Freitag, 24. August 2012

[Rezension] Miller, Ashley & Stentz, Zack - Der beste Tag meines Lebens

Das Leben für einen 14-Jährigen ist an sich schon schwer genug: Highschool, Pubertät, nervige Eltern, usw. Colin Fischer hat zusätzlich aber auch noch das Asperger-Syndrom, eine leichte Form von Autismus. Er ist hochbegabt, hat jedoch extreme Schwierigkeiten Gefühle und Stimmungen zu erkennen und zu deuten. Als sich in der Mensa seiner Highschool ein Schuss löst, ist schnell ein Verdächtiger gefunden. Colin ist jedoch überzeugt, dass dieser Schüler zu Unrecht beschuldigt wird. Mit einer unvergleichlichen Logik versucht er den wahren Täter aufzuspüren.


"Der beste Tag meines Lebens" ist der Debütroman der Autoren Ashley Miller und Zack Stentz, die bisher u.a. Drehbücher für Filme wie "X-Men: Erste Entscheidung" geschrieben haben, und deren Zusammenarbeit auch bei Romanen bestens funktioniert, wie dieses Buch beweist. Colin ist durch und durch ein Sympathieträger und wirkt auf mich sehr authentisch geschildert, auch wenn ich persönlich bisher keine Erfahrungen mit einem Menschen mit Asperger-Syndrom gesammelt habe. Es wird interessant dargeboten, wie Colin die Welt sieht und wie die Welt wiederum Colin wahrnimmt. Es ist erstaunlich, dass der Protagonist auf der einen Seite eine unglaubliche Auffassungshabe besitzt und mit logischen Fakten spielerisch jonglieren kann, aber auf der anderen Seite erhebliche Probleme mit dem "Alltäglichen" besitzt.

Um gerade mit diesem Alltag besser umgehen zu können, hat sich Colin ein Notizbuch zugelegt. In dieses schreibt er Fakten über seine Mitmenschen, Ansätze, bei denen er "weiter ermitteln" möchte und vor allem Erkennungsmerkmale von verschiedenen Gefühlen. So ist es für ihn wahnsinnig schwer zu erkennen, ob ein Lächeln bedeutet, dass dieser Menschen glücklich ist, oder verlegen oder ob er etwas Böses im Schilde führt. Auch rhetorische Fragen erkennt er nur selten. Der Einblick in sein Leben war wirklich aufschlussreich und bewegend.

">>Bereitmachen zur Landung.<< Das war eine Warnung, um Colin wissen zu lassen, dass man ihn berühren wollte. Colin mochte nicht, dass ihn irgendjemand anfasste, nicht einmal seine Eltern. Aber er tolerierte es, wenn man ihn entsprechend vorwarnte." (Seite 19)

Der Roman besteht zum einen aus Colins Notizen in seinem Buch und zum anderen aus auktorial erzählten Kapiteln. Aber auch diese besitzen eine Eindringlichkeit, die dafür sorgt, dass dieses Buch wirklich berührend und fesselnd ist. Man schmunzelt über Colins Verhalten, da man dieses nach und nach versteht, seine Handlungen vorhersehen kann und denkt "so ist er eben, unser Colin", man fühlt und leidet mit ihm und ist vor allem von seiner Logik beeindruckt, mit der er dem verdächtigten Schüler helfen möchte. Außerdem bietet der Roman viele wissenschaftlichen Fakten (z.B. das Gefangenendilemma oder Tipps für die effektivste Parkplatzsuche), welche perfekt zu Colin passen und das Geschehen abrunden.




Fazit: Das Buch ist eine Mischung aus Jugendbuch und Krimi, gepaart mit den Auswirkungen des Asperger-Syndroms und weiß eindeutig zu überzeugen. Unbedingt lesen und Colin selbst "kennen lernen".

  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Droemer (20. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426226286
  • ISBN-13: 978-3426226285
  • Originaltitel: Colin Fischer
  • Verlag:

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