Dienstag, 10. Juli 2012

[Die Story hinter dem Buch] Berger, Tamina - Frostengel



heute:


"Frostengel" von Tamina Berger



 
Als Claudia von Claudias Bücherregal mich fragte, ob ich einen Blogbeitrag über die Entstehung von „Frostengel“ schreiben wollte, hab ich gleich zugestimmt. Es gibt nämlich nichts, was Autoren lieber tun, als über ihre Bücher zu erzählen.
Zunächst ist es vielleicht für manche interessant, warum dieses Buch weder unter Berta Berger noch unter Valentina Berger erscheint, sondern wieder ein neuer Name auf dem Cover steht.
Die Erklärung ist recht einfach: Es ist weder ein richtiges Kinderbuch, für die mein Name Berta Berger steht, noch ist es ein Thriller für Erwachsene, wie man unter Valentina Berger erwarten würde. Also beschlossen wir – mein Agent, meine Lektorin und ich – ein weiteres Pseudonym zu suchen. Tamina hat mir immer schon gefallen und hätte ich jemals noch eine Tochter bekommen, hätte sie so geheißen, also was wäre passender gewesen?
Auf die Idee, ausgerechnet einen Thriller für Jugendliche zu schreiben, wäre ich von selbst nicht gekommen. Ich schreibe ja eher für die Jüngeren – oder eben für Erwachsene, wobei da auch immer wieder einige jugendliche Fans darunter sind. Doch eines Tages meinte mein Agent, warum ich denn nicht meine Lieblingsgenrés miteinander verknüpfe. Damit hatte er mir einen Floh ins Ohr gesetzt und ich machte mich ans Planen.
Bald hatte ich die ersten dreißig Seiten – und die ursprüngliche Geschichte wäre eine ganz andere geworden. Doch da bot mir der Arena Verlag einen Vertrag an – und somit gab es nun einige Erwartungen an die Geschichte, die ich erfüllen sollte. Es ging zum Beispiel um die Hauptrolle, die bei mir eigentlich Leon bekommen hätte, die aber nun Theresa hat. Theresa hätte übrigens Franziska heißen sollen, aber da es in den Arena Thrillern schon einige Franziskas gibt, habe ich sie in Theresa umgetauft.

Die Geschichte spielt in Kleinhardstetten, einem kleinen Kaff in der Steiermark. Das ist ein fiktiver Ort, der aber durchaus existieren könnte. Es gibt viele solche kleinen Ortschaften in der Steiermark, in anderen österreichischen Bundesländern, – und auch ich wohne ich einem solchen kleinen Dorf. Wir haben nicht mal einen Lebensmittelladen, ohne Auto ist man ziemlich aufgeschmissen, einen Bus gibt nur alle heiligen drei Zeiten, an den Wochenenden und in den Ferien noch seltener. Und wenn man zum Bahnhof will, wo nur jede Stunde ein Zug in die nächste Stadt fährt, muss man auch erst mal über eine halbe Stunde zu Fuß gehen. Es gibt einen Friseur, eine Pizzeria (die im Übrigen die zweitweltbeste Pizza macht), eine Kirche und sonst nicht viel. Trotzdem fühle ich mich wohl – nicht, dass das jemand falsch versteht. Hier können die Kinder noch auf der Straße Rad fahren und skaten, ohne dass man Angst um sie haben muss.
Warum ich dann den Ort in die Steiermark gelegt habe? Weil ich ein Steiermark-Fan bin. Ich liebe die Steiermark und bin so oft es geht dort. Vielleicht werde ich in Zukunft ganz, ganz oft zu Lesungen eingeladen und kann noch öfter Zeit in meinem Lieblingsbundesland verbringen.

Bis man so ein fertiges Buch in Händen hält, ist es meist ein langer Weg – und manchmal sogar ein echter Kampf. Bei mir ist es ein Kampf gegen einen vollen Terminkalender, gegen den Haushalt, der einfach nicht klein beigeben will und gegen Berge von Bügelwäsche, die ohne mein Zutun einfach nicht bereit sind, von selbst kleiner zu werden. Aber wenn ich auf der einen Seite mein Manuskript und meine Figuren vor Augen habe und auf der anderen Seite den vollen Wäschekorb, fällt mir die Entscheidung recht leicht. Sie dürfen raten, wofür. Bei „Frostengel“ kam hinzu, dass ich eine richtige Sommerflaute hatte. Der Abgabetermin war ohnehin recht knapp gewählt, aber ich war mir sicher, das Manuskript innerhalb eines guten halben Jahres fertig zu kriegen. Dass ich im Sommer die Nachmittage lieber im Schwimmbad als vor dem Rechner verbringen will und dass ich im Garten unmöglich schreiben kann, weil da der Bildschirm im Sonnenlicht so spiegelt, habe ich da wohl verdrängt. Oder, dass es einfach so viele tolle Neuerscheinungen am Buchmarkt gibt, die ich lesen muss. Oder, dass es im Sommer schlichtweg zu heiß ist, um darüber nachzudenken, was in einer Geschichte, die im Winter spielt, passieren soll.
Was ich damit sagen will ist, dass es nicht immer einfach ist, sich mit fiktiven Geschichten und Figuren zu befassen, wenn rund um einen das richtige Leben passiert. Und natürlich schrieb ich noch nach einem langen und erschöpfenden Tag im Schwimmbad an meiner Geschichte – und auch im Urlaub. Bei dreißig Grad im Schatten beschrieb ich, wie Theresa an einem eisigen Wintertag nach ihrer Freundin sucht.
Während mir die Sommerhitze den Schweiß aus allen Poren trieb, erzählte ich von Theresas grippebedingtem Schüttelfrost. Nicht nur einmal hätte ich liebend gern den Badeanzug gegen eine Winterjacke eintauschen mögen. Ich bin einfach kein Sommermensch.

Theresa und Leon sind mir sehr ans Herz gewachsen. Vielleicht, weil ich in meinem Job täglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun habe und ich ihre Gedanken, Sorgen und Nöte kenne. Ich wünschte, ich hätte meinen beiden Figuren das eine oder andere Leid ersparen können, aber dann wäre das Buch bloß halb so spannend geworden.
In dem Buch geht es um schwierige Eltern-Kind-Beziehungen, um verbotene Liebe, um unerwünschte Schwangerschaft, Selbstmord. Aber es geht auch darum, Schwierigkeiten zu überwinden und manche Dinge selbst in die Hand zu nehmen und zu steuern. Und das ist es, was ich meinen Lesern mit diesem Buch mitgeben will – neben ein paar spannenden Lesestunden. Ich hoffe sehr, dass mir das gelungen ist.

Ich bin ja ein Fan von Danksagungen – die lese ich immer bei anderen Bücher zu allererst. Doch in Jugendthrillern sind sie nicht sehr verbreitet und eher unüblich. Deshalb nütze ich jetzt ganz unverschämt die Möglichkeit, das in diesem Blogbeitrag nachzuholen.
Ein ganz großes Dankeschön geht an meine Lektorin Antonia Thiel. Sie hat mich durch meinen ersten Jugendthriller ge- und begleitet. Es ist ein größerer Unterschied zu anderen Literatursparten, als man vermuten würde und vieles, was man für Erwachsene bedenkenlos schreiben kann, funktioniert für Jugendliche nicht. Sie hat mit unendlich viel Feingefühl und Geduld mein Manuskript lektoriert und ich hoffe, dass wir noch viele Bücher zusammen machen können.
Bastian Schlück danke ich, weil er für mich der weltbeste Agent ist, den ich mir wünschen kann – und das stellt er immer wieder aufs Neue unter Beweis. Was würde ich bloß ohne ihn anfangen?
Wie immer durften einige Menschen mein Manuskript vorab lesen. Auch wenn manch einer sich das vergnüglich vorstellt – das ist es nicht immer. Meine TestleserInnen haben sich viel Zeit genommen. Sie haben meinen Text gelesen, haben ihn kommentiert, haben ihn zerlegt, mich auf Fehler und Schwächen aufmerksam gemacht – und vor allem haben sie mich aufgebaut und gestärkt. Ihr seid die Besten!
Last but not least möchte ich denen danken, die meine Bücher lesen und lieben. Ihr seid das Salz in der Suppe, das Öl im Getriebe, der Grund, warum ich schreibe und mir immer neue Geschichten ausdenke.
 
geschrieben von Tamina Berger


  • Broschiert: 264 Seiten
  • Verlag: Arena (Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401068083
  • ISBN-13: 978-3401068084
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre



Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe mir das Buch bereits vorbestellt und freue mich aufs Lesen. Eine Rezension dazu wird es dann natürlich auch hier zu lesen geben. 

Ich hoffe, euch hat der Blick hinter die Kulissen Spaß gemacht.


Kommentare:

  1. Das Buch ist klasse ! *-*

    AntwortenLöschen
  2. Bin noch nicht ganz durch, aber bis jetzt ist es einfach nut spitze!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    AntwortenLöschen
  3. Das buch "Frostengel" ist sehr spannend geschrieben. Es behandelt mehrere Themen. Ich konnte mich super in Theresa hineinversetzen, weil ich auch in ihrem Alter bin. Die Einleitung in das buch ging zum Glück nicht zu lange, bereits im fünften Kapitel wird Julia gefunden.

    AntwortenLöschen