Mittwoch, 9. November 2011

[Rezension] Riggs, Ransom - Die Insel der besonderen Kinder

Mein Großvater hat mir seit jeher Geschichten über ein großes Haus auf einer Insel erzählt, im dem Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben würden. Als Kind habe ich ihm geglaubt, aber als ich älter wurde und Opa anfing von Monstern zu erzählen, habe ich seine Geschichten irgendwann als Märchen abgetan. Als er vor ein paar Monaten dann jedoch unter mysteriösen Umständen verstarb und überzeugt war, dass ihn Monster verfolgten, fing ich an daran zu zweifeln, dass es sich doch nur um ausgedachte Erzählungen handeln sollte. Deswegen mach ich mich jetzt mit einem Vater auf die Suche nach diesem Haus mit seinen besonderen Kindern, um endlich die Wahrheit zu erfahren.                                      Jacob

Mit "Die Insel der besonderen Kinder" ist Ransom Riggs ein fulminantes Romandebüt gelungen, das mich so sehr gefesselt hat, dass ich es nicht weglegen konnte und so bis morgens um 1 Uhr gelesen habe. Den Plot habe ich euch bereits oben aus der Sicht des Protagonisten geschildert und viel mehr möchte ich dazu auch gar nicht schreiben, denn die weiteren Inhalte sollte jeder Leser selbst entdecken.

„Gerade als ich mich an den Gedanken gewöhnte, dass dieses Leben keine Abenteuer für mich bereithalten würde, geschah etwas Seltsames. So wie alles, was einen für immer verändert, teilte es mein Leben in zwei Hälften: vorher und nachher.“ (Text auf dem Schutzumschlag)
Ich möchte stattdessen auf die Besonderheiten eingehen, die das Buch für mich zu einem absoluten Lesevergnügen gemacht haben. Da wäre zunächst der tolle Schreibstill von Ransom Riggs. Er hat es geschafft mich sofort in seine Geschichte hineinzuziehen und durch die Seiten fliegen zu lassen. Durch seine bildhafte, detaillierte Sprache konnte ich mir die Welt sehr gut vorstellen und er hat es außerdem geschafft, dass mir der Protagonist sofort sympathisch war, obwohl er am Anfang als Einzelgänger, fast ohne Freunde, beschrieben wird. Trotzdem steckt in Jakob so viel mehr, dass man ihn einfach mögen muss, und es ist sehr interessant seine Entwicklung im Laufe des Romans zu verfolgen.

Ein besonderes Highlight ist auch die Ausstattung des Romans. Es ist ein Hardcover mit Schutzumschlag, dessen grünes Design sowohl Fantasy als auch Nostalgie vermittelt und damit so ziemlich den Nerv des Buches trifft, denn genau darum geht es. Die Geschichte besitzt etliche Fantasyelemente, erzeugt aber auch eine schaurig, düstere Atmosphäre. Dieses wird durch Fotos im Roman noch verstärkt, denn zahlreiche alte Ablichtungen tauchen in dem Buch auf und Riggs hat es perfekt geschafft, diese mit seiner Geschichte  verschmelzen zu lassen. Das Bild auf dem Cover, welches ein schwebendes Mädchen zeigt, ist eins dieser Fotos, die auch im Roman zu finden sind. Alle Bilder stammen aus privaten Sammlungen, sind authentisch und wurden bis auf wenige Ausnahmen, die geringfügig nachbearbeitet wurden, unverändert übernommen. Diese Fotos verleihen dem Roman den besonderen Kick. Manche von ihnen dienen lediglich der Veranschaulichung einiger Personen oder Inhalte, manche erwecke ein Gefühl der Nostalgie und wieder andere verstärken das schaurige Gefühl beim Lesen des Romans.

Diesen Roman muss man selbst nicht nur lesen, sondern auch erleben. Die Atmosphäre genießen, sich durch die Fotos in längst vergessene Zeiten versetzen lassen, sich gruseln und den tollen phantastischen Ideen des Autors einfach hingeben. Es lohnt sich!





Fazit:  Ein unglaublich tolles Buch, das SO anders, aber SO großartig ist. Unbedingt lesen!
  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: PAN (2. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426283689
  • ISBN-13: 978-3426283684
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
  • Verlag/Verlagsgruppe


PS: Auf der Homepage des Autors habe ich erfahren, dass er bereits Fotos für eine Fortsetzung gesammelt hat. Wir können also gespannt sein, denn ich würde einen weiteren Band auf jeden Fall lesen wollen!



Kommentare:

  1. Jetzt habe ich schon so viele Rezensionen dazu gelesen, aber ich weiß irgendwie immer noch nicht worum es wirklich geht .. jaja, eine Insel, schon klar. Ich bin jedenfalls mega-mäßig gespannt, denn jeder ist begeistert von dem Buch und keiner kann mehr über den Inhalt erzählen - erinnert mich ein bißchen an den Märchenerzähler damals ... dann hibbel ich mal dem Buch entgegen, das irgendwo auf dem Weg zu mir ist ;)

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  2. Es ist nicht so, dass ich es nicht erzählen kann, ich könnte dir alles erzählen, wenn du wollen würdest, aber dann würde ich dir die Überraschung nehmen. Glaub mir! :)

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  3. Klingt ja echt super. Zum Glück habe ich das Buch da, sodass ich es hoffentlich bald lesen kann. Super Rezension.

    Liebe Grüße, Diti

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