Freitag, 18. November 2011

[Rezension] Stephan Brüggenthies - Die tote Schwester


Der Kölner Kommissar Zbigniew Meier wird auf einer Urlaubsreise nach New York von Samuel Weissberg, einem alten deutschen Emigranten, gebeten, nach seiner Schwester zu suchen, die nach dem zweiten Weltkrieg verschwunden ist. Zbigniew lehnt dieses zunächst ab. Als jedoch seine Freundin entführt wird, stößt er bei seinen Recherchen auch auf Hinweise auf die angeblich verstorbene Schwester des Emigranten. Von nun an versucht er beide Fälle aufzuklären, um beide Frauen lebend wieder zu finden.


"Die tote Schwester" ist nach "Der geheimnislose Junge" der zweite Fall für Kommissar Zbigniew Meier. Den ersten Roman habe ich bisher nicht gelesen, aber ich habe dieses nicht als störend empfunden. Was mich jedoch störte war der unaussprechliche Vorname des Kommissars. Mir hat sich im zweiten Band nicht offenbart, warum der Autor speziell diesen Vornamen für Herrn Meier auserwählt hat. Jedenfalls hat mich der Vorname immer wieder stolpern lassen, bzw. ich habe ihn letztendlich einfach immer überlesen.

Ansonsten lässt sich der Roman flüssig lesen, jedoch besitzt er etliche Längen, in denen sich der Autor in Ausschweifungen und unnötigen Informationen verliert. Diese Ausführlichkeit hat dazu geführt, dass ich den Roman oft als langatmig empfunden habe, was sehr schade ist, denn die Geschichte an sich ist spannend. Es hat mir gut gefallen, wie die beiden Handlungsstränge verknüpft wurden und sehr interessant fand ich die Informationen über die NS-Zeit. Der Autor scheint dafür viel recherchiert zu haben und beleuchtet die Zeit vor allem unter dem Aspekt der jüdischen Kunst und der jüdischen Künstler, was für mich relativ neu war.

Die Idee, Themen wie Nationalsozialismus, organisiertes Verbrechen und Kunstraub mit den geschichtlichen Hintergründen des dritten Reiches zu verbinden hat mir gut gefallen und bietet einen interessanten Ansatzpunkt, der leider durch einen langatmigen Schreibstil nicht zur vollen Geltung kommen kann.


Fazit:  Eine tolle Idee, die für meinen Geschmack nicht fesselnd genug umgesetzt wurde.

  • Gebundene Ausgabe: 440 Seiten
  • Verlag: Eichborn (25. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821861312
  • ISBN-13: 978-3821861319
  • Verlag:



Kommentare:

  1. So ganz kann ich mich dieser Meinung nicht anschließen, denn der Sprachstil war dem Thema durchaus angemessen und mich hat der Roman, der ein dunkles Kapitel unserer Geschichte zum Inhalt hat, durchaus gefesselt. Der Autor hätte dem Protagonisten lediglich einen anderen Namen geben können.

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  2. Ich habe das auch später noch mal von Freunden bestätigt bekommen, die das Buch ebenfalls gelesen haben. Insofern ist das auch noch heute meine Meinung.

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