Dienstag, 9. August 2011

[Rezension] Picoult, Jodi - Zeit der Gespenster


Ross Wakemanns große Liebe starb bei einem Unfall. Ohne Aimee will er nicht mehr weiter leben, aber sämtliche Selbstmordversuche missglücken. Da versucht er Kontakt mit ihrem Geist aufzunehmen, in der Hoffnung sie nicht ganz verloren zu haben. Bei seiner Geistersuche stört er allerdings die Ruhe der Verstorbenen und stößt auf schreckliche Abgründe aus der amerikanischen Vergangenheit.



Ich habe bisher noch nicht so viele Picoult Bücher gelesen, aber allen war gemein, dass mir der Schreibstil gefiel, dass sich die Autorin an interessanten, teilweise in der Gesellschaft stark kontrovers diskutierten Themen versucht und das die Geschichten zum Teil etwas übertrieben bzw. konstruiert wirken. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen mag ich ihre Romane. Auch in „Zeit der Gespenster“ gibt es unrealistische Elemente, aber der Titel deutet bereits darauf hin und man muss sich einfach nur auf die Geschichte einlassen, um dann einen wunderschönen Roman zu erleben.

"Wenn man nämlich weiß, dass ein Teil von etwas existiert, liegt es doch wohl auf der Hand, dass der Rest davon auch irgendwo sein muss." (Seite 449)
Der Anfang des Romans kann den Leser durchaus verwirren, da zu Beginn sehr viele Charaktere auftreten und es scheinbar so gut wie unmöglich ist eine Verbindung zwischen den Einzelnen herzustellen. Daher sind die ersten Seiten etwas quälend und haben mir anfänglich den Lesespaß genommen, denn ich mag es nicht, wenn man während des Lebens das Gefühl hat, man sollte lieber eine Skizze über die Personen/Orte/Handlungen erstellen. Nach und nach schafft es die Autorin dann aber die verschiedenen Personen mit ihren Handlungssträngen gekonnt zu verweben. Des Weiteren verknüpft sie historische mit aktuellen Themen, geht auf das nahezu unbekannte Eugenik Projekt in Vermont ein, welches ein Sterilisationsgesetz beinhaltet, lässt die Abenaki-Indianer mit ihrer Tradition in die Geschichte einfließen und schafft es des Öfteren den Übergang zwischen Realität und Fiktion fließend darzustellen.

Der Roman ist mystisch, dramatisch, paranormal und in sofern spannend, als das man gerne die Wahrheit erfahren möchte, wobei Picoult am Ende noch eine Überraschung zu bieten hat. Die Liebe kommt in ihrem Roman auch nicht zu kurz und das Buch vermag es den Leser zu fesseln, wenn man sich auf die paranormalen Aspekte einlässt und sich durch die ersten Seiten quält.



Fazit: Das Zusammenspiel zwischen Indianern, Geistern, der Vergangenheit und der Gegenwart hat mir sehr gut gefallen. Nur der Einstieg in den Roman war mir zu mühsam.

  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492271901
  • ISBN-13: 978-3492271905
  • Verlag: 




Kommentare:

  1. Das Buch liegt schon ewig auf meinem SUB, vielleicht sollte ich es endlich mal in die Hand nehmen :) .. aber nachdem ich eine furchtbar schlechte Rezi gelesen hatte, mochte ich nicht mehr. Deine baut mich jetzt aber doch wieder auf :)

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  2. Mir hats gefallen, aber ich interessiere mich auch für Geister, Indianer, usw ;) Nur den Einstieg war echt blöd :(

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  3. Mir hat das Buch leider auch nicht gefallen und obwohl ich ein wirklicher Picoult Fan bin, habe ich dieses Buch abgebrochen. Vielelciht hätte ich mich doch mehr als über die ersten 130 Seiten quälen sollen?
    Lg
    Martina

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