Donnerstag, 7. Juni 2012

[Rezension] Bidell, J.J. - Tag der Toten

Allerheiligen einmal anders, denn Franziska verbringt diesen Feiertag mit ihrer Familie in Mexiko, wo dieser Tag mit einem karnevalsähnlichen Umzug gefeiert wird. Franziska kann sich nicht entscheiden, ob sie den Umgang der Mexikaner mit dem Tod eher grotesk oder faszinierend finde soll. An Schauergeschichten glaubt sie jedenfalls nicht und trotzdem hätte sie auf ihren einheimischen Bekannten hören und die schreckliche Gasse nie betreten sollen, denn diese ist verflucht und ein Geist geht dort um und wartet schon auf Franziska.


"Tag der Toten" ist eine Kurzgeschichte der Autorin J.J. Bidell, die mich bereits mit ihrer Fantasy-Trilogie "Im Schatten des Mondlichts" begeistern konnte. Die ca. 13 Seiten lange Geschichte führte mich ins bisher recht unbekannte Mexiko und das gleich zu einem besonderen Feiertag: Allerheiligen. Wohingegen der Feiertag in Deutschland eher traurig und nachdenklich angehaucht ist, zelebrieren die Mexikaner diesen Tag förmlich mit einer großen Feier. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin detailliert und anschaulich beschreibt, was Franziska dort sieht (Masken, geschmückte Altare, ...), so dass man als Leser das Setting genau vor sich sieht. Der Ausflug in die unbekannte Kultur hat mir gut gefallen, auch wenn ich mich -genau wie Franziska- nicht entscheiden konnte, ob das ganze grotesk oder faszinierend wirkt. Interessant war es auf jeden Fall.

 "Auf sieben Ebenen des Altars lagen die Gaben, die den Rückweg der Toten in dieser Nacht erleichtern sollten." (Seite 5)
Die Story lässt sich gut lesen, jedoch hätte man mehr daraus machen können. Kurzgeschichten müssen für mich immer eine Pointe haben, also etwas überraschendes am Ende und das fehlte mir hier. Der Stimmungsaufbau ins Mystische oder Spannende beginnt, trotz der wenigen Seiten, ein Aberglaube wird geschickt mit dem Geschehen kombiniert, aber dann habe ich noch auf das gewisse Etwas gewartet, aber dieses kam nicht (mehr). Der Plot ist schon sinnvoll, aber ohne den besonderen Schlusseffekt, hängt der Geschichte leider ein etwas langweiliger Nachgeschmack an und das Potential der Story wirkt vergeudet.

Fazit:  Die Kurzgeschichte lässt sich aufgrund des interessanten Ansatzes gut lesen, aber das gewisse Etwas am Schluss fehlt leider.

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 97 KB - 13 Seiten
  • Verlag: Elke Becker (16. Mai 2012)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00843DCTG

1 Kommentar:

  1. Genauso ging es mir beim lesen auch und am Ende war ich scho fast etwas enttäuscht.

    LG
    Jai

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