Samstag, 23. Juni 2012

[Die Story hinter dem Buch] Sabbag, Britta - Pinguinwetter


heute:


"Pinguinwetter" von Britta Sabbag



„Als hätte man eine Prosecco-Flasche dreißig Jahre lang geschüttelt und nun aufgemacht.“

In letzter Zeit werde ich häufig gefragt, wie ich zum Schreiben gekommen bin. Entgegen meiner Behauptung, nichts mit der Protagonistin meines Romans, Charlotte, gemein zu haben (gut, das mit der Tollpatschigkeit... aber es war nur eine einzige Weihnachtsbaumkugel!  Und das mit den Süßigkeiten, aber natürlich nie unter der Dusche!), – also entgegen dieser Behauptung habe ich ebenso wie Charlotte eine unerwartete Kündigung erlebt.

Als ich dann wie in einem schlechten Hollywood-Film mit einem Karton voll mit meinen Sachen nach Hause ging, war ich komischerweise gar nicht richtig traurig. Nach sechs nachdenklichen Tagen im Wald (nicht am Stück J) stellte mir die Frage: Was wolltest du schon immer tun? Und auf einmal wusste ich: Jetzt ist es Zeit, das zu machen, wovon du immer geträumt hast: Schreiben! Ich setzte mich an den PC – und fing an. 

Es war, als hätte man eine Prosecco-Flasche dreißig Jahre lang geschüttelt und nun aufgemacht!
Die Figuren und die Geschichte um Charlotte waren sofort da, sie standen im Prinzip direkt neben mir. Ab diesem Tag betrachtete ich das Schreiben wie einen Bürojob, fing morgens um 9 Uhr an und schrieb bis 17 Uhr.

Als der Roman nach einigen Monaten fertig war, fing ich an, mich in die Buchbranche einzuarbeiten. Wer verlegt was, Agent ja oder nein? 
Relativ schnell fand ich einen kleinen Verlag, der mein Buch haben wollte. Es vergingen aber trotzdem noch Monate, bis überhaupt etwas passierte. Diese Zeit nutzte ich, um Schreibseminare zu besuchen und viel über Struktur und Regeln des Romans zu lernen. 

Dann sollte es zur Veröffentlichung kommen, aber der Verlag schob den Termin raus. Auch bei verschiedenen anderen Punkten kam ich mit dem Verleger nicht überein – nur, was sollte ich tun? Immerhin war es meine erste Veröffentlichung und ich war froh, überhaupt so schnell einen Vertrag bekommen zu haben. Auf einer Veranstaltung lernte ich dann meine jetzige Agentin kennen, ich sprach sie einfach an. Sie las das Manuskript und war überzeugt, dass sie es bei einem großen Publikumsverlag unterbringen könnte. Nur wie sollte ich aus dem Vertrag raus? Ich überlegte fünf Tage lang herum und kam nicht weiter. Und dann, wie auf Bestellung, kam eine Mail vom Verleger, dass der Termin sich weiter verzögert und ich aus dem Vertrag aussteigen könne. Sofort rief ich meine Agentin an und löste mit zitternden Händen den Vertrag auf, und fragte mich sicher tausendmal, ob ich das Richtige tat. Am Ende hätte ich womöglich alles verloren – denn auch eine Agentin kann nichts garantieren. Über drei lange, lange Monate vergingen. Und dann, eines Morgens, kam der ersehnte Anruf: Mein Wunschverlag Bastei Lübbe hatte zugesagt. Man kann sich vorstellen, wie sehr ich aus dem Häuschen war. Mut lohnt sich immer – das habe ich daraus gelernt.  

Pinguinwetter ist ein sehr persönliches Buch, auch wenn die Geschichte frei erfunden ist. Meine Hauptfigur Charlotte ist immer ehrgeizig und strebsam gewesen – bis zu ihrer überraschenden Kündigung. Das bringt Charlottes ganze Weltordnung durcheinander, und anstatt sich mit den Problemen auseinanderzusetzen, schiebt sie unangenehme Dinge weg, was natürlich alles nur noch schlimmer macht. Dazu kommt, das Charlotte ein Abonnement auf Fettnäpfchen zu haben scheint, und ein bisschen Charlotte steckt auch in mir. (Ich bin froh, wenn ich am Ende des Tages meine Wohnung nicht in Brand gesetzt habe;-) 

Ich glaube, Pinguinwetter ist eine gute Mischung aus Lach- und Schmunzelmomenten und nachdenklichen Szenen geworden, die auch ein wenig traurig sind. Einfach genau so, wie das Leben eben ist.
Jeder kennt doch sein ganz persönliches Pinguinwetter, wenn alles schief geht, nichts mehr läuft und alles auf einmal kommt. Und man dann aber, leider eben nur viel später, feststellt, dass das alles doch für irgendetwas gut war. 

Deswegen: Nie aufgeben bei Pinguinwetter!
geschrieben von Britta Sabbag


  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (22. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404166523
  • ISBN-13: 978-3404166527



"Pinguinwetter" ist gerade erschienen, kann also jetzt sofort von euch gekauft und verschlungen werden. Ich finde das Cover schon total klasse und hoffe, dass Britta Sabbag ihre Geschichte unterhaltsam aufs Papier gebracht hat.

Was sagt ihr zu dem Buch oder zu ihrer Story hinter ihrem Roman?

PS: Wer sich angesprochen fühlt, der sollte die nächste Woche meinen Blog nicht aus den Augen lassen, denn dann wird es ein Gewinnspiel und eine Rezension zu diesem Buch geben.


1 Kommentar:

  1. Das Cover ist echt total niedlich.
    Ich habe das Buch auch schon gelesen und zwar an einem Tag im Krankenhaus bei Pinguinwetter ;-)
    Mir hat die Geschichte auch ganz gut gefallen. Man kann schmunzeln auch mal lachen ... aber im Grunde ist es, wie soll ich sagen, wie eben diese typischen "Frauenbücher"
    Viel Alkohol, körperliches und geistiges Gehen lassen, Freunde weg ... und all das.
    Aber wie gesagt, für einen unschönen Nachmittag eine nette Aufheiterung.:-)

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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