Freitag, 26. Oktober 2012

[Rezension] Beerwald, Sina - Hypnose

Annabel hat ihren Ehemann ermordet und ist geständig. Inka Mayer kann diese Neuigkeit einfach nicht glauben. Zusammen war das Paar auf ihrer Party und kurz danach soll ihre Freundin zur Mörderin geworden sein? Dabei schien ihre Beziehung für Außenstehende absolut perfekt zu sein. Für Inka macht das alles keinen Sinn und sie nimmt sich vor, die Wahrheit herauszufinden. Damit beginnt jedoch ein perfides Spiel, in dem Inka sich und ihren Verstand zu verlieren droht. Um Klarheit in ihre Gedanken zu bringen, beginnt sie eine Hypnosetherapie. Aber schnell kommt ihr der Verdacht, dass Hypnose nicht so harmlos ist, wie ihr Therapeut es ihr weiß machen möchte.

Sina Beerwald hat sich bisher einen Namen als Autorin im Bereich des historischen Genres gemacht. Mit "Hypnose" taucht sie nun in die spannende Welt der Thriller ein. Ihr neuestes Buch ist der Auftaktroman zu einer Reihe um die Journalistin Inka Mayer, die dementsprechend auch die Protagonistin darstellt. Die Autorin spielt mit der Psyche ihrer Hauptfigur und mit den Gedanken des Lesers. Unglaublich schnell befindet man sich in einem Wirrwarr, dem man nicht mehr entkommen kann. Zu sehr ist man gefesselt von den Ereignissen rund im Inka. Was entspricht der Wirklichkeit? Was ist nur eine Suggestion, die durch Hypnose eine falsche Erinnerung ins Gehirn einpflanzt? Womit schickt die Autorin den Leser absichtlich auf eine falsche Fährte? Zur Ruhe kommt der Leser nie. 

"Der Zettel mit der Warnung stand ihr einmal wieder klar vor Augen.
Seien Sie vorsichtig, Inka. Jemand will Sie umbringen." (Seite 70)

Sina Beerwald ist die Gratwanderung zwischen "genug Verwirrungen erschaffen, um einen gekonnten Thriller zu präsentieren" und "den Leser nicht in einem zu großes Wirrwarr zu verlieren" sehr gut gelungen. Immer wieder strömen neue Einflüsse auf den Leser ein, man wird in verschiedene Richtungen getrieben, kann sich kaum entscheiden, wem man glauben soll und wen man für "böse" hält und sobald man sich sortiert und eine Meinung gebildet hat, hat die Autorin eine weitere Wendung parat. Genau so müssen Thriller sein!

Ich selbst habe keine Erfahrung mit Hypnose, aber die entsprechenden Passagen im Buch erschienen mir sehr glaubwürdig und gut recherchiert. Toll finde ich auch, dass sich Beerwald nicht nur auf dieser Hypnose-Idee ausruht, sondern auch noch andere spannende Themen damit verknüpft hat. Die Autorin legt einen flüssigen Schreibstil an den Tag und schafft es problemlos eine beklemmende Atmosphäre zu erschaffen und durchgängig aufrecht zu erhalten. Die Figur der Inka Mayer wurde gut ausgearbeitet und ich freue mich auf weitere Thriller mit ihr. Diese Serie werde ich definitiv weiter verfolgen!




Fazit:  Sina Beerwald muss sich mit ihrem Thriller-Debüt wahrlich nicht vor anderen erfolgreichen Autoren in diesem Genre verstecken. Ein toller Psychothriller und ein mehr als gelungener Auftakt zu einer neuen spannenden Reihe um Inka Mayer, von der wir hoffentlich bald mehr lesen dürfen.

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453436369
  • ISBN-13: 978-3453436367
  • Heyne Verlag


Kommentare:

  1. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, nur mit der der Protagonistin wurde ich nicht ganz so warm ;)
    LG, Sandrina

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  2. Das klingt wirklich super! Schöne Rezi!

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