Mittwoch, 14. September 2011

[Rezension] Berger, Valentina - Das Liliengrab

In Wien wird ein totes Baby gefunden, dass in einem Wald auf Lilien gebettet wurde. Die Gerichtsmedizin muss herausfinden, ob das Baby evtl. eines natürlichen Todes gestorben ist und nur aus Furcht dort abgelegt wurde oder ob es getötet wurde. Als kurz darauf ein weiteres Baby verschwindet, scheint sich die Frage von alleine zu beantworten. Die Ermittler arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung. Als der Täter dann aber selbst vor der Familie einer involvierten Forensikerin nicht halt macht, wird der Fall fürs ganze Team persönlich.


Nach "Der Augenschneider" ist "Das Liliengrab" der zweite Thriller der österreichischen Autorin Valentina Berger. Für den Leser gibt es ein Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren: Heinz Martin, der Gerichtsmediziner, Ermittler Moser und Laura Campell, die Forensikerin. Alle drei arbeiten erneut an einem brisanten Fall um getötete Babys, die liebevoll auf weißen Lilien gebettet werden.

"Jennifer tastete erneut nach dem, was sie kurz zuvor berührt hatte. Nun, da sie darauf vorbereitet war, wurde sie mutiger. Da war es. Zart und weich. Und nun wusste sie auch, um was es sich handelte. Sie sog den schweren Duft ein." (Seite 10)

Ich hatte mich schon sehr auf die Fortsetzung gefreut, bin aber heftigst enttäuschen worden. Im Grunde kann ich fast das gleiche schreiben, was ich auch in meiner Rezension zum Augenschneider erwähnt habe. Ich mag Bergers Schreistil total gerne, das Buch lässt sich super gut lesen und ist flüssig geschrieben. Des Weiteren schreien die Inhaltsangaben bereits nach "Psychothriller". Ihre Ideen sind toll und haben definitiv ein hohes Spannungspotenzial.

Ich hatte mir nach dem "Augenschneider" erhofft, dass die Umsetzung im Bereich Spannung beim "Liliengrab" ansteigen würde, denn das war damals mein einziger Kritikpunkt an dem Roman. Leider ist nahezu gar keine Spannung im "Liliengrab" vorhanden, was unglaublich schade ist, da ansonsten das Gesamtpaket stimmt. Ziemlich schnell erhält der Leser Informationen, die bei einem Psychothriller eigentlich erst am Ende aufgedeckt werden sollten. Als ich nach 80 Seiten das erste Mal bewusst auf die Seitenzahl geachtet habe, wusste ich bereits wer der Täter und was das Tatmotiv ist und zwar nicht, weil ich es geahnt und mir selbst zusammengereimt habe, sondern weil es dem Leser bereits direkt erzählt wurde. Danach war für mich die Spannung komplett verschwunden, denn es ging nur noch darum ob und wann der Täter geschnappt wird. Das hat mich wirklich sehr enttäuscht, da ich mir von dem Roman viel mehr versprochen hatte. Leser, die der Augenschneider allerdings richtig toll fanden, sind mit diesem Buch sicherlich wieder gut beraten, da ihr Stil gleich geblieben und die Spannung bei beiden Büchern ungefähr gleich ist.


Fazit:  Fans des "Augenschneiders" werden diesen Roman ebenfalls mögen, Fans von Psychothrillern hingegen werden meiner Meinung nach enttäuscht werden.

  • Taschenbuch: 381 Seiten
  • Erscheinungstermin: September 2011
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492258131
  • ISBN-13: 978-3492258135
  • Verlag:


1 Kommentar:

  1. Hm, schade, das direkt alles verraten wird, aber vielleicht werde ich es trotzdem mal lesen. ;)
    LG Jessica

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