Donnerstag, 19. Januar 2012

[Rezension] Kottmann, Agnes - Hassblüte

Irgendetwas stimmt an der ganzen Sache nicht, davon ist Michelle überzeugt. Warum sollte Robin erst bei einer Telefonseelsorge anrufen und dort einen Amoklauf ankündigen, um sich dann ein paar Tage später vom Balkon des Hochhauses, in dem beide wohnen, in den Tod zu stürzen? Michelle glaubt aber auch nicht an einen Unfall und versucht das Geheimnis zu lüften, was gar nicht so einfach ist, denn Robin hat so gut wie keine Freunde, die Michelle nähere Auskünfte geben könnten. Je tiefer sie sich in die Ereignisse verstrickt, desto mehr gefährdet sie auch ihr eigenes Leben.

Mit Robin möchte man wirklich nicht tauschen. Er hat keine Freunde, wird von fast allen nur gemobbt und das höchste der Gefühle ist, dass er von Michelle und ihrer Clique geduldet wird, jedoch macht sich keiner etwas aus ihm. Robin fristet bis zu seinem Tod ein ziemlich einsames Leben und selbst seine Eltern wissen nicht, dass seine angeblichen "Freunde" ihn nicht leiden können. Trotzdem schockiert der Tod Michelles Clique und vor allem sie selbst. Der Roman aus der Arena-Thriller-Reihe ist daher auch passenderweise aus ihrer Sicht geschrieben. Erst mit seinem Tod beginnt sie intensiv über Robin und vor allem ihrem Verhalten und das ihrer Freunde ihm gegenüber nachzudenken. Dabei fällt ihr auf, dass Robin etliche Grausamkeiten ertragen musste. Trotzdem kann sie sich nicht vorstellen, dass er gesprungen ist, aber sie hegt auch Zweifel an der Theorie, dass er aus Versehen gestürzt sein könnte. Wer könnte Robin durch seine Handlungen in den Tod getrieben haben?

"Mein Leben ist schon zerstört, ich bin sowieso schon tot", murmelte er und Helen schrak etwas zusammen. (Seite 10)
Mobbing ist und bleibt leider ein akutes Thema bei Jugendlichen und da es oft grausame Dimensionen annimmt, ist es für einen Arena-Thriller sehr gut geeignet. Die Autorin erschafft eine spannende Atmosphäre, in der viele Menschen an Robins Tod verantwortlich sein könnten. Nach und nach wird nämlich aufgedeckt, was Robin tatsächlich erleiden musste, wobei es sich meistens um psychische Grausamkeiten handelte, und es gibt viele Verdächtige, die mit ihren Taten evtl. das Fass zum Überlaufen gebracht haben könnten oder denen Robin schlicht und einfach im Weg war.

Die Arena-Thriller, die ich bisher gelesen habe, zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie aktuelle Themen präsentieren und spannende Lesestunden für Jugendliche und Erwachsene bieten. So ist es auch bei "Hassblüte", da im Roman viele "Schuldige" auftauchen und ich bis zum Ende nicht wusste, was nun wirklich passiert und wer oder was an Robins Tod Schuld war. Der Roman ist spannend geschrieben, leicht zu lesen und verarbeitet das Thema Mobbing sehr gut, ohne dabei den erhobenen Zeigefinger ins Spiel zu bringen. Trotzdem regt es aber zum Nachdenken über die Folgen von Mobbing an und vielleicht kann es in jedem Leser etwas bewirken.


Fazit:  Wer einen Roman über Thema "Mobbing", verarbeitet in einem Jugendthriller, lesen möchte, der ist mit dem Buch sehr gut beraten.

  • Broschiert: 246 Seiten
  • Verlag: Arena (September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401064401
  • ISBN-13: 978-3401064406
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:


Kommentare:

  1. Hallo!
    Seit so langem suche ich mehr Info über genau dieses Buch. Vielen, vielen Dank! Eine tolle Inhaltsangabe!

    Mit freundlichen Grüßen, Emma!

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  2. Danke für die Rezi!
    SIcher kein Buch für zwischendurch, solche Lektüre sollte man dann schon ernsthaft lesen, aber das was du geschrieben hast, klingt interessant. Ist auch mal gut, solchze Bücher vorzustellen, da das Thema ja durchaus aktuell ist.

    LG
    Lilly

    P.S: Das Buch ist angekommen *freu* und ich lese bereits fleißig <3

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