Freitag, 13. Juli 2012

[Rezension] Rowling, J. K. - Die Märchen von Beedle dem Barden

Zaubererkinder unterscheiden sich zwar in vielen Punkten von Muggelkindern, aber eben nicht in allen. So lieben auch sie Märchen und wo wir u.a. die Gebrüder Grimm haben, ist es in der Zaubererwelt Beedle, der Barde. Alle Zauberer kennen seine Märchen in- und auswendig und nun können auch endlich die Muggel diese Geschichten entdecken, die sich gar nicht so sehr von unserer Märchen unterscheiden, außer natürlich darin, dass sie oft von wahrhaftiger Zauberei oder dem Zusammentreffen von Magiern und Muggeln berichten.


Die Märchensammlung besteht aus diesen fünf Geschichten:
* Der Zauberer und der hüpfende Topf
* Der Brunnen des wahren Glücks
* Des Hexers haariges Herz
* Babbitty Rabbitty und der gackernde Stumpf
* Das Märchen von den drei Brüdern

Die Produktdaten des Buches hatten mir bereits offenbart, dass dieser Geschichtssammlung nicht so viel Inhalt zu entnehmen sein würde, da es gerade einmal 128 Seiten stark ist. Dass das Buch eine ziemlich große Schrift und sehr großzügige Illustrationen besitzt, sind in Anbetracht der Zielgruppe (10-12 Jährige) auch noch nachvollziehbar, obwohl dadurch natürlich erneut der Inhalt auf der Strecke bleibt. Was mich jedoch sehr enttäuscht hat war die Tatsache, dass das Buch nicht nur die Märchen enthält, sondern zu jeder Geschichte auch noch Anmerkungen von Dumbledore, die zum Teil umfassender als das Märchen selbst sind. Dumbledores Notizen fand ich überwiegend total unnötig und überflüssig. Somit verbleiben 48 Seiten reine Märchen, wobei, wie bereits erwähnt, viele Seiten nur zur Hälfte mit Text bedruckt sind. Das letzte Märchen war mir außerdem bereits komplett bekannt, weshalb ich davon ausgehe, dass es in voller Länge bereits in einem Harry Potter Roman abgedruckt wurde. 

"Beedles Geschichten ähneln unseren Märchen in vieler Hinsicht; so wird Tugend meistens belohnt und Bosheit bestraft. Allerdings gibt es einen ganz deutlichen Unterschied. In den Muggelmärchen ist Zauberei oft die Ursache für die Leiden des Helden oder der Heldin - die böse Hexe hat den Apfel vergiftet, die Prinzessin  in einen hundertjährigen Schlaf versetzt oder den Prinzen in ein scheußliches Tier verwandelt. In den Märchen von Beedle dem Barden dagegen treffen wir auf Helden und Heldinnen, die selbst zaubern können und denen es dennoch ebenso schwerfällt wie uns, ihre Probleme zu lösen." (Seite XI-XII)
Die Märchen waren zum Teil interessant, teilweise aber auch an Muggelmärchen angelehnt und nicht alle konnten mir fesseln. Auch unter Berücksichtigung, dass alle Nettoerlöse aus dem Verkauf für die Kampagne The Children's Voice der CHLG-Organisation gespendet werden, reicht es wegen den o.g. Kritikpunkten leider nicht für eine bessere Bewertung.

Fazit:  Man sollte sich vor dem Kauf bewusst sein, dass dieses Buch leider kaum Märchen zu bieten hat, um hinterher nicht enttäuscht zu sein.

  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Carlsen; Auflage: 4 (4. Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551599998
  • ISBN-13: 978-3551599995
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
  • Originaltitel: The Tales of Beedle the Bard


Kommentare:

  1. Ich finde eigentlich, dass die Märchen von Beedle dem Barden ein schönes Schmanckerl für Zwischendurch waren, als ich es damals las. Habe auch vier Sterne gegeben, mich konnte es irgendwie begeistern. Aber da sieht man einfach immer wieder, dass die Geschmäcker sehr unterschiedlich sind.

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  2. Also ich fand das Buch nicht schlecht, auch wenn es sicherlich stärker hätte sein können. Aber gerade auch Grimmsche Märchen, überlieferte Märchen halt, nicht die von Autoren erdachten, sind meistens nur sehr kurz. Die Anmerkungen geben da wenigstens noch ein bisschen was dazu. Jetzt würde ich wohl 3-4 Sterne vergeben.

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