Samstag, 18. August 2012

[Rezension] Warman, Jessica - Manche Mädchen müssen sterben

Liz feiert ihren 18. Geburtstag mit ihren besten Freunden auf der Jacht ihrer Eltern. Am nächsten  Morgen wird sie von einem merkwürdigen Geräusch geweckt. Als sie der Sache auf den Grund gehen will, findet sie einen leblosen Körper, der durch den sanften Wellengang immer wieder gegen das Boot schlägt. Entsetzt stellt Liz fest, dass sich dabei um ihre Leiche handelt - und trotzdem ist sie noch hier, gefangen in einer Zwischenwelt und gezwungen dem folgenden Geschehen nur zu zuschauen. Die nächsten Tage zeigen ihr, dass scheinbar alle Freunde und Familienangehörige düstere Geheimnisse haben und sie selbst ebenfalls nicht so unschuldig war, wie sie zunächst vermutete.

Die Romanidee ist nicht komplett neu, aber ich fand sie immer noch interessant genug, um mich auf diesen Jugendroman zu freuen. Leider hatte ich erhebliche Probleme mit dem Buch. Um ehrlich zu sein habe ich es das erste Mal nach 50 Seiten abgebrochen, da mich der Schreibstil irgendwie gestört hat. Ein paar Monate später habe ich es noch einmal angefangen und wieder nach ca. 80 Seiten zur Seite gelegt, da es mich nicht fesseln konnte. Über die nächsten Wochen habe ich dann immer wieder ein paar Seiten gelesen und das Buch schließlich doch noch beenden können, da mich der Ausgang trotz allem interessiert hat.

"Mein sechzehnjähriges Ich sieht Richie mit etwas an, das man bloß als wahre Liebe beschreiben kann. Als Geist beobachte ich uns beide, so von der spürbaren Zärtlichkeit berührt, das ich beinahe zu atmen vergesse." (Seite 88)

Die generelle Handlung des Romans hat mir gefallen. Es war schon interessant, wie Liz mit ihrem "neue Leben" in der Zwischenwelt umgeht und wie sie sich darin zurechtfindet. Sie beobachtet vor allem ihre Familie und ihre Freunde und weiß zunächst von ihrem eigenen Leben nicht mehr viel. Die Erinnerungen kommen aber nach und nach zurück und werden dem Leser oft durch Rückblenden dargeboten. Dadurch, dass Liz jeden anderen Menschen begleiten kann, erfährt sie peu à peu, was jeder über sie denkt und was diese Person zu verheimlichen versucht. Es zeigt sich wieder einmal, dass der äußere Schein oft trügt.

Ich weiß, dass viele Leser diesen Jugendroman sehr gemocht haben, das zeigen auch die überwiegend positiven Rezensionen. Für mich war die Umsetzung leider zu langatmig und hat daher das "emotionale Feeling", welches viele Leser gespürt haben, zerstört. Das Buch ist nicht schlecht, immerhin war ich auf den Ausgang gespannt genug und wollte wissen, welche Geheimnisse Liz noch entdecken würde und wer oder was an ihrem Tod Schuld war, aber das war dann auch das einzige, was mich zumindest ein bisschen am Roman fesseln konnte. Richtiges Lesevergnügen hatte ich mit dem Buch leider nicht.




Fazit:  Aufgrund der interessanten Idee habe ich mich ganz knapp doch noch für 3 Sterne entschieden, auch wenn mich die Umsetzung nur wenig überzeugen konnte.

  • Broschiert: 416 Seiten
  • Verlag: Penhaligon Verlag (9. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764530693
  • ISBN-13: 978-3764530693
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Originaltitel: Between


1 Kommentar:

  1. Ich lese zurzeit auch ein langatmiges Buch und verstehe genau, was du meinst. Das ist schlimm, wenn man beim Lesen keinen Spaß hat. Sehr schöne Rezension. Vielleicht werde ich das Buch dennoch (irgendwann) lesen, um mir mal ein eigenes Bild zu machen.

    Liebe Grüße, Diti

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