Montag, 20. Februar 2012

[Rezension] Mosby, Steve - Schwarze Blumen

Ein kleines Mädchen taucht eines Tages auf der Promenade eines englischen Seebades auf und erzählt, dass sie vor ihrem Vater geflohen sei, der auf einer abgelegenen Farm Frauen zu Tode quälen würde. Eine unglaubliche Geschichte, die die Polizei vor ein Rätsel stellt. Es kann nicht einmal mit Bestimmtheit gesagt werden, ob das Kind die Wahrheit erzählt oder nur eine Geschichte wieder gegeben hat, denn ein vor Jahren veröffentlichter Roman taucht plötzlich auf und schildert genau diese Erlebnisse. Sein Autor wurde ermordet und er ist nicht der Einzige, der mit dem Leben bezahlen musste.

Am Roman hat mich als erstes das Cover angesprochen. Auf der einen Seite ist es zwar sehr schlicht, auf der anderen Seite hat es aber auch eine besondere Ausstrahlung und weckt das Interesse an dem neusten Thriller von Steve Mosby, der durch den Roman "Der 50 / 50-Killer" in Deutschland bekannt wurde.

"Das ist Jane, als sie aufgehört hat zu reden. Als sie nicht mehr spielen konnte. Rings um sie öffnen und schließen sich im Takt pechschwarze Blütenblätter, hörbar wie Wimpernschläge im Dunkeln." (Seite 133)
Das Buch besteht aus 33 Kapiteln, die aus unterschiedlichen Sichten geschildert werden. Leider steht am Anfang eines Kapitels nicht, aus wessen Sicht jeweils erzählt wird, so dass man immer ein paar Zeilen oder Absätze braucht, um dahinter zu kommen. Der Roman ist ziemlich komplex. Viele Personen spielen eine entscheidende Rolle, Vergangenheit und Gegenwart fließen zusammen, es gibt etliche Buch-im-Buch-Passagen und zahlreiche Handlungsstränge tauchen auf, die jedoch Stück für Stück gekonnt miteinander verwoben werden, so dass der Inhalt gut ausgearbeitet und stimmig erscheint.

"Schwarze Blumen" ist spannend, allerdings nicht im Sinne von "Nervenkitzel", der mir leider etwas fehlte, sondern im Sinne von "Ich bin gespannt, was die einzelnen Handlungsfäden miteinander zu tun haben und was wirklich hinter der Geschichte des Mädchens steckt." Der Roman hat mich durch seine Vielschichtigkeit und das Auftauchen verschiedener Spuren und Ansätze fesseln können, allerdings erhoffe ich mir bei einem Thriller immer das Gefühl, dass mir der Atem beim Lesen vor Spannung stockt und das bietet dieses Buch nicht. Trotzdem überzeugt es durch die toll ausgearbeitete Geschichte, den interessanten Ansatz, ein kleines Mädchen am Anfang des Romans nicht verschwinden, sondern überraschenderweise auftauchen zu lassen, und bietet etliche Überraschungen. Obwohl das Ende zum Teil voraussehbar ist, lohnt es sich, den Roman zu lesen.




Fazit:  Leser, die ein Buch mit "Nervenkitzel pur" suchen, werden dieses Buch wahrscheinlich nur mittelmäßig finden. Wer sich jedoch von einem komplexen Plot und einem interessanten Ansatz fesseln lassen möchte, der ist mit "Schwarze Blumen" gut beraten.

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Droemer (3. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426199270
  • ISBN-13: 978-3426199275
  • Originaltitel: Black Flowers
  • Verlagsgruppe:




Kommentare:

  1. Danke für die tolle Rezi. Hatte das Buch schon selber im Auge.

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  2. Super Rezi, vielen Dank dafür. Hört sich nach einem guten Buch an und ich behalte es mal im Hinterkopf. :)

    LG
    Lilly

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  3. Hallo Claudia,

    man , das passt wirklich in mein Beuteschema. Danke für diese gute Rezi.

    LG..karin...

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