Dienstag, 20. März 2012

[Rezension] Winter, Hanna - Opfertod

Als Lena Peters ihren ersten Fall als Profilerin antritt, hat ein Psychopath in Berlin bereits etliche Frauen getötet und sie mit chirurgischer Präzision verstümmelt. Seine Motive sind noch völlig unklar. Wie wählt der Serienkiller seine Opfer aus und warum entfernt er die Körperteile so sorgfältig? Die Polizei tappt im Dunkeln und Lenas Fähigkeiten als Kriminalpsychologin sind gefragt. Jedoch hat sie mit Hindernissen in den eigenen Reihen zu kämpfen, sowohl privat, als auch beruflich, und als der Mörder von ihren Nachforschungen Kenntnis erhält, wird der Fall für Lena Peters selbst immer brisanter.


Im letzten Jahr habe ich Hanna Winter für mich entdeckt und ihre beiden ersten Romane "Die Spur der Kinder" und "Stirb" gelesen. Beide Thriller haben mir sehr gut gefallen. Sie haben bei mir zwar keinen Dauerpuls von 180 verursacht, aber ich mag ihren Schreibstil einfach. Daher war für mich klar, dass ich den nächsten Roman auch lesen musste. Waren die ersten beiden Romane unanhängig von einander, startet Winter mit "Opfertod" nun eine Serie um die Kriminalpsychologien Lena Peters, die nach Berlin kommt, um dort die Polizei als Profilerin zu unterstützen.

"Bei ihm konnte er der sein, der er in seinem tiefsten Inneren war: Artifex. Der begnadete Künstler. Der Meister. Der Richter über Leben und Tod." (Seite 57)
Lena Peters ist eine tolle Protagonistin, die mir sofort sympathisch war und von der ich unbedingt noch mehr lesen möchte. Hanna Winter hat mit ihr einen interessanten Charakter erschaffen, der weder Superman-Kräfte hat, noch wegen der eigenen Vergangenheit im Selbstmitleid badet. Sie ist taff und intelligent, manchmal aber auch verletzlich. Wie jeder Mensch hat sie aus ihrer Vergangenheit ein Päckchen zu tragen, aber Winter reizt dieses nicht aus und lässt Peters durchweg authentisch erscheinen.

Meiner Meinung nach hat sich die Autorin im Vergleich zu ihren ersten beiden Romanen gesteigert. Sie hat bisher keine Pageturner geschrieben, wenn man dabei nur den Nervenkitzel und die Spannung betrachtet, bei "Opfertod" jedoch gibt es mehrere Stellen, in denen sie auch in diesen Bereichen punkten kann. Generell zeichnen sich ihre Romane eher durch den Plot, die Charaktere und den tollen Schreibstil aus, aber nun wird es auch in Sachen Nervenkitzel spannender. Es gibt ohne Frage nervenaufreibendere Thriller, aber ich bin einfach ein Fan von ihrem Schreibstil und ihren Romanen.

Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, hauptsächlich aus der von Lena Peters und der des Killers. Durch die abwechslungsreiche Präsentation der Handlung bleibt der Roman stets interessant und dank Winters tollem flüssigen Schreibstil fliegt man durch die Seiten, obwohl es sich bei dem Buch um einen Thriller handelt.. Ich habe den Roman regelrecht verschlungen und bin froh, dass er der Auftakt zu einer Serie darstellt, denn sowohl von der Protagonistin Lena Peters, als auch von Hanna Winter will ich mehr lesen.



Winters Romane in der Übersicht:

2010
2012
2011

Fazit:  Ein Thriller, der einen tollen Auftakt zur neuen Serie darstellt. Hannah Winter hat sich weiter verbessert und überzeugt mit ihrem dritten Roman, wobei sie ihrem Stil treu bleibt. Wer also ihre anderen Romane mochte, wird nicht enttäuscht werden. Wer durchgängig den Nervenkitzel sucht, sollte sich wahrscheinlich nach einem anderen Roman umschauen.

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (17. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548283667
  • ISBN-13: 978-3548283661
  • Verlagsgruppe:


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