Freitag, 27. Juli 2012

[Gastrezension] Minte-König, Bianka - Die dunkle Chronik der Vanderborgs (3) Louisa - Mein Herz so schwer

Dieses ist eine Rezension von Sandra

Das Cover  

Diesmal ist das Cover etwas moderner gestaltet!  Wieder befindet sich im oberen Bereich ein Frauenkopf, der aber diesmal nicht so "antik" aussieht, wie bei den anderen beiden Büchern!  Und im unteren Bereich findet man Silhouetten von Nachtschwärmern/Motten.  Dem Stil von Buch 1 und Buch 2 sind sie treu geblieben, was mir persönlich immer sehr gut gefällt!

Inhalt in meinen Worten
Nach dem Mauerfall werden alle Gebäude der ehemaligen DDR ihren rechtmäßigen Besitzern zugeführt. Auch das Gut Blankensee. Aber Hannah hat keine guten Erinnerungen an diesen Ort und aus Neugier nimmt ihre Tochter Louisa das Erbe an. Sie studiert Schauspiel am Theater und wohnt zusammen mit ein paar Freunden in einer WG in Berlin/Kreuzberg. Sie wusste nichts von diesem Gut und als sie es dann zum ersten Mal sieht, ist sie nicht nur dem Gebäude verfallen, sondern auch dem heimlichen Bewohner, der ihr merkwürdigerweise bekannt vorkommt. Er erinnert sie an den fremden Liebhaber aus ihren Träumen.

Es ist Amadeus, der sich ihr gleich als Vampir vorstellt, der in den geheimen Gewölben des Anwesens lebt und sie bittet, seine Gefährtin zu werden, indem er ihr den Blutkuss gibt. Doch sie zögert, obwohl sie sich sehr zu ihm hingezogen fühlt. Und da ist ja auch noch Marc, der neue Mitbewohner, der Gefallen an ihr gefunden hat und zusammen mit ihr und dem Rest der WG das Gut restaurieren möchte. Amadeus lässt aber nicht locker und gibt ihr die geheime Chronik der Vanderborgs zu lesen. Louisa erfährt endlich, warum ihre Mutter das Gut meidet, dass ihre Großmutter eine Vampirin war und später auch, wer Amadeus ist. Dieses Wissen dämpft ihre Liebe zu ihm und als dann auch noch Utz wieder auftaucht, um seine Ahnen zu rächen, fließt wieder viel Blut ...


Meine Meinung
Wow, was für ein Finale!!!
Der 3. Band der Chronik der Vanderborgs handelt diesmal von Louisa, dem bisher letzten Mitglied der Vanderborg-Familie. Komischerweise sind sie und ihre Mutter keine Vampire mehr, aber trotzdem starke Persönlichkeiten. Wobei Hannah auf mich doch eher schwächlich und ängstlich wirkt, was wohl auf das schreckliche Ereignis aus ihrer Kindheit herrührt. Louisa dagegen nimmt alles, wie es kommt! Welche Frau würde so cool reagieren wie sie, wenn sich ein Vampir mit den Worten vorstellt: "Darf ich Dir den Blutkuss geben und Dich zu meiner Gefährtin machen?"

Wir erfahren, wie es mit Lysette und Robert weitergeht, viel über den damaligen Maueraufbau, was ich sehr interessant finde und wie die Menschen damals umerzogen werden sollten, um so zu funktionieren, wie es die DDR wollte. Wenn ich heute ehemalige "Ossis" sagen höre, dass in der DDR alles besser war, dann weiß ich, dass bei denen diese drastischen Erziehungsmaßnahmen sehr wirksam gewesen sind. Das hat mich wirklich oft an Hitler denken lassen. Den Menschen den Willen nehmen, damit sie perfekt funktionieren. Leben wie die Roboter!

Aber diese Geschichte spielt ja hauptsächlich in den Jahren 2008 bis 2011. Diesmal habe ich aber ein paar Sachen nicht so ganz verstanden ... Auf Seite 295 liest Louisa in der Chronik von einem Amadeus von Treuburg-Sassen und kann sich nicht vorstellen, dass es derselbe Mann ist, der mit ihr auf dem Gut ist. Aber von Karolus Utz wurde auch in der Chronik erzählt und dass er in ihrer Zeit umherwandelt ist völlig normal??? Sie weiß doch, dass Amadeus auch ein Vampir ist. Oder will sie es nicht wissen, weil er dann ja auch der Geliebte ihrer Ururgrossmutter war? Das ist irgendwie nicht ganz klar.

Dann erzählt Louisa Marc von dem Anführer der angeblichen Satanisten und dass er Utz heisst. Ein paar Seiten weiter berichtet sie ihm außerdem, dass der ehemalige Besitzer des Guts Karolus Utz hieß. Warum bemerkt Marc nicht, dass es der gleiche Name und somit die gleiche Person ist? Und wenn Louisa zum Schluss doch noch die komplette Chronik gelesen hat, warum stellt sie Utz dann als gehörnten Ehemann dar, der von seiner Frau Estelle schlecht behandelt wurde und höchstwahrscheinlich deswegen auf die böse Seite wechselte? Für mich war doch eher Estelle hier die Leidtragende, denn Utz war doch anscheinend sehr recht, dass Estelle zurückhaltend war und hat sich in der Zwischenzeit schön im Freudenhaus mit seiner Geliebten amüsiert, die er ganz offensichtlich auch schon einige Jahre hatte. Estelle liebte ihn gar nicht, musste ihn aber heiraten, weil er ihren Vater wegen des Kredits, den er bei Utz hatte, quasi erpresste. Und Utz wollte mit der schönen, jungen Estelle seinen angeknacksten Ruf wieder herstellen. Irgendwie hat Louisa da was missverstanden ... oder vielleicht eher ich?

Aber trotz dieser Verwirrungen, die vielleicht auch nur mir auffielen, ist auch der 3. Band wieder ein grandioses Werk mit einem zwar traurigen Ende, aber es wird noch eine sehr wichtige Frage endlich beantwortet. Diese Trilogie hat mir sehr gut gefallen ... ich muss gestehen, dass ich für das erste Buch bis Ende Juli Zeit gehabt hätte, für den zweiten Band bis Mitte August und für den dritten Band bis Mitte September ... wie man sieht, bin ich etwas schneller gewesen, was daran lag, dass man diese Bücher einfach nicht aus der Hand legen mag.

Fazit: Eine Chronik ist eine Art Tagebuch und darin zu schmökern und vom Leben anderer Menschen zu lesen, ist einfach faszinierend! Hier haben Vampire geschrieben, was umso interessanter ist!


  • Broschiert: 448 Seiten
  • Verlag: Otherworld Verlag; Auflage: 1. (September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800095475
  • ISBN-13: 978-3800095476
  • Verlag:


    Vielen Dank an Sandra für diese Gastrezension!

    PS: Die Trilogie in der Übersicht:



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