Samstag, 5. Mai 2012

[Rezension] Jacobs-Waibel, Diana J. - Wandelwelt (1) Noumi-Minou

Minou liebt es Kind zu sein, zu träumen und ihre Kreativität auszuleben. Leider sieht ihre Lehrerin Frau Besserwissen das gar nicht gerne und versucht ihr diese Flausen auszutreiben, denn spätestens mit dem Schuleintritt sollten Kinder das Träumen sein lassen und sich auf Zahlen und Buchstaben konzentrieren. Nicht nur Minou ist damit unglücklich, sondern auch ihr Kleines Wesen Noumi, denn was soll aus ihr werden, wenn Minou plötzlich nicht mehr an Elfen, Feen und andere -für Erwachsene nicht erklärbare Dinge- glaubt.


In ihrem ersten Kinderbuch hat Diana J. Jacobs-Waibel die wunderschöne Wandelwelt erschaffen. In dieser leben Astweiblein, Feuerdrachen, Baummänchen, Wurzelelfen, Feen und Kleine Wesen. Jeder Mensch hat ein Kleines Wesen, welches ihm vom Äußeren gleicht, aber eben ganz klein ist und in der Wandelwelt lebt. Sobald jedoch ein Mensch anfängt seine Fantasie zu vergessen, verblasst sein Kleines Wesen und gehört irgendwann der Gruppe der Vergessenen an. Etwas Schlimmeres gibt es für die Kleinen Wesen nicht und als Noumi merkt, dass sie langsam ihre Farbe verliert und droht unsichtbar zu werden, macht sie sich auf in die Menschenwelt, um dort ihren Menschen, Minou, zu finden und ihr zu helfen, ihre Fantasie wieder zu finden.

Ich persönlich finde es unglaublich wichtig, dass man Kinder heutzutage noch Kinder sein lässt, dass man ihnen nicht schon im Grundschulalter mit Leistungsdruck kommt und ihnen versucht ihre Kreativität und ihre Fantasie zu rauben, denn das macht Kinder aus und das macht ihre Welt so wunderbar. Trotzdem hat man in der heutigen Zeit so manches Mal das Gefühl, dass für diese Träumereien kein Raum mehr ist und deshalb finde ich es sehr wichtig, dass dieses Thema auch in Büchern aufgegriffen wird, denn Fantasie bei Kindern ist ein erstrebenswertes Ziel.

"Wie konnte sie das Träumen abschalten? Sie musste lernen, sich zu konzentrieren. Aber wohin mit all den Träumen und den schönen Fantasien?" (Seite 23f.)

Mir gefällt die Idee unglaublich gut, dass mit der Fantasie auch das Kleine Wesen verschwindet und dieses darum kämpft, dass das Menschenkind wieder träumen und kreativ sein mag. Die Geschichte ist sehr kindgerecht erzählt, präsentiert die Wandelwelt in einer fesselnden Art und Weise und macht einfach Lust darauf, seine eigene Fantasie wieder zu finden und auszuleben. Sogar Frau Besserwissen kann sich irgendwann nicht mehr gegen Noumis Einfluss wehren und wird an ihre eigene Kindheit erinnert. Toll fand ich auch, dass der Name des Kleinen Wesens ein Anagramm (Umstellung der Buchstaben eines Wortes, um ein neues Wort zu bilden) des dazugehörigen Menschenkindes ist.

Der Auftakt zur Wandelwelt-Reihe, die hoffentlich bald eine Fortsetzung erhalten wird, wurde mit Illustrationen von Kerstin Zemke verziert, welche wirklich hervorragend in dieses Kinderbuch passen. Es wurden dezente Farben benutzt, die sehr angenehm sind, besonders wenn man sie mit anderen aktuellen Einflüssen, die auf Kinder einprasseln (z.B. Werbung im TV oder in Printmedien) vergleicht. Außerdem sind die Zeichnungen sehr liebevoll ausgearbeitet und krönen eine tolle Geschichte.


Beispiele für die Illustrationen findet ihr --> hier


Fazit:  Das Buch lädt dazu ein, die Fantasie wieder zu finden, sie zuzulassen und auszuleben. Dieses ist unglaublich wichtig und deshalb können mein Kleines Wesen Adulica und ich das Buch uneingeschränkt empfehlen.

  • Gebundene Ausgabe: 55 Seiten
  • Verlag: Finde Fantasie; Auflage: 1., Auflage (August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981222903
  • ISBN-13: 978-3981222906
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 7 Jahren 
  • Autorenhomepage
  • Facebook Seite der Autorin


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