Mittwoch, 27. Juni 2012

[Rezension] Sabbag, Britta - Pinguinwetter

In Charlottes Leben geht es drunter und drüber. Selbst nach knapp 30 Jahren Lebenserfahrung gelingt es ihr nicht, Ruhe und Beständigkeit in ihren Alltag einkehren zu lassen. Aktuell ist es besonders schlimm: statt Beförderung ist der Job gleich ganz weg (schließlich ist die Auftragslage schlecht, das müsse Charlotte verstehen), die langjährige Bettgeschichte hat sich ebenfalls verabschiedet (sie will plötzlich in den Hafen der Ehe einlaufen), weit und breit kein tauglicher Mann in Sicht (woher auch nehmen und nicht stehlen), die eigene Mutter sitzt im Gefängnis von Grönland (kein Kommentar) und dann wird sie auch noch als Babysitter für den terrorisierenden Finn missbraucht. Es kann also nur besser werden. Sollte man meinen ...

Die Kurzbeschreibung klingt extrem nach einem typischen Frauenbuch. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nie auf ein Buch dieses Genres zu finden, welches aus der Masse hervorsticht und mich durchweg begeistern kann. Warum also nicht mal einer jungen Autorin und ihrem Debütroman die Chance dazu zu geben, zumal das Cover bereits mein Herz gewonnen hatte. Der Roman beginnt auch gleich mit der geballten Kraft der Kurzbeschreibung - Charlottes Leben ist also komplett hinüber und der Leser kann verfolgen, wie die Protagonistin sich (zunächst) in ihrem Schicksal als arbeitsloser Single suhlt und nicht wieder auf die Beine kommt.

"Das Schlimme an Halbwahrheiten ist, dass immer die falsche Hälfte geglaubt wird." (Klappentext)

Der Anfang des Romans hatte mir richtig gut gefallen. Auf den ersten 40 Seiten habe ich mehrfach laut lachen können (was echt selten vorkommt) und hatte mich gefreut, dass Britta Sabbag scheinbar meinen Humor getroffen hat. Als ich am nächsten Tag weiter gelesen habe, war dem leider nicht mehr so. Vielleicht hatte ich anschließend einfach "unlustige" Tage? Ich weiß es nicht. Fest steht nur, dass der Roman danach für mich abgesunken ist und eben nicht mehr aus der anderen Frauenunterhaltungsliteratur hervorstechen konnte. Charlotte nimmt natürlich jeden Fettnäpfchen mit, Zufälle passieren so oft, dass es einfach übertrieben wirkt und ihr Verhalten ist auch nicht immer nachvollziehbar, wenn man ihr Alter berücksichtigt. Da tröstet der flüssige Schreibstil auch nicht drüber weg.

Der Roman bietet ein paar neue Aspekte. So fließt in die Handlung zum Beispiel ein Patenkind mit ein und Charlotte wird heimatlos, aber trotzdem bleibt es einfach unspektakulär, es findet sich keine Überraschung, keine Wendung und kein wirkliches Highlight wieder. Süß sind das Cover und die Pinguine auf jeder Seite, die ein Daumenkino darstellen, aber der Rest ist leider nur mittelmäßig.




Fazit:  Für Leser, die auf einfache, anspruchslose Frauenunterromane stehen, sicherlich gut als Sommerlektüre geeignet, für mich leider kein Highlight, sondern nur durchschnittliche Frauenkost.

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (22. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404166523
  • ISBN-13: 978-3404166527
  • Homepage der Autorin
  • Verlag:

Kommentare:

  1. Schade, denn ich hatte mir davon einiges erwartet, aber bisher nur mittelmäßige Meinungen darüber gelesen...

    Schöne Rezension von dir. :)

    Liebe Grüße
    Sabine

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  2. Der Klappentext klingt schonmal wirklich gut *-* Schade, dass deine Rezension nich so positiv ausgefallen ist, wie ichs mir gewünscht hätte - aber lesen will ichs trotzdem gern :D

    Allerliebste Grüße ♥

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