Freitag, 5. Oktober 2012

[Rezension] Martini, Manuela - Wenn es dunkel wird

Melody und ihr Freund Claas dürfen die Sommerferien bei Freunden an der französischen Mittelmeerküste verbringen. Sommer, Sonne, Strand sowie Pool und Partys locken und die beiden freuen sich darauf, dem kalten Deutschland zu entkommen. Die Vorfreude hält jedoch nicht lange an. Schnell entsteht eine angespannte Stimmung zwischen den vier Jugendlichen, die in einem villaähnlichen Gebäude nicht nur mit einer unerträglichen Hitze zu kämpfen haben, sondern auch mit einem total Gefühlchaos, bis letztendlich die Situation eskaliert und ein Jugendlicher stirbt.


Nach fünf Jahren "Arena Thriller" hat der Verlag eine zusätzliche Reihe eingeführt: Die X-Thriller. Diese Serie wendet sich an Leser ab 14 Jahren und ihre Romane sind knapp 100 Seiten stärker, als die bisherigen Arena Thriller, die sich an Leser ab 12 Jahre wenden. Gespannt war ich auf die "reiferen" Jugendbücher, von denen bisher drei Stück erschienen sind.

"Und hier, in der Villa, mit Julian und Tammy, konnte er endlich jemand anders sein. Auch ich hatte geglaubt, hier etwas anderes leben zu können. Und so ist es ja auch gekommen. Nur ist der Traum vom anderen Ich in einen Alptraum umgeschlagen, von einem Moment auf den anderen." (Seite 21)
Melodys Plan für die Sommerferien würde vermutlich fast jeden Teenager erfreuen. Ohne Erwachsene in einem schicken Haus an der Mittelmeerküste die Seele baumeln zu lassen, die Sonne genießen und mit ein paar anderen Jugendlichen am Pool oder am Strand chillen. Zu Beginn der Reise konnte noch keiner damit rechnen, dass dieser Urlaub alles andere als entspannt werden würde. Schnell befinden sich die Vier in einem Alptraum aus unerträglicher Hitze, einem Stalker und Tarot-Karten, die auf unheimliche Art immer genau ins Schwarze treffen.

Obwohl der Roman viel versprechend klang, konnte er mich nicht überzeugen. Das Cover war für mich noch das Gelungenste am Buch. Der wahrscheinlich entscheidendste Grund, warum mir der Roman nicht gefiel, waren die Protagonisten. Alle vier Teenager wirkten extrem stereotypisch und kein einziger hat auch nur einen Hauch Sympathiegefühl bei mir erzeugen können. Die Spannung sucht man im Roman weitestgehend vergeblich. Vielmehr konzentriert sich die Handlung auf das jugendliche Miteinander mit dem üblichen Gefühlschaos aus Neid, Eifersucht, Liebe gepaart mit Konkurrenzkampf. Mir ist schon bewusst, dass es ein Jugendbuch ist und es somit auch pubertierenden Inhalt bieten kann, aber meiner Meinung nach darf sich ein Jugendthriller nicht hauptsächlich auf diesen Bestandteilen ausruhen, sondern muss auch mit einem gewissen "Thrill" überzeugen.

"Wie naiv waren wir eigentlich? Haben wir geglaubt, wir könnten das Spiel einfach beginnen und aufhören, wann wir wollten? Haben wir nicht einen Moment daran gedacht, dass man manche Spiele bis zum Ende spielen muss?" (Seite 132)
Die Idee, dass das Geschehen ausschließlich durch Videos präsentiert wird, in denen Melody von ihren Erlebnissen erzählt, fand ich interessant, auch wenn ich es als merkwürdig empfand, dass Melody zunächst auch die Sichten der anderen Jugendlichen darbietet, die sie gar nicht erlebt hat, sondern nur erahnen kann. Die Charaktere waren für mich absolut schwach und unsympathisch und die Spannung ließ viel zu lange auf sich warten. Das Ende fand ich gut, da erlebte ich eine glaubwürdige Überraschung, aber das reichte leider nicht, um meinen Eindruck vom Roman wesentlich zu verbessern.

Fazit:  Der Roman konnte meine Erwartungen nicht erfüllen. Unsympathische Charaktere und eine mangelnde Spannung haben mir das Lesevergnügen geraubt.

  • Broschiert: 357 Seiten
  • Verlag: Arena (Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401066080
  • ISBN-13: 978-3401066080
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Website der Arena Thriller
  • Verlag:

Kommentare:

  1. Hey du hast einen echt schönen Blog :D
    Würde mich wirklich über ein Gegenbesuch freuen :D
    LG
    Ally
    http://www.allys-wildebuecherwelt.blogspot.de/

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  2. Informativer Blog, auf den ich durch Zufall kam. Ich werde wiederkommen. Danke :-)
    Grüße
    Klausbernd

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