Mittwoch, 9. Mai 2012

[Buchtipp] Spencer, Kristy/Spencer, Tabita Lee - Dark Angels' Fall (2) Die Versuchung" - Die dunklen Engel fliegen wieder ...

Hallo zusammen!

Diesen Jahr im Januar hatte ich euch anhand dieser Rezension den ersten Band der Tetralogie "Dark Angel's Fall" vorgestellt und nun fliegen die dunklen Engel bald wieder, denn im August wird der zweite Band mit dem Namen "Die Versuchung" erscheinen.

Um euch die Wartezeit etwas zu verkürzen, darf ich euch schon einmal den Prolog des Buches präsentieren. Viel Spaß!


Der Regen prasselt gleichmäßig und monoton auf den Ford Ranger herunter. Im Radio läuft Hank Thompsons „Six Pack to go“, der Pickup schnurrt die gerade Straße entlang. Scheiß Wetter, denkt Ferris, und tippt im Takt der Musik mit den Fingern auf das Lenkrad. Alles Scheiße, nicht nur das Wetter. Aber es gibt für alles eine gute Erklärung, vermutlich auch für Mileys Verschwinden. Wahrscheinlich ist er bei Dawna.
Die Scheibenwischer rasen über die Frontscheibe und befördern riesige Wassermengen nach links und rechts. Er ist nicht bei Dawna, er ist nicht auf Whistling Wing, das habe ich im Gefühl, denkt sie schon wieder, ich brauche dort gar nicht aufzutauchen. „Six Pack to go“ verklingt, und die ersten Klänge von „This ain't my first rodeo“ erfüllen das Auto.
Es ist nur wegen Whistling Wing, flüstert es in ihr. Ich grusle mich vor Whistling Wing. Das ist alles. Die Bilder von damals sind so schnell in ihrem Kopf, dass es schmerzt. Mrs. Spencer, die am Boden liegt. Der komische Vogel mit dem kahlen Gesicht über ihr. Als wäre er der Tod, der über dem Leben kauert. Im nächsten Moment taucht im strömenden Regen die Abzweigung nach Whistling Wing auf und sie biegt ohne zu blinken ab.
Die Scheibenwischer kämpfen gegen die Wassermassen an. Später weiß sie nicht mehr, was ihr zu erst aufgefallen ist. Dass das Radio zu spinnen anfängt und rauscht und knackt oder dass ein seltsames Wummern durch die Country Musik und das Prasseln des Regens dringt. Wie ein Hornissenschwarm taucht eine Gruppe von Motorradfahrern hinter ihr auf, hängt sich an sie, als würde sie sie verfolgen. Viel zu nahe, bedrohlich, eine schwarze Horde von Fremden. „Überholt doch“, murmelt sie an sich selbst gerichtet und geht ein wenig vom Gas. Das Knistern und Kreischen im Radio pfeift in ihren Ohren. Sie schlägt mit der rechten Hand auf das Gerät, aber davon wird es nicht besser. Die Motorradfahrer überholen nicht, das Grollen der schweren Dukes hängt sich im Auto fest wie in einem Spinnennetz und erfüllt ihren Kopf mit einem dumpfen Sog. Ich werde krank, denkt sie, und geht noch mehr vom Gas.
Plötzlich überholen die Motorradfahrer doch. Es geht alles blitzschnell, die Motorräder grollen vorbei, sind vor ihr, stellen sich schräg. Im letzten Moment macht Ferris eine Vollbremsung, der Sicherheitsgurt schneidet ein, das Radio verstummt.
Was soll das, Leute. Seid ihr verrückt, will sie schreien, aber ihr Gehirn scheint zu stottern anzufangen. Keine Sekunde später springt einer der Motorradfahrer auf die Kühlerhaube des Pickups. Mit weit aufgerissenen Augen starrt sie auf den seltsamen Mann. Das Blech der Kühlerhaube verbiegt sich, quietscht, mit einem Ruck reißt er den Helm vom Kopf. Seine weiß-blonden Haare sehen wirr aus, seine laserblauen Augen fokussieren sie. Die einzige Emotion, die er ausstrahlt, ist tiefster Hass. Schwarzer, dunkler Hass, der alles zerschmilzt, was sich in seinen Weg stellt.
Geh weg, kann sie noch denken, dann setzen ihre Gedanken aus, das Gefühl von Hilflosigkeit und Angst drückt ihr den Hals zu.
„Du hast etwas, was wir brauchen“, sagt er so klar in ihrem Kopf, als würde er neben ihr sitzen. Die nächsten Worte spricht er so langsam, dass sich jeder Laut wie ein Messerstich in ihre Gedanken bohrt. „Du wirst es uns geben.“
Sie weicht seinem Blick aus, kann es nicht mehr ertragen, die eisigen Augen auf sich gerichtet zu wissen. Der Motorradfahrer scheint eine irrsinnige Hitze auszustrahlen, die Kühlerhaube beginnt zu dampfen, das Wasser darauf verdunstet in rasender Geschwindigkeit.
„Wenn du es nicht UNS gibst“, flüstert es bedrohlich in ihrem Kopf, und allein die Stimme scheint alle Muskeln in ihr zu lähmen, „... sondern ihnen …“
Die Motorhaube kreischt metallisch auf.
„Bist. Du. Tot.“
Im nächsten Moment springt der Mann mit einer Lässigkeit vom Auto, die nicht an einen Menschen erinnert.
„Sondern ihnen“, wispert es in ihrem Kopf. „Sondern ihnen.“
Als wäre es alles nur ein schlechter Traum gewesen, verschwinden die Motorradfahrer im strömenden Regen, das Wummern entfernt sich, verklingt in der Ferne. Sie starrt die Motorhaube an, der dunkle Sog in ihrem Kopf entweicht. Das Gefühl, einer Katastrophe entgangen zu sein, macht sie zittrig. Das Radio setzt wieder ein, Bobby Bare singt „Detroit City“. Und schon bedeckt wieder der Regen die trockene Kühlerhaube und die Spur, die man dort sehen konnte, verschwindet in der Nässe.
Zwei Krallenabdrücke eines riesigen Vogels.

Danke an den Arena Verlag, für die Vorableseprobe!


Außerdem hat mir Arena noch folgendes verraten:
Übrigens: Die Autorinnen Kristy und Tabita Lee Spencer sind gar nicht so amerikanisch, wie ihr Name klingt. Ab sofort posten wir täglich einen Tipp zur wahren Identität der Autorinnen. Am 7. Juni zeigen sie dann ihr wahres Gesicht. Ratet mit und schickt eure Vermutung, wer die beiden wirklich sind, bis zum 6.6.2012 an presse@arena-verlag.de.
Die Tipps findet ihr --> hier



Habt ihr eigentlich den ersten Band gelesen? Falls ja, seid ihr auf den zweiten gespannt?


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