt, ob es euch auch gefällt, falls ich das Buch demnächst kauft.

    @Sabine: Da sind wir ja einer Meinung :)
    LG Claudia

    AntwortenLöschen
  5. oh man, ich dachte grad, als ich duch mein dashbord geschaut habe: "was zum Henker ist mit dem Buch passiert!!" Dachte wirklich zuerst das Cover wäre so zerknittert *lol*

    gruß
    katja

    AntwortenLöschen
  6. @Katja: LOL!!! Kein Buch wird sooo von mir behandelt! Das wäre ja furchtbar! :)
    LG Claudia

    AntwortenLöschen