Dienstag, 6. März 2012

[Rezension] Henry, April - Lauf, wenn es dunkel wird

Es waren tausend Kleinigkeiten, die Cheyenne sofort sagten, dass es sich bei der Person, die gerade ins Auto gestiegen war, nicht um ihre Stiefmutter handeln konnte. Sie hörte es. Sie fühlte es. Nur sehen konnte sie es nicht. Jemand klaute das Auto, während sie unbemerkt auf der Rückbank des Wagens kauerte. Cheyenne war sich sicher, dass diese Person sie nicht bemerkt hatte. Sie versucht sich einen Fluchtplan zu überlegen, um ihrem Entführer zu entkommen. Jedoch macht es ihr die Dunkelheit nicht gerade einfacher - denn Cheyenne ist blind.


Als ich den Klappentext gelesen hatte, war mich sofort klar: Das Buch muss ich lesen! Denn diese paar Zeilen versprachen eine innovative Idee. Ich hatte bis dahin zumindest noch keinen Roman gelesen, in dem das Entführungsopfer blind war und quasi "aus Versehen" entführt würde. Daher war ich unglaublich gespannt darauf, wie die New-York-Times-Bestsellerautorin April Henry diese geniale Idee umgesetzt hatte.

Der Roman verzichtet auf ein langes Vorgeplänkel, beginnt mit der Entführung und kommt somit gleich zur Sache. Der Einstieg in den Roman fällt daher sehr leicht, die Story fesselt sofort und man wird nicht mit ausschweifenden Informationen oder einer Unmenge von Personen überrannt. Zunächst sind es nur Cheyenne und ihr Entführer, aus deren Perspektive die Kapitel abwechselnd geschildert werden. Der Schreibstil ist klasse und lässt einen buchstäblich durch den Roman fliegen.

"Lauf, wenn es dunkel wird" bietet eine tolle Mischung. Zum einen gibt es den Entführungspart, die spannende Seite, auf der man mit Cheyenne mitfiebert, sie für ihren Mut bewundert und mit ihr leidet, wenn ihr Pläne scheitern. Zum anderen erschafft die Autorin aber auch ein tolles Gesamtbild der Protagonistin. Sie geht ausführlich auf Cheyennes bisheriges Leben ein, wie sie bei einem Unfall vor 3 Jahren blind wurde und wie sich ihr Leben dadurch verändert hat bzw. mit welchen Schwierigkeiten sie dadurch zu kämpfen hatte. Dabei schafft es April Henry sich nicht in der Vergangenheit zu verlieren, sondern nur so viel zu erzählen, dass Cheyenne lebhaft wirkt und sympathisch erscheint, ohne dass das Jugendbuch jemals langweilt.

Die tolle Grundidee des Romans wurde hervorragend umgesetzt. Zwischendurch waren einige Teile vorhersehbar, anderes konnte mich dann jedoch wieder überraschen. Mit Cheyenne hat die Autorin wirklich eine heldenhafte Protagonistin erschaffen, sie sich ihrem Schicksal nicht hingibt, sondern immer wieder aufsteht und kämpft.



 Fazit:  Eine neue Romanidee, eine tolle Protagonistin, ein überzeugendes Jugendbuch --> Daher lesenswert!

  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Planet Girl; Auflage: 1. (21. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522502647
  • ISBN-13: 978-3522502641
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Originaltitel: Girl stolen
  • Verlagsgruppe:



Kommentare:

  1. Hi Claudia,
    danke für die tolle Rezension. Nun hab ich wieder ein Buch mehr auf der Wunschliste :o))
    LG ELa

    AntwortenLöschen
  2. Ohh ich bin so gespannt auf das Buch. Nach Deiner Rezi möcht ichs jetzt noch viel mehr lesen!! Supi!

    AntwortenLöschen