Samstag, 13. Oktober 2012

[Die Story hinter dem Buch] Pistor, Elke - Eifler Zorn



heute:


"Eifler Zorn" von Elke Pistor





Die Ideen zu meinen Krimis finden mich immer dann, wenn ich nicht danach suche.  So war es beim 1. Band meiner Eifel-Krimi-Reihe, dem GEMÜNDER BLUT,  ein Erlebnis, von dem mir eine Freundin erzählte, bei der Fortsetzung, dem LUFTKURMORD, Lücken in einem alten Fotoalbum meines Großvaters und ein Kindergedicht, das meine Tochter lernen sollte.

Die Idee für den dritten Band ließ lange auf sich warten. Ich  überlegte und verwarf, konstruierte, bastelte, feilte. Aber nichts davon passte richtig, nichts davon packte mich wirklich. Wenn ich jetzt sage ‚Bis zu diesem Augenblick, als sie mich traf wie ein Blitz‘, dann ist das ausnahmsweise nicht kitschig gemeint, sondern ernst. So ernst, dass es mich 25€ kostete. Diese Idee fand mich im 14 km zu schnellen Vorbeifahren (so stand es im Knöllchen) an einer Abrissbaustelle in Gemünd, dem Handlungsort meiner Krimis.  



Ich kannte das alte Herrenhaus, das dort gerade dem Erdboden gleich gemacht wurde, seit meiner Kindheit. Im Ort hieß es nur „das Unwesen“ und dieser Name sollte für die Zeit des Schreibens der Arbeitstitel des neuen Manuskriptes werden. Die Sekunde, in der ich auf den kleinen Bagger schaute, der die verbliebenen Decken der Kellergewölbe anhob, reichte aus, um die Maschinerie in Gang zu bringen: „Wie klasse! Die finden da jetzt eine Leiche!“

Als ich nach einer dreiviertel Stunde zu Hause ankam, war ich mir darüber im Klaren, was es unter diesen Umständen – stehendes Wasser, Sauerstoffausschluss – für eine Art von Leiche sein musste: Eine Fettwachsleiche. Das ‚Schöne‘ daran – es lässt sich  nur sehr schwer feststellen, wie lange dieser Mensch bereits tot ist. Ein offenes Feld für eine Krimiautorin! Und damit nicht genug. Die Recherche zu diesem Haus brachte mehr und mehr Erkenntnisse, die mich immer tiefer in dessen Historie und die Geschichten dahinter einsteigen und mich mehr als einmal über die Grausamkeit der Wirklichkeit fassungslos werden ließen.


Und so gibt es im EIFLER ZORN, so heißt der 3. Band um meine Kommissarin Ina Weinz, einen durchgängigen Handlungsstrang, der komplett zu Beginn des letzten Jahrhunderts  spielt. Meine Erfahrungen, die ich selbst auf der Suche nach den Geheimnissen dieser Zeit gemacht habe, sind in Ina Weinz „Ermittlungsarbeiten“ und die ihrer Kollegin Judith Bleuler mit eingeflossen, die sich in der Gegenwart ebenfalls tief in die Vergangenheit graben müssen, um einen aktuellen Mordfall zu lösen. Denn das Leitthema des Romans „Was macht erlebte Gewalt aus einem Menschen“ ist heute so aktuell wie damals und hat erschreckend viele Facetten.
geschrieben von Elke Pistor



  • Broschiert: 220 Seiten
  • Verlag: Emons (4. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3954510138
  • ISBN-13: 978-3954510139




Kennt jemand schon die ersten beiden Bände und ist neugierig auf die Fortsetzung?


Kommentare:

  1. Ja, so manchmal sind Radarfallen doch zu was gut ;-)

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  2. Das ist ja eine interessante Geschichte..Sehr schön .L.G. Annette

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