Dienstag, 30. Oktober 2012

[Rezension] Clark, Mary Higgins - In einer Winternacht

Ein Kind passte der hochbegabten Geigerin Sondra so gar nicht in ihren Lebensplan. Um ihre Karriere weiter verfolgen zu können, setzte sie ihr Neugeborenes vor einer Kirche in Manhattan aus. Sie hoffte darauf, dass jemand ihr Baby dort aufnehmen und ihm ein liebevolles Zuhause geben würde. Ihr Gewissen lässt sie ihr Kind jedoch nie vergessen und sieben Jahre später beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Sie erfährt, dass ihr Mädchen nie offiziell aufgenommen und zur Adoption gegeben wurde, sondern scheinbar in die Hände eines Kinderdiebes fiel. Mit Hilfe einer Detektivin versucht sie verzweifelt ihr Kind zu finden.

"In einer Winternacht" wurde bereits mehrfach veröffentlicht und ist nun im Diana Verlag neu erschienen. Der Roman besitzt ein sehr schönes Cover, welches zahlreiche Schneekristalle aufweist, und bietet dem Leser ein "Wiedersehen" mit Alvirah und Willy - Figuren, die bereits in vielen Büchern der amerikanischen Autorin Mary Higgins Clark eine Rolle spielten.

Der Roman lässt sich flüssig lesen, konnte meiner Meinung nach aber nicht genau definieren, ob er nun Weihnachtsroman oder Krimi sein wollte. Dass eine Mischung aus Beidem durchaus funktionieren kann, habe ich bereits mehrfach selbst erlebt, aber hier klappt es einfach nicht. Für einen Krimi spricht zwar das verschwundene Kind, eine "Detektivin" und das ein oder andere kriminelle Geschäft, aber einer spannungsgeladenen Atmosphäre begegnet man nie. 

Die Handlung findet im Dezember statt, aber das alleine reicht natürlich nicht aus, um das Buch zu einer gelungenen Weihnachtslektüre zu machen. Es geht um eine verlorene Mutter-Tochter-Beziehung, die das Herz ansprechen soll, aber auch hier wird keine besondere Atmosphäre erzeugt. Außerdem ist das Ende des Romans von Anfang an vorhersehbar und die letzten Szenen wirken eher kitschig als herzerwärmend.

Obwohl das Buch lediglich 192 Seiten stark ist, nimmt die Autorin etliche Handlungsstränge auf. Teilweise wirkte der Roman dadurch etwas überladen und die Autorin hatte einfach nicht die Zeit auf alles und jeden tiefer einzugehen. Vielleicht auch ein Grund, warum es mit der Atmosphäre haperte und warum es schwer fällt eine Bindung zu einer der zahlreichen Personen aufzubauen.


Fazit:  Man kann das Buch gut lesen, für ein paar wenige Lesestunden ist es ausreichend, aber die Autorin konnte mich früher sowohl mit Krimis als auch mit anderen Weihnachtsbüchern weit aus mehr begeistern. Dieses Roman ist eher nur "nett" und "was Schnelles für Zwischendurch".



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