Freitag, 2. März 2012

[Rezension] Nora Melling - Schattenblüte (2) Die Wächter

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diese Rezension Band 1 als bekannt voraussetze. Somit können für Leser, die "Schattenblüte - Die Verborgenen" noch nicht gelesen haben, Spoiler vorhanden sein.


Thursen und Luisa möchten in der Silvesternacht ihr altes Leben zurück lassen und freudig in ihre gemeinsame Zukunft schauen. Es soll vorbei sein mit den Werwölfen, der Trauer und dem Tod von lieb gewonnenen Menschen. Es wird ihnen jedoch nicht einfach gemacht diesen Plan in die Tat umzusetzen, als sie eine übel zugerichtete Leiche im Wald finden. Thursen ist sich sofort sicher, dass sein altes Wolfsrudel dafür verantwortlich ist. Immer öfter verschwindet er im Wald, kann sich von seinen früheren Weggefährten nicht lossagen und währenddessen lernt Luisa Elias kennen, nichts ahnen, dass ihn und Thursen ein schreckliches Geheimnis verbindet.

"Die Verborgenen", der erste Band der Schattenblüten-Trilogie, hatte mich vor knapp einem Jahr so dermaßen begeistert, dass ich schon unheimlich auf die Fortsetzung gespannt war. Ich habe den zweiten Roman, "Die Wächter", sogar mehrfach als eins der Bücher genannt, auf die ich mich in diesem Jahr am meisten freuen würde. "Die Verborgenen" war für mich so magisch, so mitreißend, eben einfach toll. Als ich jedoch mit der Fortsetzung begonnen hatte, war ich wirklich schockiert. Ich bin überhaupt nicht gut in das Buch hinein gekommen und der Schreibstil konnte mich nicht mehr begeistern, im Gegenteil, der Roman las sich total abgehakt und es kam überhaupt keine schöne Atmosphäre auf, welche mich doch im ersten Band so gefangen genommen hatte.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Luisa und Elias geschildert. Somit ist dem Leser bereits im zweiten Kapitel klar, dass es sich bei Elias nicht um einen "normalen" Menschen handelt, sondern auch um ein "Fantasy-Wesen". Ich möchte jetzt nicht erzählen um welches, aber ich fand einfach, dass dieses überhaupt nicht zusammen passte. Ich wollte meine Werwölfe und die neuen Wesen haben es mir noch schwerer gemacht, einen Einstieg in dieses Buch zu finden.

"Ich bin eine Taucherin, atemlos, viel zu tief hinabgetaucht ins dunkle Wasser, die im schwerelosen Nichts nicht mehr weiß, wo oben ist. Thursen war meine Luft zum Leben." (Seite 81)

Natürlich habe ich den Roman trotzdem weiter gelesen. Erstens breche ich eh so gut wie nie Bücher ab und zweitens wollte ich so unbedingt, dass mir das Buch gefällt und konnte einfach nicht akzeptieren, dass mich die Fortsetzung so überhaupt nicht ansprach. Zum Glück wurde es dann doch noch besser. Das erste Drittel hat mir wirklich nicht gut gefallen und war, besonders verglichen mit meiner Erinnerung an den ersten Band, enttäuschend, aber dann wird die Story interessanter, die Werwölfe spielen wieder eine größere Rolle und auch der Zusammenhang zwischen den Wölfen und den anderen Wesen wird gegen Ende hin erklärt. 

Die letzten zwei Drittel des Romans haben mir dann endlich wieder Spaß gemacht. "Schattenblüte" ist gereift, hat etwas an Magie verloren und ist nicht mehr "so kindlich", sondern etwas düsterer und vielleicht auch grausamer geworden. Thursen und Luisas Beziehung verleiht den beiden nicht mehr die rosarote Brille, bleibt aber weiterhin interessant und glaubwürdig. Gegen Ende konnte ich mich dann auch mit den anderen Wesen anfreunden und bin nun, trotz des sehr, sehr holprigen Starts, auf den Abschlussroman der Trilogie gespannt.
Eine letzte Anmerkung soll der Ausstattung und dem Design des Buches gewidmet sein. Ich finde es wirklich sehr schade, dass der Verlag mitten in der Trilogie das Buchformat ändert. Der erste Roman ist als flexibles Hardcover erschienen - ein Format, welches mir persönlich total gut gefallen hat. Es ist stabiler als ein Taschenbuch, erhält definitiv keine Leseknicke im Buchrücken und ist günstiger als ein Hardcover. Die Fortsetzung ist nun leider nur noch als Softcover erschienen. Der Buchrücken ist zwar im gleichen Layout gestaltet, so dass man im Regal schon erkennt, dass diese Bücher zusammen gehören, jedoch stört es mich als Bücherliebhaber sehr, dass das eine Buch einen eher gewölbten Buchrücken hat und das Softcover den geraden eines Taschenbuches. Wenn der Verlag sich schon von der schönen Variante des flexiblen Hardcovers trennen möchte, dann wäre es zumindest schön gewesen, wenn bereits angefangene Trilogien noch im gleichen Format zu Ende geführt worden wären. Ansonsten gefällt es mir wieder sehr, dass der Titel und die Wassertropfen auf der Blüte geprägt sind.


Fazit:  "Die Wächter" wirkt reifer als der Auftaktroman und kann nach einem sehr holprigen Start doch noch fesseln.

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Polaris (1. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862520102
  • ISBN-13: 978-3862520107
  • Verlagsgruppe:



Kommentare:

  1. Ich bin ja jetzt total gespannt, wie mir das Buch gefällt. Band 1 war ja so ein Zwischending - mal sehr gut, dann total nervig. Nach deiner Rezension muss ich mich wohl zuhause gleich aufs Sofa fläzen (die anderen drei angefangenen Bücher ignorieren)und lesen ^^

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  2. @ Toll, ich fange das Buch dieses Wochenende an zu lesen. Liebe Grüße Hanne

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  3. Deine Rezi hat mich noch wesentlich neugieriger auf das Buch gemacht. Ich kann mir gar nicht vorstellen, daß sich der Stil so verändert :(

    Allerdings muß ich ehrlich sagen, hätte ich die Beziehung der Beiden schon im Teil 1 als tragisch und düster bezeichnet. Und nie rosarot. Aber magisch, ja das fand ich auch. Umso gespannter bin ich jetzt auf diesen zweiten Teil .. aber noch will ich mein Kaufverbot nicht brechen .. er muß also noch was warten :)

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  4. Ich finde auch, dass dieser zweite Teil erwachsener ist als der erste. Auch, wenn ich Luisas Verhalten nicht immer erwachsen fand. ;-) Von mir gab's 4,5 Sterne für dieses Buch. Mit dem Einstieg hatte ich eigentlich keine Probleme, im Gegenteil. Aber das ist ja Geschmackssache.

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