Sonntag, 9. September 2012

[Rezension] Krist, Martin - Die Mädchenwiese

Im kleinen Dorf Finkenwerda verschwindet die 16 jährige Lisa. Ihre alleinerziehende Mutter ist außer sich vor Sorge, wird jedoch von etlichen Dorfbewohnern beruhigt, dass Lisa bestimmt nur ausgerissen sei und bald wohlbehalten zurück kommen würde. Alex Linder hingegen ist davon noch nicht überzeugt. Bis vor drei Jahren arbeitete er in Berlin als Kommissar und ist der Meinung, dass er Parallelen zwischen den damaligen Morden an jungen Frauen und dem Verschwinden von Lisa gefunden hat. Aber kann es wirklich sein, dass der Täter nach all der Zeit wieder zugeschlagen hat? Ist die Bestie tatsächlich zurück?

Martin Krist ist ein Pseudonym des Autors Marcel Feige, von dem ich in diesem Jahr bereits "Kalte Haut" gelesen habe. Vergleiche ich diese beiden Werke, kann ich schon behaupten, dass er seinem Stil treu geblieben ist. Er brilliert stets durch den Aufbau seiner Romane. Das Geschehen wird aus Sicht etlicher Charaktere geschildert wobei Krist sich schnellen -nahezu schon rasanten- Perspektivwechsel bedient. Am Anfang ist es daher etwas schwierig alle Informationen aufzunehmen und dem Geschehen zu folgen, da man zunächst die ganzen Personen und Handlungen erst einmal sortiert bekommen muss. Ich würde daher jedem Leser empfehlen zumindest die ersten 100 Seiten in einem Rutsch zu lesen, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Ich fand die Perspetivwechsel sehr gelungen, jedoch waren sie manchmal schwer zu erkennen. Angekündigt werden sie lediglich durch eine Leerzeile im Text und falls das Ende eines Abschnittes mit dem Seitenende übereinstimmte, gab es gar keinen optischen Hinweis auf den Wechsel der Perspektive, was manchmal für kurzzeitige Verwirrungen sorgte.

"Viel schlimmer war die Angst, die tief in ihrem Inneren lauerte; die wie eine Bestie nur auf den richtigen Augenblick wartete, um wieder über die herzufallen." (Seite 9)

Wie bereits bei "Kalte Haut" fehlte mir der Nervenkitzel im größten Teil des Romans. Erst irgendwo in den letzten 100 Seiten setze etwas Spannung ein. Trotzdem mag ich das Buch, denn der Autor konnte mich erneut durch die geschickte Verknüpfung der einzelnen Handlungsstränge überzeugen. Des Weiteren blieb mir der wahre Täter bis zum Ende unbekannt, wie es meiner Meinung nach bei einen Thriller sein sollte. Jede Perspektive bietet interessante Ansätze und so kam beim Lesen keine Langeweile auf, obwohl die Spannung oft fehlte. Wer aber den Schreibstil aus "Kalte Haut" mochte, wird sicherlich auch von der Mädchenwiese begeistert sein.



Buchtrailer:


Fazit:  Ein Thriller für Fans von verwobenen Handlungssträngen und Lesern, die sich von schnellen Perspektivwechseln und interessanten Handlungen über ein Spannungsdefizit hinweg trösten lassen.

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (10. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548283535
  • ISBN-13: 978-3548283531
  • Homepage des Autors
  • Verlag:

Kommentare:

  1. Na wenn er Dich schon im Dunkeln tappen lässt, dann wüsste ich wohl erst Recht nicht, wer der Täter ist:)

    Klingt immer noch sehr lesenswert!

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  2. Hallo Claudia,

    ich fand das Buch von Anfang an superspannend und musste mich jedesmal zwingen, es wegzulegen.

    LG
    Nina

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  3. Hallo Claudia,

    Danke für die Rezi - ich bin ja so gespannt, das Buch liegt nämlich schon bei mir zu Hause ;-).

    LG Kerry

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