Sonntag, 21. Oktober 2012

[Rezension] Gabathuler, Alice - Matchbox Boy

Jorina, Dany und Leonie schaffen es, sich trotz herrlichem Wetter und eigenem Pool zu langweilen. Ihr normaler Alltag ödet sie an und so entschließen sie sich spontan, sich mit dem neuen Gärtner zu amüsieren und zwar auf ihre Art und Weise. Der junge Mann ist ihren Attacken gegenüber wehrlos ausgesetzt, wie schon so viele andere Personen vor ihm. Doch plötzlich wendet sich das Blatt und die drei Mädchen werden Opfer von Cybermobbing. Im Internet kündigt jemand an ihre intimsten Geheimnisse bekannt zu geben und die Community lechzt genüsslich danach, es Jorina, Dany und Leonie heimzuzahlen.

Alice Gabathuler hat bereits etliche Jugendthriller im Thienemann Verlag veröffentlicht. Für mich war "Matchbox Boy" aber der erste Roman der Autorin, den ich gelesen habe. Zunächst hat mich das Cover begeistern können. "Matches" sind Streichhölzer und somit passt die gewählte Illustration von verbrannten Streichhölzern perfekt zum Titel und beim Lesen erfährt man auch die Bedeutung hinter dem "Matchbox Boy".

Cybermobbing als Thema eines Jugendromans ist nicht ganz neu, aber heutzutage leider immer noch sehr brisant und Gabathuler ist es gelungen diese Thematik auf eine sehr spannende Weise zu präsentieren. Die drei Mädchen werden sehr schnell von der Täter- in die Opferrolle gezwängt und wissen nicht, wie sie dieses gefährliche Spiel beenden können. Ein Unbekannter lässt andere im Internet abstimmen, wessen Geheimnisse aufgedeckt werden sollen und ob es eine Bestrafung für diese Verfehlungen folgen soll. Die Leser der Webseite werden schnell zu einer wilden Meute, die nicht mehr zwischen Gut und Böse, zwischen Richtig und Falsch unterscheiden kann, bis die Situation schlussendlich eskaliert.

"Ich verkroch mich in mein Bett. Es nutzte nichts. Das Internet kennt keine Rückzugshöhlen, nicht einmal Schützengräben." (Seite 98)

Der Roman hat alles, was ein Psychothriller braucht. Eine interessante Story; Charaktere, die eine schwierige Situation durchleben; ein spannender Erzählstil und ein gut durchdachtes Motiv. Ich mag Gabathulers Schreibstil, der ein flüssiges Lesen ermöglicht, aber darauf verzichtet alles haarklein zu beschreiben und dem Leser somit eigene Gedanken erlaubt. Der Roman spielt abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit. So erfährt der Leser nach und nach, wie die Figuren in die gegenwärtige Lage gekommen sind, wie sich das Ganze entwickelt hat und welches Folgen das Cybermobbing besitzt. Der Roman besitzt keine Längen, vermag zu fesseln und spricht den Leser emotional an. Des Öfteren fragt man sich beim Lesen, auf wessen Seite man steht, wen man verstehen kann, ob man für den Täter oder für die Opfer ist, ob Täter zu Opfern wurden und ob dieses die damit verbundenen Gefühle verändert.





Fazit:  Ein Buch, welches auch sehr gut in Schulklassen gelesen werden könnte und stets interessant, aber nie mit erhobenem Zeigefinger über die Folgen von Cybermobbing berichtet.

  • Broschiert: 288 Seiten
  • Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (27. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522201590
  • ISBN-13: 978-3522201599
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Homepage zum Buch 
  • Verlag:

Kommentare:

  1. Die Protagonistin Jorina kommt sehr authentisch beim Leser an, das Thema Cybermobbing hochaktuell. Das Buch ist sehr spannend und man kann es kaum aus der Hand legen.

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  2. Hallo kan mir jemad sagen wie der charakter von leonie so ist ?

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  3. Hallo, das klingt sehr danach, als hätte jemand keine Lust, seine Hausaufgaben selbst zu machen ...

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    1. Ne ich habe das buch schon gelesen aber das ist ei bischen länger her und ich weis ich nicht mer wie leonie so wahr

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  4. wie ist leonie so was sind ihre lebensumstände ?
    Was sind ihre gefühle und gedanken ?
    wie verhaltet sie sich was sind ihre eigenschaften?
    Was ist ihre sprechweise ?
    Wiso ist sie so wie sie ist?
    was dür eine bezihund hat sie zu anderen figuren

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    1. Die Frage wurde mir auch auf meiner "Matchbox Boy" Webseite gestellt. Ich habe sie dort beantwortet - und gebe die Antwort gerne auch hier.

      Liebe(r) Bany

      Einige der Antworten finden sich direkt im Text. Andere muss man zwischen den Zeilen lesen. Leonies Lebensumstände, ihr Verhalten, ihre Sprechweise und ihre Beziehung zu den anderen Figuren kommen im Buch deutlich zum Ausdruck. Ihre Gefühle und Gedanken sind nicht offen beschrieben, auch auf die Frage, weshalb sie ist, wie sie ist, gibt es im Buch keine direkte Antwort. Man kann/darf auf eine eigene Gedankenreise gehen und seine eigenen Antworten finden. Eigenlich könnte man über Leonie ein ganzes Buch schreiben - so, wie man auch über Dany ein eigenes Buch schreiben könnte. Weil ich im Matchbox Boy in die Rolle der Jorina geschlüpft bin, erlebt man die Geschichte aus ihrer Sicht. Sie hat ihre Meinung über Leonie, aber ob Leonie dann wirklich auch so ist, wie Jorina sie sieht, ist eine andere Frage. Dasselbe gilt für Dany. (Jorina ist zu sehr mit sich beschäftigt, um sich wirklich tief in ihre Freundinnen hineinzudenken.)

      Manchmal erzähle ich meine Geschichten aus verschiedenen Perspektiven, d. h. ich lasse die Leser in verschiedene Köpfe und Herzen blicken. Beim Matchbox Boy habe ich das - bewusst - nicht gemacht. Es wäre zu viel geworden. Und so bleibt es ein Stückweit den Lesern überlassen, wie sie die Figuren sehen.

      Zu den Lebensumständen. Es gibt Szenen im Buch (zum Beispiel jene, in der Jorina an der Haustür von Leonies Eltern klingelt), aus denen man ahnen kann, wieso Leonie ist, wie sie ist.

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  5. Hallo,

    Mir hat das Buch damals so gut gefallen... Mein absoluter Liebling der Autorin!

    Im Sommer ist übrigens ein neues Buch meiner von Alice Gabathuler erschienen. "Hundert Lügen" ist anders als erwartet, aber trotzdem wirklich ein tolles Buch. Falls du Lust hast kann ich dir eine signierte Autogrammkarte der Autorin zuschicken (hab einen Stapel von ihr bekommen) und vielleicht magst du dir ja ihr neues Buch anschauen und vielleicht liest du es auch. Würde mich wundrnehmen was du davon hälst.

    Ganz herzliche Grüsse von meinem Blog (josiajourdan.ch)

    Josia

    P.S. Falls du eine Autogrammkarte willst, kontaktiere mich bitte über Mail (josia@jourdan.ch)

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  6. Hallo Josia,
    danke, das mit der Autogrammkarte ist lieb. Aber ich habe sogar signierte Bücher von ihr, weil ich sie schon einmal treffen durfte :)
    Das neue habe ich noch nicht gelesen, kommt aber bestimmt noch.
    LG Claudia

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