Freitag, 8. Juni 2012

[Rezension] Matson, Morgan - Amy on the summer road

Nachdem Amys Vater gestorben ist, zieht ihre Mutter von Kalifornien an die Ostküste der USA. Amy bleibt für ein paar Wochen noch in ihrem alten Zuhause, um das Schuljahr zu beenden, und anschließend soll sie ihrer Mutter folgen. Diese bittet Amy plötzlich das Auto zu überführen und hat dafür schon alles geplant: Die Route, die Unterkünfte und einen Mitfahrer, Roger. Amy passt nichts davon in den Kram, doch dann stellt sich Roger als ziemlich sympathisch und gut aussehend heraus und als sie spontan die Route etwas interessanter gestalten, könnte der Roadtrip doch noch ganz ein tolles Abenteuer werden.

Als ich von diesem Jugendbuch zum ersten Mal erfuhr, war mir sofort klar: Das muss ich lesen! Ich selbst liebe die USA und habe dort auch schon mal einen Roadtrip gemacht -auch wenn es keine "quer-durchs-Landtour" war, sondern nur ein 4-Staaten-Roadtrip- aber auch das hat schon gereicht, um Blut zu lecken. Mit diesem Roman konnte ich nun Amy auf ihrem Roadtrip begleiten, die vorher noch nie den Staat Kalifornien verlassen hatte. Seit dem Tod ihres Vaters vor knapp drei Monaten hat sich Amy völlig in sich zurück gezogen und fast jeden Kontakt mit der Außenwelt vermieden, woran fast alle Freundschaften zerbrochen sind. Amys Vergangenheit und vor allem die Geschehnisse wie es zum Tod ihres Vaters kam und wie sehr dieses Amys Verhalten verändert hat, werden geschickt über Rückblenden erklärt, denn Amy redet darüber nicht und bleibt sehr verschlossen.

Roger schafft es jedoch mit seinem sonnigen Gemüt Amy immer mehr aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Mit ganz kleinen Schritten spürt sie wieder, dass das Leben noch schöne Seiten hat und so entwickelt sich der Roadtrip für Amy fast zu einer Art Eigentherapie, bei der sie die Vergangenheit langsam zu verarbeiten beginnt, die sie vorher nur verdrängt hat. Roger und dieses kleine Abenteuer waren somit das Beste, was Amy passieren konnte, auch wenn sie dieses zunächst überhaupt nicht so sieht und Roger ihre Ablehnung anfänglich auch sehr zu spüren bekommt. Eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden ist ja schon fast unvermeidlich und rundet die tolle Geschichte perfekt ab.

"Wie schon am Tag vorher sah es aus, als hätte jemand die Landschaft ausgeklappt, damit man unendlich weit sehen konnte, und das alles unter einem Himmel, der noch viel größer und blauer war als der in Nevada - ich schwör's." (Seite 156)

Besonders gut hat mir gefallen, dass Morgan Matson den Leser nicht nur in der eigenen Fantasie mit auf den Roadtrip nimmt, sondern dieses sogar anschaulich gestaltet, in dem im Roman immer wieder Fotos, Einkaufszettel, Speisekarten oder ähnliches auftauchen, so dass man ein noch intensiveres Eintauchen in die Geschichte erleben kann. Dieses Extra passt hervorragend in das Buch und hat für mich persönlich das Lesenvergnügen noch erhöht.

Der Roman kann prima unterhalten, wobei der Schreibstil recht einfach und manchmal auch etwas flach gehalten ist. Es hat Spaß gemacht, den Roadtrip und vor allem Amys Veränderungen zu verfolgen. Manches Mal ist der Roman humorvoll, des Öfteren aber auch bewegend und vor allem aktiviert er das Fernweh und macht Lust auf einen eigenen Roadtrip.
Fazit:  Das Buch ist toll, mir fehlte manchmal nur das gewisse Etwas, der letzte Funke, dass es mich noch etwas mehr berührt hätte. Trotzdem absolut lesenswert.

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: cbj (9. April 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570401324
  • ISBN-13: 978-3570401323
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Originaltitel: Amy & Roger's Epic Detour
  • Verlag:


1 Kommentar:

  1. Mir hat dieses Buch auch sehr gut gefallen. Und sogar dieser gewisse Funke, von dem du schreibst, ist übergesprungen. Eines meiner absoluten Highlights letztes Jahr, ich hatte danach direkt das Bedfürnis das Auto meiner Eltern zu "leihen" und einfach loszufahren :D

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