Montag, 17. Oktober 2011

[Rezension] Thiesmeyer, Alexa - Sonnenblumen zum Selbstschneiden

Björn ist Journalist und lebt ein ehrliches Leben - bis zu dem Tage seiner Falschaussage. Für den Freund seiner Tante schwört er falsch vor Gericht. Jedoch bleibt es nicht bei einer einzigen Falschaussage, da Björn in die Fänge einer Alibi-Vermittlung gerät und gezwungen wird weiter für sie zu arbeiten / zu lügen. Jede seiner Entscheidungen scheint ihn tiefer in den Strudel der Lügen hineinzuziehen. Björn weiß nicht, wie er sich aus seiner misslichen Lage befreien soll - er weiß ja noch nicht einmal, ob es eine Verbindung zwischen seiner Tante und der ominösen Alibi-Vermittlung gibt.

Der Roman "Sonnenblumen zum Selbstschneiden" ist das Erstlingswerk der Autorin Alexa Thiesmeyer und ist in drei Teile gegliedert. Zunächst lernt der Leser Björn kennen und kann verfolgen, wie er in die Fänge der Alibi-Vermittlung hinein gerät. Es wird gut beschrieben, wie er eigentlich unschuldig in die Sache hineinrutscht und das nur, weil er seiner Tante helfen wollte. Oft möchte man beim Lesen Björn warnen oder ihn in eine andere Richtung lenken, aber man muss mit ansehen, wie er immer tiefer in die Misere hineinrutscht und aufgrund von Drohungen seitens der Alibi-Vermittlung deren Spiel notgedrungen mitspielt.

"Der Vorsitzende zog die Augenbrauen hoch. "Sie hatten Herrn Watt bis zu jenem Abend noch nie gesehen und erinnern sich noch so gut an ihn?"
Die Zweifel kann man hören, dachte Björn beunruhigt." (Seite 42)
Im zweiten Teil macht die Handlung einen  Sprung - weg von Björn, hin zu Mirjam, die man zunächst gar nicht mit Björn in Verbindung bringen kann. Beide Protagonisten haben aber eins gemeinsam: Ihre Geschichten sind interessant, denn auch Mirjam hat etwas zu erzählen. Sie wird von ihrem Mann tyrannisiert und ziemlich von der Außenwelt und dem Leben an sich abgeschottet. Mirjam möchte jedoch nicht länger ein Opfer sein und versucht aus dieser Situation auszubrechen.

Im dritten Teil werden die beiden Handlungsstränge gekonnt miteinander verknüpft und somit die Neugier des Lesers bezüglich der Verbindung zwischen Björn und Mirjam befriedigt. Die Idee dahinter fand ich richtig gut und die Zusammenführung ist absolut gelungen. Genauso begeistert hat mich die Idee mit der Alibi-Vermittlung - eine Firma, die für viel Geld falsche Alibis besorgt und diese bis ins kleinste Detail ausarbeitet. Ich habe schon viele Krimis und Thriller gelesen, aber bisher keinen, der diese Thematik behandelt hat und fand die innovative Idee sehr gut.

Des Weiteren hat mir der Schreibstil von Thiesmeyer gefallen. Der Roman lässt sich aufgrund von klaren Sätzen und einem flüssigen Schreibstil sehr gut lesen. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet, reagieren durchweg authentisch und besonders mit Björn leidet man mit. Der Spannungsfaktor kommt in diesem Kriminalroman ebenfalls nicht zu kurz und somit garantiert das Buch ein paar schöne, kriminalistische Lesestunden.





Fazit:  Ein gelungener Krimi mit einer interessanten Grundidee.

  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: Essencia Verlag; Auflage: 1., Auflage (24. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386879008X
  • ISBN-13: 978-3868790085
  • Autorenhomepage 
 

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