Samstag, 18. Februar 2012

[Rezension] Fey, Stephanie - Die Gesichtslosen

 
Nachdem Carina Kyrelies jahrelang als Knochen- und Mumienexpertin in Mexiko gearbeitet hat, kehrt sie nach München zurück, um dort in der Gerichtsmedizin zu arbeiten, da sie unter anderem Gesichter von bereits skelettierten Menschen rekonstruieren kann, wie keine Zweite. Ihr erster Fall erfordert genau diese Begabung, denn ein Killer zieht seinen Opfern die Gesichtshaut ab, um sich noch länger an dieser zu erfreuen.



"Die Gesichtslosen" ist der Auftakt einer Thrillerserie um die Rechtsmedizinerin Carina Kyrelies, dessen Kurzbeschreibung mich sofort begeistert hat. Die Zusammenfassung klang nach einem sehr spannenden Thriller und ich habe mich auf eine Rechtsmedizinerin als Protagonistin gefreut, da ich solche Roman immer sehr gerne lese. Nachdem sich bereits viele englischsprachige Autoren auf ebendiese Protagonistinnen konzentriert haben (z.B. Kathy Reichs), springt die deutsche Autorin Stephanie Fey nun auf diesen Zug auf und lässt ihre Thrillerserie in München spielen.

"Er atmete auf. Wenigstens das war ihm gelungen. Beim nächsten Mal würde er das Gesicht konservieren, noch bevor seine Liebste starb." (Seite 9)
Der Roman beginnt mit einem interessanten Prolog und einem spannenden ersten Kapitel, welches sich gleich mit dem Täter und seiner morbiden Vorliebe für Gesichter beschäftigt. Sofort entsteht eine spannungsgeladene Atmosphäre, die danach leider in sich zusammen fällt und sich nur wieder schwer aufbaut. Der Roman lässt sich zwar flüssig lesen, aber ich hatte das Gefühl, dass die Autorin ihn schlichtweg überladen hat. Für mein Lesevergnügen gab es einfach zu viele Handlungsstränge und Themen, die am Anfang überhaupt nichts mit einander zu tun hatten und von denen mich nicht alle interessiert haben. Später werden die Handlungsstränge miteinander verknüpft, aber zunächst hat man die Protagonistin mit Ausblicken in ihre Vergangenheit in Mexiko und ihrer Gegenwart in München, dann Kapitel aus der Sicht des Täters sowie ein Rückblick auf eine frühere Tat, dazu gibt es auch noch Kapitel aus der Sicht einer Frau, die scheinbar von einem Mann als Spionin zu DDR Zeiten missbraucht wurde usw. Weniger ist manchmal mehr und "überladen" ist einfach das Wort, das den Roman meiner Meinung nach am besten beschreibt.

Dir Grundidee des Romans verspricht einen wirklich spannenden Thriller, aber ich hätte ihn für gelungener gehalten, wenn sich die Autorin mehr auf diesen Kern konzentriert und nicht so viele andere Ideen eingebaut hätte. Des Weiteren verliert sie sich oft in zu vielen belangslosen Details, die mich nach kurzer Zeit gelangweilt haben. Diese beiden Aspekte haben den Roman für mich leider etwas kaputt gemacht, so dass ich - entgegen meiner Erwartung - kein spannendes Lesevergnügen hatte.



Buchtrailer

kleines Interview mit der Autorin über den Roman


Fazit:  Ein Roman, der leider nicht das halten konnte, was sein Klappentest versprach. Allerdings wäre es durchaus möglich, dass sich die Autorin beim nächsten Band ihrer Serie steigern kann. Ob ich den allerdings lesen werden, kann ich noch nicht sagen.

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (9. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453435869
  • ISBN-13: 978-3453435865



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