Sonntag, 21. August 2011

[Rezension] Szillat, Antje - Alice im Netz: Das Internet vergisst nie

Alice ist 16 Jahre alt, Schülerin und liebt es Zeit mir ihrer besten Freundin Katja oder im Internet zu verbringen. Sie schreibt einen Schulblog, auf dem sie über Schüler und Lehrer des Gymnasiums herzieht, ist in zahlreichen Foren aktiv und unterhält Profile bei facebook und SchülerVZ. Eines Tages erhält sie unheimliche Emails von einem ihr unbekannten Jared. Dieser Fremde weiß eine ganze Menge über sie und gibt ihr den Hinweis, dass sie ihm alles selbst verraten hat, indem sie im Internet so offen mit ihren persönlichen Details umgeht. Für Alice beginnt ein Alptraum.


"Alice im Netz" zwingt die Protagonistin und auch den Leser selbst dazu darüber nachzudenken, wie unbedacht man mit persönlichen Daten im Internet umgeht und dass man nie weiß, was andere Menschen mit diesen Informationen anfangen können. Natürlich ist das Internet eine großartige Sache. Man kann sich mit Freunden über die Plattformen facebook und SchülerVZ austauschen (notfalls auch über Hausaufgaben), kann sich in Foren über seine Hobbys unterhalten, Fotos vom Urlaub oder Partys zeigen und virtuelle Freunde kennen lernen. Dabei werden jedoch all zu oft die Gefahren vergessen, die aber definitiv bestehen.

"Alice! Alles, was ich über dich weiß, hast du mir selbst verraten. Alles, was du über mich wissen musst, ist, dass ich dich liebe – und dass du mir nicht entkommen kannst ... Jared" (Seite 16)

Das Thema ist natürlich nicht neu, aber es ist immer noch sehr aktuell und vielen Kindern bzw. Jugendlichen einfach noch nicht stark genug in Fleisch und Blut übergegangen, so dass definitiv immer noch Bedarf an solchen Büchern besteht. "Alice im Netz" ist eine hervorragende Schullektüre, zu der es sogar Unterrichtsmaterial gibt, und die den Lesern zeigen kann, dass es durchaus interessante und gleichzeitig lehrreiche Bücher gibt. Das Buch muss allerdings nicht zwingend in einer Klassengemeinschaft gelesen werden. Da es einfach geschrieben und sehr verständlich ist, kann es auch jeder Jugendlich alleine lesen und wird trotzdem die Quintessenz verstehen.

"Über 70 Prozent der Teenager in Deutschland sind Mitglieder in so genannten Online-Communities wie „SchülerVZ“, „wer-kennt-wen“ oder „ICQ“ – Tendenz steigend. Rund die Hälfte dieser Jungen und Mädchen lässt zu, dass jeder ihre eingestellten Informationen sehen kann. Sie geben Fotos, Videos, Hobbys, die Handynummer oder sogar ihre Adresse preis. Die Informationen bleiben unter Umständen für immer online." (Nachwort, Seite 150)
Der Jugendroman vermag meines Erachtens nach aufzurütteln. Einige Szenen sind erschreckend und sollten gerade die angestrebte Zielgruppe von 12-13 Jährigen noch bewegen und vor allem auf die Gefahren des Internets hinweisen können. Neben diesem heiklen Thema geht der Roman aber auch auf Familie, Freundschaft, erste Liebe und Gewalt unter Jugendlichen ein. Alle Inhalte werden authentisch präsentiert und ich bin sicher, dass die jugendlichen Leser sich gut in Alice' Leben hinein versetzen können.

Fazit:  Ein interessanter Jugendroman zu einem unglaublich wichtigen Thema. Unbedingt Jugendlichen zum Lesen in die Hand drücken!

  • Broschiert: 155 Seiten
  • Verlag: Edition Zweihorn; Auflage: 1., Auflage (Mai 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935265484
  • ISBN-13: 978-3935265485
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre
  • Autorenhomepage


Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Rezension. Besonders die Zitate, die du genommen hast, gefallen mir echt gut. LG, Diti

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  2. Ja, ich fand es auch wirklich gut, ich wünschte, viele würden es lesen .. manche sind einfach zu gutgläubig :(

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