Freitag, 19. Oktober 2012

[Rezension] Wilke, Jutta - Schwarz wie Schnee

Wer ist man, wenn man sich an seine eigene Vergangenheit nicht erinnern kann? Diese Frage stellt sich Kira nach einem schweren Unfall, durch den sie alles vergessen hat. Ihre Familie. Ihre Freunde. Sogar ihren eigenen Namen. Geplagt von einer Amnesie saugt sie alle Informationen auf, die ihr gegeben werden. Aber weder ihr Name, noch das Gesicht ihrer Mutter, Bilder von Freunden oder die Rückkehr in ihr Zuhause bringen die Erinnerungen zurück. Neben der Leere fühlt sie nur, dass sie jemand verfolgt. Jeder versucht sie jedoch zu beruhigen, denn es würde keine Gefahr drohen. Aber wenn die Vergangenheit unbekannt ist, kann auch die scheinbar harmlose Gegenwart gefährlich erscheinen.

Gespannt verfolge ich die Entwicklung von Jutta Wilke. Beim Kinderbuch beginnend schrieb sie für eine immer älter werdende Zielgruppe und ist nunmehr bei einem spannenden Thriller für 15-17 Jährige angekommen. Das besondere daran ist, dass sie mich bisher mit all ihren Büchern begeistern konnte, so unterschiedlich sie auch sind. "Schwarz wie Schnee" hat dabei keine Ausnahme dargstellt und mich durch Wilkes flüssigen Schreibstil und die spannende Handlung überzeugen können. Die Autorin schreibt sehr eindringlich und hat mir Kira einen interessanten Charakter erschaffen. Die Protagonistin ist auf der Suche nach sich selbst und nach ihrer Vergangenheit. Sie kann sich überhaupt nicht an ihr bisheriges Leben erinnern, aber es fällt ihr auch sehr schwer sich mit der Amnesie zu arrangieren und alles zu glauben, was ihr erzählt wird. Ihr Verhalten wird durchgängig authentisch beschrieben, die Emotionen scheinen zum Greifen nahe und die Geschichte fesselt sofort. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wie war ihr Leben früher und wird sie es jemals zurück erhalten - falls sie es dann überhaupt noch will?

"Du hast ein wahnsinniges Glück gehabt, dass du diesen Sturz überlebt hast.
Habe ich das? Glück gehabt? Ist es Glück, sich in einem Leben zu befinden, das leer ist wie ein Vakuum?" (Seite 25)

Der Roman ist ideal für ältere Teenager, da die Schwerpunkte neben der Amnesie, als Unfallfolge, die typischen Teenagerthemen wie Freundschaft, Liebe, Schule und Drogen eine Rolle sind. Alle Themen werden durch die spannende Hintergrundgeschichte zusammen gehalten und ergeben einen fesselnden Roman, dessen Auflösung man unbedingt erfahren möchte. Ein erster wichtiger Hinweis kam mir noch etwas zu früh, aber für Teenager ist das sicherlich angemessen. Allerdings war das Buch auch weiterhin für mich spannend, denn das "Wie?" und das "Warum?" werden tatsächlich erst gegen Ende verraten.





Fazit:  "Schwarz wie Schnee" - eine großartige Titelwahl - ein spannender Roman - ein fesselndes Lesevergnügen.

  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: Bibliographisches Institut, Mannheim; Auflage: 1 (1. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3411811412
  • ISBN-13: 978-3411811410
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 15 - 17 Jahre
  • Verlag: www.sauerlaender.de
  • Verlagsgruppe:

1 Kommentar:

  1. ICh bin ja auch so begeistert von der Autorin .. das Buch muss ich mir bald unbedingt gönnen. Danke für die Rezi, sie hat mich davon jetzt überzeugt!

    AntwortenLöschen