Samstag, 9. Juni 2012

[Rezension] Lawrence, C. E. - Lee Campbell (2) Wehe dem, der Gnade sucht

Zwei Leichen, zwei Selbstmorde, zwei Abschiedbriefe ... Eigentlich scheint die Sachlage klar zu sein, trotzdem bleibt ein fahler Nachgeschmack. Bei den forensischen Untersuchungen wird dann tatsächlich belegt, dass beide Opfer vorher betäubt wurden und somit wird die Selbstmordtheorie ad acta gelegt und das Team rund um Lee Campell beginnt seine Ermittlungen. Es dauert nicht lange, bis eine weitere Leiche gefunden wird, welche auf eine brutalere Art und Weise getötet wurde, und spätestens dann ist klar, dass die angeblichen Abschiedsbriefe eher verstörende Nachrichten des Killers sind, mit denen er mit den Ermittlern spielt.

"Wehe dem, der Gnade sucht" ist nach "Gott geweiht" der zweite Band der amerikanischen Autorin C. E. Lawrence um ihren Protagonisten Lee Campbell, der in New York als Profiler arbeitet. Obwohl ich den ersten Roman nicht gelesen habe, konnte ich dem Geschehen des zweiten Teils problemlos folgen. Lawrence' neuster Roman bietet eigentlich alles, was ein Thriller haben muss, um überzeugen zu können: Einen sympathischen Hauptcharakter, interessante Nebenfiguren, Perspektivwechsel zwischen Ermittler, Täter und einigen anderen Charakteren ohne dabei verwirrend zu wirken, einen gestörten Killer mit entsprechenden Beweggründen für seine Tat und einen leichten Schreibstil, so dass man den Roman problemlos weg lesen kann.

">>Ich vermute, dass in seiner Vergangenheit irgendein Traum gibt, wahrscheinlich in der frühen Kindheit, bei dem Wasser eine Rolle spielte. Und bei seinen Morden inszeniert er diese Erlebnisse noch einmal, durchlebt sie erneut.<<" (Seite 131)

Auch wenn die meisten Grundvoraussetzungen vorhanden sind, fehlte mir das wichtigste nämlich die Spannung. Es ist vielleicht wichtig zu wissen, dass ich ein Thriller-Fan bin, daher schon etliche Romane des Genres gelesen habe und meine Ansprüche dementsprechend vielleicht auch hoch sind, aber spannend geht leider anders. Der Roman lässt sich wirklich gut lesen, die Story ist auch interessant, aber eine fesselnde Atmosphäre während des Romans oder ein fulminantes Ende sucht man vergebens und das ist doch genau das, was einen tollen Thriller ausmacht.

Fazit:  Der Roman ist lesenswert für Menschen, die gerne interessante Bücher aus dem Thriller-Genre lesen und dabei ohne Nervenkitzel-Spannung auskommen. Wer jedoch einen rasanten Page-Turner sucht, sollte das Buch lieber liegen lassen.

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (April 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349226445X
  • ISBN-13: 978-3492264457
  • Originaltitel: Silent Victim
  • Verlag:

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