Dienstag, 9. August 2011

[Rezension] Engelmann, Gabriella - Schluss mit lustig

July (18) ist Pessimistin aus Leidenschaft, wobei sie sich selbst eher als Realistin bezeichnet. Ihre Familie und ihre Freunde haben sich an ihre negative Sicht der Dinge gewöhnt und July kommt mit ihrer Lebenseinstellung eigentlich ganz gut durchs Leben. Als sie Opfer eines Überfalls wird und eine Kopfverletzung davon trägt, scheint die Gehirnerschütterung ein paar Veränderungen hervorgerufen zu haben, denn plötzlich ist July viel optimistischer und steht dem Leben positiver gegenüber. Trotzdem oder vielleicht gerade aufgrund dessen ereignet sich eine Katastrophe nach der nächsten in ihrem Leben. Für July ist klar: Ein weiterer Unfall muss her, sie will wieder eine Pessimistin sein.

Auf die Autorin Gabriella Engelmann bin ich durch ihre modernen Märchen aufmerksam geworden (Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid. Ein mörderischer Schneewittchenroman und Hundert Jahre ungeküsst: Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte). Da mir ihr Schreibstil bisher jedes Mal sehr gut gefallen hat, habe ich nach weiteren Büchern von ihr Ausschau gehalten und die Kurzbeschreibung zu "Schluss mit lustig" hat mich sofort angesprochen, beschreibt sie doch einen lustig klingenden Jugendroman. Des Weiteren habe ich mich auf einen weiteren Roman von Gabriella Engelmann gefreut, denn diese spielen (meistens) in Hamburg und die Autorin, die mittlerweile selbst in dieser schönen Stadt lebt, schafft es immer wieder hervorragend die Hansestadt in ihre Romane einzubauen und sie dem Leser näher zu bringen.

Die Protagonistin July war mir sofort sympathisch, ganz egal, ob sie gerade Pessimistin oder Optimistin war. Es war ein lustiges, unterhaltsames Lesevergnügen, ihr Leben zu begleiten, während sie zwischen verschiedenen Lebenseinstellungen, etlichen Männern und unterschiedlichen Jobs hin und her springt. July wird durchweg authentisch beschrieben, schließlich darf man mit 18 Jahren durchaus noch sprunghaft sein. Interessant war es auch die Reaktion ihrer Mitmenschen zu erfahren, die als erstes über Julys Verhaltensänderung aufmerksam wurden, noch bevor es July selbst bemerkte.

"Wie kann es sein, dass mein Leben seit dem Unfall so dermaßen aus dem Ruder läuft? Seitdem ich als Optimistin aus der Ohmacht erwacht bin, hat sich eigentlich eine Katastrophe an die andere gereiht." (Seite 109)

Der flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch am liebsten in einem Rutsch durch lesen möchte. Der Roman ist zu keiner Zeit langatmig, sondern versteht es ein interessantes, eigentlich ziemlich anspruchsvolles Thema (Welche Lebenseinstellung macht uns glücklich?) unterhaltsam für Jugendliche und Erwachsene zu schildern, und geht dabei auf die Vor- und Nachteile der beiden Optionen (Pessimismus und Optimismus) ein, ohne dabei belehrend zu wirken. Das ganze kombiniert mit ein paar Männer- und Freundschaftsgeschichten ergibt einen tollen Roman für junge Erwachsene.

PS: Ein Insider für alle, die das Buch bereits gelesen haben: Die glückliche July, ich möchte auch zu gerne so eine Email von Frau Kramer erhalten ^^



Fazit: Ein weiterer toller Roman von Gabriella Engelmann, der definitiv für ein paar schöne Lesestunden sorgt.

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: rororo (1. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499215764
  • ISBN-13: 978-3499215766
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 16 - 17 Jahre
  • Autorenhomepage 
  • Verlag




Kommentare:

  1. tolle Rezi!
    Ich habe bisher noch nichts von der Autorin gelesen - werde ich aber sicher noch nachholen, wobei mich am meisten diese "modernen Märchen" interessieren.

    Liebe Grüße
    Anka

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  2. Die sind auch wirklich toll Anka, musst du unbedingt mal lesen :)
    LG Claudia

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  3. Ich sehe, es hat Dir genau so gut gefallen wie mir :)

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  4. Eine schöne Rezension. Das Buch klingt ja ganz toll. Von der Autorin habe ich leider nichts gelesen, aber schon "Eine Villa zum verlieben" hier. Muss ich auch mal lesen. LG, Diti

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