Montag, 8. August 2011

[Rezension] Ward, Rachel - Numbers (2) Den Tod vor Augen


Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diese Rezension Band 1 als bekannt voraussetze. Somit können für Leser, die "Numbers - Den Tod im Blick" noch nicht gelesen haben, Spoiler vorhanden sein. 


Adam besitzt eine Gabe, er sieht das Todesdatum eines Menschen, wenn er diesem in die Augen blickt. Anders, als bei seiner verstorbenen Mutter, spürt er sogar wie der Mensch sterben wird. Als er nach London geht stellt er fest, dass fast ein Viertel aller Menschen das gleiche Todesdatum hat. Etwas Schreckliches wird am 01.01.2028 passieren, also in wenigen Wochen. Adam weiß nicht ob und wie er die Katastrophe verhindern soll.



"Numbers - Den Tod vor Augen" ist der zweite Band der Numbers-Trilogie von Rachel Ward. Band eins habe ich vor ein paar Tagen gelesen und fand die Grundidee klasse, aber trotzdem hatte der Roman für meinen Geschmack noch ein paar Schwachstellen. Trotzdem war ich auf den Nachfolger sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte spielt im Jahre 2027. Die Protagonistin aus dem ersten Band ist mittlerweile verstorben, aber ihr Sohn hat ihre Gabe geerbt. Er empfindet diese Gabe ebenfalls eher als ein Fluch und besonders schlimm wird es, als er feststellt, dass in wenigen Wochen Millionen von Menschen sterben werden. Er fühlt sich hilflos und weiß nicht, wie er reagieren sollen. Seine Mutter gab ihm damals den Rat niemandem von seiner Fähigkeit zu erzählen, aber tatenlos zusehen, wie ein Viertel Londons innerhalb weniger Tage sterben wird, das kann er auch nicht.

"Ich fühle sämtliche Tode. Sie durchdringen mich, hinterlassen Spuren. Jeder einzelne macht mich fertig. Jeder einzelne schockiert und schwächt mich." (Seite 82)

Durch den ersten Band hat der Leser bereits erfahren, was es mit den Todeszahlen auf sich hat, ob Adam sein eigenes Datum bekannt ist und ob die Zahlen sich evtl. ändern können bzw. ob sogar die Möglichkeit existiert, dass Adam sich irren könnte. Auf dieser Basis beginnt "Den Tod vor Augen" und führt die Grundidee gekonnt in einer zweiten Generation fort, dieses Mal allerdings in der Zukunft, im Jahre 2027. Die Zukunftsversion halte ich für etwas übertrieben, denn ich glaube nicht, dass wir in 16 Jahren schon so weit sind, dass jeder Mensch einen Chip tragen wird - zumindest hoffe ich das. Ansonsten macht der Zeitsprung natürlich Sinn, denn Adam war im ersten Band noch ein kleines Kind und ist nun ein Teenager.

Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonisten geschildert. Die Ich-Erzähler sind Adam und Sarah, wobei am Anfang der Story noch nicht bekannt ist, wer Sarah eigentlich ist und welche Rolle sie spielen wird. Beide Sichten werden gut dargestellt, der Schreibstil ist durchgängig flüssig und die Charaktere reagieren authentisch, ihrer Vergangenheit, ihren Erfahrungen und ihrem Alter entsprechend. Im ersten Band fehlte mir Spannung und die Gabe kam mir zu kurz. Beides hat sich in diesem Roman extrem geändert. Die Geschichte war von Beginn an fesselnd, der Ausgang ungewiss und man hat mit den Protagonisten mitgefiebert. Das Ende bietet zum einen eine tolle Überraschung, durch die Adam mehr über seine Gabe erfährt, zum anderen wird aber ein anderer Handlungsstrang nicht zu Ende gebracht, was mich schon etwas stört. Es wirkt, als hätte die Autorin keine Lust mehr gehabt oder sich nur noch auf das Wesentliche konzentriert. Ich habe noch die kleine Hoffnung, dass der finale Band genau dort ansetzen und der Leser somit weitere Informationen erhalten wird, ansonsten wäre es schöner gewesen, wenn die Autorin sich einfach noch die Zeit genommen hätte, zehn weitere Seiten hinzuzufügen, um einen runden Abschluss zu kreieren.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt hervorragend zum ersten Band und erneut besteht der Titel "Numbers" aus kleinen, geprägten Zahlen, die man fühlen kann. Der finale Band, auf den ich mich schon sehr freue, heißt im englischen Original "Numbers 3 - Infinity" und ist bereits im Juni erschienen. Zu der deutschen Veröffentlichung habe ich bisher leider nichts finden können. Hoffentlich müssen wir nicht zu lange darauf warten.





Fazit:  Der zweite Band entwickelt sich zu einem dystopischen Jugendbuch und hat die meisten Schwachstellen des ersten Romas behoben und garantiert spannende Unterhaltung.

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Auflage: 1 (Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 355152016X
  • ISBN-13: 978-3551520166
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag: 



Kommentare:

  1. Huhu

    nun bin ich vollends neugierig auf de zweiten Band denn es scheint sich ja zu steigern und das was mir im ersten Band ein wenig fehlte wird im zweiten Band mehr, aber ein wenig werde ich mich noch gedulden müssen

    LG Natalie

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  2. Ich kam in den zweiten etwas schwerer rein. Beim ersten fand ich den Anfang genial und das Ende schwach, beim zweiten den Anfang schwächer und zum Ende hin immer besser. Komplett betrachtet fand ich den zweiten einfach einen Tick besser, weil die Story klarer, sauberer und besser wirkte, als hätte der Autor im ersten Band geübt und im zweiten verfeinert ... auf jeden Fall eine sehr gute Rezi von Dir, auch wenn ich manches etwas anders empfand, aber das macht es ja aus ;-)

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  3. gestern ging es mir durch den Kopf, ich hatte nur keinen Link dazu. Heute den passenden Link:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,575235,00.html

    ich halte es leider für sehr realistisch, dass die Menschen gechippt sein werden :(

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  4. @SaraSalamander: Generell kann ich mir auch vorstellen, dass das passieren wird, aber ich glaube/hoffe, dass in 2028 noch nicht jeder gleich nach der Geburt einen Chip erhält. Warten wir mal ab :)

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